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Formel 1 Aerodynamik-Trend 2013

Festhalten an den Entennasen

Lotus E21 Formel 1 2013 Foto: Lotus 34 Bilder

Die Fans hatten gehofft, dass die hässlichen Stufen-Nasen über den Winter in der Tonne landen. Doch wie das Beispiel des neuen Lotus zeigt, haben die neuen Technik-Regeln keine großen Auswirkungen auf das Front-Design. Wir sagen Ihnen warum.

29.01.2013 Tobias Grüner

Es ist zum Verzweifeln mit den Formel 1-Ingenieuren: keinen Sinn für Ästhetik, keine Rücksicht auf das Auge der Fans. Stets gilt das Motto: Schön ist, was schnell macht. Die Formel 1-Geschichte ist voll mit Beispielen für den Wahnsinn am Zeichenbrett. Flügel, die wie Geschwüre aus Nasen und Seitenkästen wuchsen oder lange Heckflossen, mit Luftkanälen bis zum Heckflügel, gehörten noch vor wenigen Jahren zum gewohnten Bild in der Formel 1.

Stets haben es die FIA-Regelhüter geschafft, die klassische Form der Monoposto-Rennwagen wieder herzustellen. Doch nun scheinen auch die Technik-Kommissare machtlos. Die hässliche Stufe in der Nase, die im Vorjahr bei den Fans zu vielen Diskussionen geführt hat, lässt sich offenbar nicht so einfach glatt bügeln.

Regeländerung verpufft

Man kann der FIA nicht vorwerfen, dass sie es nicht versucht haben. Das neue Reglement erlaubt in diesem Bereich eine kosmetische Blende ("vanity panel"), um den Knick in der Optik zu beseitigen. Aber schon bei Veröffentlichung des Reglements haben einige Technikexperten vor einem begrenzten Nutzen gewarnt: "Da die Blende nicht fest vorgeschrieben ist, werden viele Teams einfach aus Gewohnheit bei der Stufe bleiben", hatte zum Beispiel Sauber-Designer Matt Morris prophezeit.

Der Brite sollte Recht behalten. Bei der Präsentation des nagelneuen Lotus war die markante Stufe in der Silhouette schon zu erkennen, bevor Kimi Räikkönen und Romain Grosjean das Tuch von E21 gezogen hatten. Das Auto wurde zwar in einer vorläufigen Präsentations-Version mit alter Nase und altem Frontflügel gezeigt, doch der Absatz im Vorderbau wird so schnell nicht verschwinden.

Nasen-Blende wiegt zu viel

Technikchef James Allison versuchte das Festhalten an der Entennase zu verteidigen: "Eine kosmetische Blende würde ein paar zusätzliche Gramm wiegen. Und das ist für einen Ingenieur tabu. Da diese Lösung nur optional ist, würde es mich nicht überraschen, wenn die Mehrheit der Teams davon keinen Gebrauch macht." Nur wenn die Blende einen Nutzen bringen würde - zum Beispiel zusätzlichen Abtrieb - könnte sich Allison vorstellen, doch noch umzurüsten.

Das zusätzliche Gewicht an einem relativ hohen Punkt des Autos ist allerdings nur ein Argument. Mit einer Abdeckung müssten die Ingenieure die Aerodynamik neu berechnen und neue Simulationsmodelle erstellen. Natürlich müsste eine Blende immer wieder angepasst werden, wenn eine neue Nase entwickelt wird. Die notwendigen Entwicklungsressourcen steckt man lieber in Teile des Autos, die größere Auswirkungen auf die Leistung haben.

Werden die Formel 1-Nasen noch hässlicher?

Große Hoffnungen, dass die Stufe in der Nase mit dem stark veränderten Reglement für 2014 endlich der Vergangenheit angehören, sollten sich die Fans nicht machen. Aus Sicherheitsgründen muss die Nasenspitze kommende Saison weiter abgesenkt werden - von einer Maximalhöhe von 550 Millimeter auf nur noch 185 Millimeter. Auch das Chassis geht runter- von 625 Millimeter auf 500 Millimeter. Es wird spannend, wie die Ingenieure diesen deutlich dramatischeren Höhenunterschied überwinden werden. Im schlimmsten Fall werden die Autos noch hässlicher.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die krummen Entennasen aus der Saison 2012.

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