Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1 am Nürburgring

Ecclestone gibt grünes Licht

Nürburgring GP Deutschland Flagge Foto: dpa 22 Bilder

Das Formel-1-Rennen in Deutschland kann steigen - und zwar am legendären Nürburgring. Bernie Ecclestone, der umtriebige Chefvermarkter der Motorsport-Königsklasse, hat grünes Licht gegeben und sich mit der Ring-Betreibergesellschaft geeinigt. Ob das nach der Insolvenz nun die Wende für die Rennstrecke bringt, ist offen.

31.01.2013 dpa

Die Betriebsgesellschaft der insolventen Nürburgring GmbH, NBG, einigte sich nach langen Verhandlungen mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone. Damit wissen Piloten wie Sebastian Vettel, Rennställe und Motorsportfans nun endlich, dass es im Sommer ein Rennen am weltbekannten Ring geben wird. Unabhängig vom Ausgang dürfte es ein Zuschauermagnet werden. Und es zeigt: Der krisengeschüttelte Ring kann nach langem Gezerre noch positive Schlagzeilen produzieren.

Formel 1 als Neustart für den Nürburgring?

In den vergangenen Monaten hatte die Rennstrecke allzu oft im negativen Sinne von sich reden gemacht. Da waren die Insolvenz der staatlichen Ring-Gesellschaft und der Streit zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und den mittlerweile ehemaligen Pächtern. Was folgte, waren schier endlose Gespräche um das prestigeträchtige Formel-1-Rennen. Einige Male war von "finalen Verhandlungen" zu hören gewesen, doch eine Einigung ließ stets auf sich warten - bis jetzt.

Nach der Einigung zeigte sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) erleichtert: "Der Mythos Nürburgring lebt", teilte sie am Donnerstag (31.1.2013) in Mainz mit. Damit habe Bernie Ecclestone ein deutliches Bekenntnis zum Nürburgring abgelegt. "Ich schätze den Nürburgring und seine Geschichte sehr", sagte der 81 Jahre alte Brite in einer Pressemitteilung. Er habe sich "gerne" für die Austragung der Formel 1 am Nürburgring eingesetzt, "um diese Traditionsstrecke weiterhin zu erhalten".

Die Sanierungsexperten des insolventen Rings betonten die Bedeutung der Vereinbarung. "Die Formel 1 ist ein Meilenstein für den Nürburgring", sagte Sachwalter Jens Lieser. Die Vorbereitungen für den Ticketverkauf liefen nun auf Hochtouren. Am 7. Juli 2013 dröhnen die Motoren in der Eifel - vier Tage nach dem Geburtstag von Sebastian Vettel.

Rückblick: Die frühere rheinland-pfälzische SPD-Alleinregierung unter Kurt Beck hatte vor einigen Jahren einen Freizeitpark am Ring bauen lassen, um mehr Besucher in die strukturschwache Region zu locken und Arbeitsplätze zu schaffen. Doch das Projekt war nicht nur überdimensioniert, auch die Privatfinanzierung scheiterte. 2009 musste der damalige Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) seinen Hut nehmen. Dann kamen Privatbetreiber - aber zu wenig Besucher.

Wegen der Insolvenz sind bis zu 330 Millionen Euro Landesgeld in Gefahr. Im Zusammenhang mit der gescheiterten Privatfinanzierung läuft seit Monaten ein Untreue-Verfahren vor dem Koblenzer Landgericht - auf der Anklagebank sitzt unter anderem Deubel. Alles in allem schwebt das Thema Nürburgring mit seinen vielen Facetten seit Jahren wie ein Damoklesschwert über den Regierenden in Mainz und trübte nicht zuletzt die Bilanz des jüngst aus dem Amt geschiedenen Beck.

EU prüft Nürburgring-Finanzierung

Mit der nun erzielten Einigung zum Formel-1-Rennen ist nach dieser turbulenten Entwicklung freilich nicht auf einmal alles gut rund um den Ring. Die neue Ministerpräsidentin Malu Dreyer verwies in ihrer ersten Regierungserklärung am Mittwoch im Landtag darauf, dass sie aus Fehlern der Vergangenheit lernen wolle. Sie zielte auf eine Prüfung der EU-Kommission ab. Diese schaut sich derzeit Beihilfen von fast einer halben Million Euro für den Freizeitpark am Ring genau an.

Damit es keine bösen Überraschungen mehr für das Land gibt, will Dreyer bei der Prüfung eng mit Brüssel zusammenarbeiten. Gleichzeitig warf sie der Kommission aber auch vor, zu marktwirtschaftlich zu argumentieren: "Die Europäische Kommission betrachtet Infrastrukturprojekte immer häufiger aus einem engen wettbewerbspolitischen Blickwinkel."

Ungeachtet dieser Reibereien werden sich viele Motorsportfans erstmal auf das Event im Juli auf dem Nürburgring freuen - dort, wo einst Größen wie Michael Schumacher und Alain Prost in ihren Boliden triumphierten.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden