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Wem hilft das 2017er Auto?

Gut für Mercedes, schlecht für Ferrari

Vettel vs. Rosberg - Ferrari vs. Mercedes - Formel 1-Test - Barcelona - 23. Februar 2016 Foto: sutton-images.com 36 Bilder

Die Formel 1 bekommt 2017 breitere Autos und breitere Reifen. Doch wem hilft der Neustart, wem schadet er? Red Bull sieht seine goldene Chance. Doch Vorsicht. Auch Mercedes profitiert davon. Für Ferrari wäre es besser gewesen, wenn alles bleibt wie es ist.

27.04.2016 Michael Schmidt

Die treibende Kraft war Red Bull. Der frühere Serien-Weltmeister wollte für 2017 unbedingt ein neues Chassis-Reglement (Hier geht es zum Artikel mit allen wichtigen Infos). Deshalb hat Red Bull auch als erstes Team ein Konzept dafür eingereicht. Offiziell, um die Formel 1 wieder schneller und spektakulärer zu machen. Das ist natürlich nur Augenwischerei. Red Bull wollte einen Neuanfang, weil man darin die einzige Möglichkeit sieht, den Rückstand auf Mercedes wettzumachen.

Red Bull sieht Vorteil bei Aerodynamik

Die Red Bull-Chefs gehen davon aus, dass Milton Keynes immer noch auf die beste Aerodynamikabteilung im Feld zurückgreifen kann. Und dass Adrian Newey und seine Truppe von einem weißen Blatt Papier weg die richtigen Ideen schneller findet als die Konkurrenz. Doch Vorsicht: Bei Mercedes sitzen mittlerweile auch ein paar schlaue Leute im Designbüro. Der W07 ist aerodynamisch um nichts schlechter als der RB12. Und er zeigt deutlich mehr neue Design-Ideen.

Beim Fahrwerk hat Mercedes die Nase vorn. Die von links nach rechts hydraulisch vernetzte Vorderachse, die es erlaubt, das Auto vorne so tief wie möglich zu fahren ohne dabei den Komfort auf den Bodenwellen und Randsteinen aufzugeben, ist bei Red Bull erst im Anfangsstadium. Mercedes hat 5 Jahre gebraucht, das System zu perfektionieren.

Red Bull hätte besser gegen Motor-Regeln geschossen

Red Bull wird beim aktuellen Motor-Reglement auf der Autoseite nie so viel gutmachen können, dass es den Nachteil beim Antrieb ausgleicht. Es hätte für die Truppe aus Milton Keynes deshalb mehr Sinn gemacht, gegen die Motor-Regeln zu schießen und sie zumindest in einigen Punkten zu vereinfachen. So wird Red Bull weiter von seinem Motorpartner abhängen.

Egal ob Renault oder Honda: Die beiden Sorgenkinder müssen das Defizit zu Mercedes auf drei Zehntel reduzieren, sonst kann das beste Auto nichts gewinnen. Der Wunsch der FIA, die Motoren bis 2018 anzugleichen ist noch lange keine Garantie, dass es so passiert. Dazu braucht man Ideen und Lösungen. Die kann kein Reglement der Welt den Mercedes-Gegnern frei Haus liefern.

Mercedes mit mehr Kapazität für Entwicklung für 2017

Mercedes hat zwar um den Erhalt der aktuellen Regeln gekämpft, doch eigentlich können sie auch mit den neuen Autos gut leben. Besser sogar als die Rivalen. Wer wie Mercedes von einem technischen Vorsprung zehrt, kann viel früher seine ganze Energie in das 2017er Auto stecken. Ferrari dagegen ist auf Gedeih und Verderb dazu verdammt, Mercedes einzuholen. Und zwar schon dieses Jahr. Ferrari-Chef Sergio Marchionne duldet keinen weiteren Aufschub. Und genau das bindet Kapazitäten, die man nicht in das 2017er Auto investieren kann.

Schlimmer noch: Ferrari muss damit rechnen, dass Red Bull 2017 ein stärkerer Gegner sein wird als heute. Umso wichtiger ist es, schnell den Erfolg zu suchen. Auch McLaren könnte 2017 wieder eine Rolle spielen. Das Konzept der neuen Autos wurde in Woking geboren. Das ist ein Vorteil. Honda hat sein Hauptproblem erkannt und baut für 2017 einen völlig neuen Motor. Die Auflösung des Token-Systems gibt ihnen die Gelegenheit dazu. Auch Renault könnte zum goldenen Schuss kommen. Dem reanimierten Werksrennstall ist es egal, ob man dieses Jahr in der Konstrukteurs-WM Achter oder Zehnter wird. In Enstone wird schon seit Ende März mit Vollgas Richtung 2017 entwickelt.

Kleine Teams müssen sich entscheiden

Verlierer sind auf jeden Fall die kleinen Teams. Die Einsparungen beim Motor sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Kunden-Teams haben weder das Geld noch die Mannschaftsstärke, zwei Projekte zu betreuen. Williams, Force India, Toro Rosso, Haas F1, Sauber und Manor werden eine Entscheidung treffen müssen, was ihnen wichtiger ist. Eine gute WM-Position 2016 und mehr Geld für 2017 oder mit vollem Risiko auf 2017 hinarbeiten. Mit der Konsequenz, dass man entweder dieses oder nächstes Jahr dafür büßt.

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