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Wer will Force India schlagen?

Mit Upgrade Gegner abgehängt

Esteban Ocon - Force India - Formel 1 - GP Spanien - 12. Mai 2017 Foto: Force India 21 Bilder

Force India hat Platz 4 mit einem 22 Punkte-Rennen in Spanien gefestigt. Diesmal hat die Truppe nicht von den Fehlern anderer profitiert. Ein Upgrade hat das Auto schneller gemacht. Force India zog an Toro Rosso, Renault und HaasF1 vorbei.

17.05.2017 Michael Schmidt 1 Kommentar

Die Konkurrenz kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Force India zementierte in Barcelona seinen vierten Platz in der Konstrukteurs-WM und setzte sich noch weiter von der direkten Konkurrenz ab. Sergio Perez und Esteban Ocon belegten die Plätze 4 und 5. Nur Mercedes, Ferrari und Red Bull brachten je ein Auto davor ins Ziel. Damit ist Force India das einzige Team, das in allen fünf Rennen immer doppelt gepunktet hat.

Der Kontostand steht jetzt schon auf 53 Zählern. Vor einem Jahr lag das Team nach 5 Rennen mit 14 Punkten auf Rang 7. Die direkten Gegner werden lange brauchen, ihren Rückstand wieder aufzuholen. Weil die drei Top-Teams normalerweise mindestens fünf Autos ins Ziel bringen. Der 6. Platz ist dann schon das Höchste der Gefühle. Williams fehlen schon 32 Punkte auf Force India. Bei Toro Rosso sind es 35, bei Renault 39 und bei HaasF1 44 Zähler.

Experimentieren mit neuen Teilen

Force India war technisch noch nicht einmal optimal in die Saison gestartet. Der VJM10 hatte seine Macken. Er war zu schwer, aerodynamisch kritisch und instabil im Heckbereich. Perez sagte ohne Umschweife: „Von den fünf Mittelfeld-Autos hatten wir den schlechtesten Speed.“ Teamchef Bob Fernley gab zu: „Wir standen nur vorne, weil wir immer alles richtig und unsere Gegner Fehler gemacht haben. Aber ewig können wir uns nicht darauf verlassen.“

Die ersten zwei Upgrades von Bahrain und Spanien zielten auch darauf hin, die Defizite des Autos zu kurieren. Besonders Barcelona. „Wir sind hier ein paar Experimente mit vielen neuen Teilen quer über das Auto verteilt gefahren, um zu analysieren, was funktioniert und was nicht. Wir haben in der Korrelation zwischen Windkanal, CFD und Rennstrecke einige Problembereiche, die wir lokalisieren und beheben müssen“, verriet Technikchef Andy Green.

Am Ende blieben von dem Aero-Paket die Änderungen am Frontflügel und den Leitblechen übrig. Die Modifikationen im hinteren Bereich des Unterbodens und am Heckflügel müssen noch einmal überarbeitet werden. Obwohl Force India damit nur ein halbes Paket an den Start brachte, konnte das Team drei seiner Konkurrenten auch vom Speed überholen: ToroRosso, Renault und HaasF1 hatten weder auf eine Runde noch über die Distanz etwas gegen die rosaroten Autos zu bestellen. Der Knoten ging aber erst am Samstagmittag auf. „Weil wir mit der neuen Konfiguration plötzlich die Reifen besser verstanden haben“, erklärte Sportdirektor Otmar Szafnauer.

Maximale Ausbeute auf der Angst-Strecke

Force India traf mit der Fahrzeugabstimmung voll ins Schwarze. Das Auto war schnell auf der Geraden und in den Kurven. Das spricht für eine gute aerodynamische Effizienz. Nur Perez und Ocon schafften es, auf der Geraden Pascal Wehrlein zu überholen. Alle anderen standen hinter dem Sauber an. Die Toro Rosso legten in den Kurven zu, bezahlten aber mit zu schlechtem Top-Speed.

Die gute Form des Force India überraschte selbst die eigenen Ingenieure. „Während Sotschi eine unserer besseren Strecke war, hatten wir für Barcelona mit mehr Problemen gerechnet. Dass es ausgerechnet dort so gut gelaufen ist, zeigt dass die Richtung stimmt“, atmet Green auf. Perez konnte sich auf seiner Fahrt zu Platz 4 sogar eine Boxenstopp-Panne leisten. Beim ersten Reifenwechsel klemmte rechts vorne und links hinten jeweils die Radmutter. Das Boxenstopp-Protokoll verrät, dass der Mexikaner dabei rund 3 Sekunden verlor.

Dafür passte das Timing. Mit zwei relativ späten ersten Stopps in den Runden 16 und 18 hatte Force India mehr Spielraum, sich die beste Zeit für den zweiten Reifenwechsel auszusuchen. Die VSC-Phase kam da wie gerufen. Da Perez und Ocon rund 7 Sekunden auseinanderlagen, legte das Team den Stopp gemeinsam in Runde 34. Über die Renndistanz war Perez 0,17 Sekunden pro Runde schneller als sein Teamkollege.

Szafnauer rechnet zwar mit einer Antwort der Konkurrenz, doch er sieht diesem Angriff gelassen entgegen. Dank dem neuen Hauptsponsor BWT und zwei weiteren neuen Geldgebern ist 2017 rund 15 Prozent mehr Geld in der Kasse als 2016. Szafnauer: „Damit können wir jetzt die ganze Saison durchentwickeln. Außerdem haben wir im Vergleich zu unseren Gegnern einen Trumpf in der Hand. Wir haben zwei Fahrer, die regelmäßig punkten.“

Neuester Kommentar

FI macht seit ca. 2 Jahren gerade am Rennsonntag mehr oder weniger alles richtig, gepaart mit einer gelungenen Fahrerwahl vor der Saison . Bei allen direkten Gegnern wie Williams, Renault, McLaren & Co. gibt es entweder technische Gebrechen am laufenden Band oder alle 14 Tage vernimmt man die gleichen Kommentare aus dem Pressezentrum ala " schleichender Plattfuß", " Gelbphase zum falschen Zeitpunkt", " unschuldig an der Kollision", " Antriebsschaden ", " Stroll kannte die Strecke nicht " usw.

Gerade Williams ist enttäuschend, aber was soll man auch von einem Team erwarten was mehr oder weniger
zwischen November / December und März ohne einen technischen Direktor als auch ohne Leiter der Aero auskommen musste oder wollte . Schaut man sich Detailfotos beider Wagen gerade in dem wohl so angeblich wichtigen Bereich der Bargeboards an, sieht gerade der Williams altbacken und ohne jeglichen Feinschliff aus.

Bei Renault frage ich mich immer, wer denn dort auf die Idee kam Jolyon Palmer das 2. Cockpit zu geben, am mangelndem Geld kann es dort ja wohl nicht liegen.

rake oder nicht 17. Mai 2017, 12:31 Uhr
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