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Geld bestimmt Entwicklung

Force India und Marussia verschieben Updates

Marussia - Formel 1 2014 Foto: xpb 32 Bilder

Die Entwicklungsstufen der Teams fallen in diesem Jahr bescheidener aus. Schuld ist das restriktive Reglement. Das heißt nicht, dass das Wettrüsten billiger wird. Im Gegenteil. Force India und Marussia spüren gerade, dass Geld eben doch die Welt regiert.

04.06.2014 Michael Schmidt

Red Bull-Stardesigner Adrian Newey ist frustriert. Die Zeit der großen Entwicklungsstufen mit überraschenden neuen Lösungen scheint vorbei. Jedenfalls bis jetzt. "Schaut euch an, was in den ersten sechs Rennen als Upgrades gelaufen ist. Viel weniger als im Vorjahr. Das meiste war nur Kosmetik. Wir spielen an Details wie dem Monkey Seat herum, weil uns das Reglement immer weniger Spielraum lässt."

FIA-Technikkommissar Jo Bauer wundert sich: "So wenig Crashtests unter der Saison hatten wir noch nie." Vielleicht muss sich Newey bald korrigieren. Ferrari hat für den GP Kanada ein großes Facelift angekündigt, Red Bull für das Heimspiel in Österreich. Auch Toro Rosso will in Spielberg mit einem stark modifizierten STR9 antreten. Red Bulls WM-Lauf vor der eigenen Haustür verpflichtet.

Force Indias Kühlpaket erst in Silverstone

Ein engeres Regelkorsett bedeutet nicht, dass das Wettrüsten billiger wird. Eher das Gegenteil. "Wir suchen immer mehr im Detail den Fortschritt", erklärt Lotus-Einsatzleiter Alan Permane. Das bedeutet noch mehr CFD-Simulation und noch mehr Windkanalarbeit. Zwei Punkte Abtrieb sind schon ein Erfolg. Wenn sie nicht mehr Luftwiderstand bedeuten. Im Entwicklungswettlauf zeigt sich, wer Geld hat und wer nicht.

Force India musste seine für Montreal geplante Ausbaustufe mit schlankeren Seitenkästen und kleineren Kühlern auf Silverstone verschieben. Das Team von Vijay Mallya muss knapp kalkulieren. "Trotzdem macht die Truppe einen tollen Job", lobt Nico Hülkenberg. "Es gibt kein Team, das aus so begrenzten Mitteln so viel macht."

Marussia mit Update-Paket in der Hinterhand

Marussia hat seit Anfang Mai eine Ausbaustufe in der Hinterhand, die aus Geldmangel nicht produziert werden kann. "Sie würde eine halbe Sekunde bringen", sagen die Techniker. Deshalb sucht Marussia auch händeringend nach neuen Einnahmequellen. Zum Beispiel den Verkauf des Cockpits für das erste Freie Training am Freitagmorgen. Mit zwei WM-Punkten im Rücken sollte das leichter fallen.
 
Die großen Teams haben diese Probleme nicht. Mercedes konnte es sich leisten, die neue kurze Nase vier Mal durch den Crashtest zu schicken. Auch Red Bull bringt demnächst eine neue Nase. Ferrari will die Seitenkästen weiter verkleinern. Dabei hat der F14T schon die kleinsten Seitenkästen im Feld.

Ein Kühler kostet so viel wie ein Kleinwagen. Das ist auch das Problem von Force India, wie Sportdirektor Otmar Szafnauer erklärt: "Wir müssen bei den üblichen Lieferanten anstehen und dementsprechende Vorlaufzeiten in Kauf nehmen. Red Bull oder Ferrari haben exklusive Partner, die gegen Geld auch mal Sonderwünsche erfüllen."

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