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Formel 1 2004

Das Jahr der Jahre

Foto: dpa 28 Bilder

Mit der Rekordpunktzahl von 148 Zählern und der Rekordzahl von 13 Siegen fuhr der Weltmeister die Konkurrenz so gnadenlos an die Wand wie zuvor kein anderer. Bei der Beschreibung des Phänomens Michael Schumacher weden die Superlative knapp.

24.10.2004

Es existieren nur noch zwei nennenswerte Rekorde, hinter denen in der ewigen bestenliste noch nicht der Name Michael Schumacher steht. In der Anzahl der gefahrenen Grand Prix muss der Weltmeister mit dem Dienstalter von 212 Grand Prix noch bis Mitte 2007 seiner Lieblingstätigkeit nachgehen, um Formel 1-Evergreen Riccardo Patrese (256) hinter sich zu lassen.

Wichtiger dürfte Schumacher die Statistik der Trainingsbestzeiten sein. Noch zwei Pole Positions trennen ihn von Ayrton Senna (63 Trainingsbestzeiten) - eine lösbare Aufgabe. Ansonsten gibt es nahezu keine Bestmarke die Michael Schumacher in seiner 14-jährigen Formel 1-Karriere nicht pulverisiert hätte. Ein paar Kostproben gefällig?

13 Siege in Folge waren möglich

2004 gewann Schumacher 13 Rennen, das ist absoluter Saisonrekord. Vom GP Europa Ende Mai bis zum GP Ungarn Mitte August hieß der Sieger sieben Mal in Folge Michael Schumacher - auch das ein Bestwert. Wäre er nicht im Tunnel unter dem Loews-Hotel mit Juan Pablo Montoya kollidiert, wären es wohl 13 Siege in Folge geworden. In der Zahl der Siege (83) hat er den auch nicht gerade kurz und erfolglos in der Formel 1 vertetenen Alain Prost schon um sage und schreibe 32 Rennen abgehängt. Dabei galten Prosts 51 Siege vor knapp einem Jahrzehnt noch als Rekord für die Ewigkeit.

Das Treppchen erklomm Schumacher in seiner Karriere 137 Mal. Auch da kann der zweitplatzierte Alain Prost (106) nur staunen. Schumacher holte sich 36 zweite Plätze, mehr als jeder andere. Nur bei den fritten Rängen liegt Rubens Barrichello (24) vor seinem Teamkollegen. Schumacher eroberte bisher 1186 WM-Punkte. Auch hier hat Alain Prost mit 798,5 Punkten als Zweiter deutlich das Nachsehen.

Dem Rest bleiben nur Krümel

Fairerweise muss gesagt werden, dass Schumacher nicht unerheblich von der Aufstockung des WM-Kalenders profitierte, und sich einige seiner Kollegen ihr Karriere-Ende nicht aussuchen konnten. Den bröckelnden Marmorfiguren in der Ruhmeshalle der Formel 1 bleiben lediglich ein paar Statistik-Krümel übrig. So gelang es Ayrton Senna fünf Mal hintereinander den Monaco-GP zu gewinnen. Der Brasilianer hat auch mehr Start- und Ziel-Siege (19) als der Deutsche. Nigel Mansell holte sich einmal 14 Pole Positions in einer Saison. Alain Prost hält einen Rekord mit sieben Poles in Folge. Rekordjäger Schumacher kontert mit 66 schnellsten Runden (Zweiter Prost: 41) und einsamen 21886 Führungskilometern.

Schumacher-Gegnern bleibt ein Trost: Den Rekord des 53-jährigen Luigi Faglioli als ältestem GP-Sieger kann der Ferrari-Star noch einholen, die Bestmarke des jüngsten GP-Siegers wird aber immer unantastbar bleiben. Fernando Alonso bestieg als 22-Jähriger zum ersten Mal den obersten Podiumsplatz, als Michael Schumacher im August 1992 in Spa ersmals siegte, war er schon anderthalb Jahre älter.

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