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Force India VJM04

Der neue Force India in der Technik-Kritik

Force India VJM04 Foto: Force India 10 Bilder

auto motor und sport stellt die neuen Formel 1-Autos der Saison 2011 vor. In unserer Serie sagen wir Ihnen, was im Vergleich zum Vorjahresauto neu, was gut oder schlecht ist und wo die Technikgeheimnisse liegen. Im zehnten Teil untersuchen wir den neuen Force India VJM04.

17.02.2011 Michael Schmidt

Force India ließ sich mit der Präsentation des neuen Autos am längsten Zeit. Erst eine halbe Stunde vor den Testfahrten von Jerez wurde das neue Auto von Adrian Sutil und Paul di Resta enthüllt. Es ist eine Konstruktion, bei der vor allem im Detail gefeilt wurde. Die große Linie erinnert an den Vorgänger.

Die Typbezeichnung:

In der Modellbezeichnung verewigt sich Besitzer Vijay Mallya mit seinen Initialen. 04 steht für das vierte Produkt seit 2008. Das Team hat sich stetig gesteigert. Von null auf 13 und 68 WM-Punkte.

Das ist neu am Force India VJM04:

Der neue Force India ist keine Schönheit. Das liegt an seiner klobigen Nase, die der groben Linie des Vorgängers folgt. Während alle anderen so hoch wie möglich bauen und mit messerdünnen Nasen auf der Unterseite möglichst viel Platz für die Luft schaffen, trägt der Force India eine Pummelnase, die auf der Unterseite ausgehöhlt ist, erst nach unten abfällt und dann noch mal einen Bauch nach oben macht. Mit dieser Formgebung hofft man, die Luft unter der Chassisröhre Richtung Unterboden zu beschleunigen. Kein anderes Team hat unter der Nase so viel Aufwand betrieben wie das Designteam um Andy Green.

Der Frontflügel ist ein Kunstwerk mit nur einem Flap, einer doppelstöckigen zweiten Etage und drei gestaffelten Endplatten. Auf Höhe der Vorderachse fängt die erste Serie Leitbleche die Luft von vorne ein. Weiter hinten sind zwei weitere Leitbleche unter der Chassisröhre angebracht. Just an dieser Stelle wachsen zwei Finnen horizontal aus dem Rumpf. Die Seitenkästen sind fast so kurz wie beim neuen McLaren. Das erlaubt den gestaffelten Einsatz von zwei Vorflügeln rund um die zu Briefkastenschlitzen verkümmerten Kühleinlässen.

Der Einzug der Seitenkästen ist nur auf kurzer Strecke angedeutet. Die Seitenteile fallen auf Motorhöhe zum Boden hin ab, wirken aber ziemlich wuchtig, weil die Taille im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten nur angedeutet ist. Ab dem Punkt, wo die Seitenkästen aufhören ist der Heckbereich sehr schlank. Der Kühlluftauslass am Ende der Airbox ist auffallend klein geraten. Hier bekommt man offenbar etwas für das große Volumen unter der Verkleidung zurück. Es staut sich nicht soviel Hitze auf wie bei den Maßanzügen der Konkurrenz. Der Heckflügel hängt an den Endplatten, die das Flügelelement stark nach hinten überlappen.

Unter der Haube:

Die massigen Seitenkästen erlauben die optimale Positionierung der Kühler. Das kommt der Kühlung und dem Schwerpunkt zugute. Die Hinterradaufhängung folgt der Zugstreben-Technik. Vorne stehen die Querlenker trotz der relativ niedrigen Nase eng zusammen. Die Airbox folgt dem Mercedes-Prinzip von 2010: Zwei Ohren neben einem Karbonsteg in der Mitte. Der Auspuff ist im Boden verlegt und zielt auf die äußeren Kanten des Bodens, dort wo der Einzug rund um die Hinterräder beginnt. So können die Auspuffgase auch unter den Boden strömen und dort die Luft beschleunigen. KERS und Motor kommen von Mercedes, das Getriebe von McLaren.

Das wurde kopiert:

Das Airbox-Prinzip wurde vom letztjährigen Mercedes abgekupfert, gilt aber schon wieder als veraltet. Pullrod an der Hinterachse, das kennen wir von Red Bull. Auch der Heckflügel erinnert an das Weltmeisterauto von 2010. Die Endplatten stehen weit über das Hauptelement und den Flap hinaus.

Eigene Ideen:

Die Nase ist eindeutig Marke Force India. Auch das komplizierte System an Leitblechen unter dem Chassisrumpf. Die Seitenkästen sind zwar nicht elegant, aber Marke Eigenbau.

Das kommt noch:

Force India wird bald schon mit einer Auspuffvariante experimentieren. Die soll dann nach innen statt nach außen blasen.

Fazit:

Ein Mix aus interessanten Ideen und konservativen Ansätzen. In einigen Punkten scheint der Force India nicht so extrem wie seine Gegner.

Note: 7 (von 10)*

Im Detail haben sich die Force India-Ingenieure viel Neues einfallen lassen. Die grobe Linie erinnert an den alten VJM03.

*Note für die Kreativität

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