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Formel 1: Bernie Ecclestone im Interview

"Ferrari-Duell birgt den meisten Zündstoff"

Bernie Ecclestone Foto: xpb.cc 15 Bilder

Im Interview mit auto-motor-und-sport.de spricht Bernie Ecclestone über das brisante Teamduell bei Ferrari mit Fernando Alonso und Felipe Massa, seiner Erwartungen an Sebastian Vettel, die Rückkehr von Michael Schumacher und kritisiert die neuen Formel 1-Teams.

12.03.2010 Michael Schmidt

Was werden die drei Highlights in diesem Jahr werden?
Ecclestone: Wie schlägt sich Alonso bei Ferrari gegen Massa? Kann Vettel meine Erwartung erfüllen und Weltmeister werden? Und dann natürlich Michael Schumacher: Wie gut ist sein Auto. Wenn Michael nicht gewinnt, wird man dem Auto die Schuld dafür geben.

Welches der Duelle in den Topteams birgt den größten Zündstoff?
Ecclestone: Das bei Ferrari. Fernando ist ein netter Kerl außerhalb des Cockpits, aber er ist ein Siegertyp. Er mag keinen neben sich, der schneller ist. Und Massa ist schnell.
 
Kann Schumacher mit 41 Jahren mit den jungen Löwen noch mithalten?
Ecclestone: Ich sehe keinen Nachteil in seinem Alter. Höchstens einen Vorteil. Er hat alles schon mal erlebt. Er muss nichts mehr beweisen. Er ist fit, und er hat seine Batterien neu aufgeladen. Michael wäre nicht zurückgekommen, wenn er nicht wüsste, dass er einen guten Job machen kann.
 
Riskiert Schumacher sein Image, wenn Rosberg schneller wäre?
Ecclestone: Michael ist nicht an seinem Image interessiert. Er will wieder Rennen fahren. Wenn jemand wirklich schneller wäre als er, würde er es akzeptieren.
 
Die Formel 1 hat ein neues Gesicht: weniger Hersteller, mehr Privatteams. Geht dadurch Interesse verloren?
Ecclestone: Man kann nicht behaupten, dass der Auftritt von Toyota und BMW in der Formel 1 übermäßig aufregend gewesen wäre. Renault ist immer noch dabei. BMW lebt als Name in Sauber weiter, vielleicht sogar besser. Wenn wir Ferrari verloren hätten, dann hätte ich gesagt: Oh, mein Gott.
 
Ferrari behauptet, dass der Krieg zwischen Max Mosley und den Teams die Hersteller vertrieben hat. Was denken Sie?
Ecclestone: Ich glaube, dass BMW und Toyota gegangen sind, weil sie nicht erfolgreich waren. Max Mosley wollte die Notwendigkeit abschaffen, für Erfolg viel Geld ausgeben zu müssen. Die Hersteller sollten ihm dafür dankbar sein. Sie können nicht behaupten, dass sie die hohen Kosten aus der Formel 1 vertrieben hätten. Max hat versucht, ihnen entgegenzukommen.
 
Ferrari wirft den neuen Teams vor, dass sie nicht Formel 1-würdig sind. Haben sie Recht?
Ecclestone: Ferrari hat Recht.
 
Aber haben wir sie nicht eingeladen?
Ecclestone: Ja, aber unter anderen Voraussetzungen. Als sich die Teams eingeschrieben haben, waren sie der festen Ansicht, dass es ein Budgetlimit von 40 Millionen Euro gibt. Und zwar für alle, einschließlich Ferrari. Das hätte ihnen eine faire Chance gegeben. Ich habe immer gewarnt, dass ein Budgetlimit nicht funktioniert, weil es beliebig ausgehebelt werden kann. Jetzt stellen die Teams fest, dass ihr Budget nicht ausreicht, um wettbewerbsfähig zu sein.
 
Wieviel Zeit sollte man den Neuzugängen jetzt geben?
Ecclestone: Wieviel Zeit haben wir Toyota gegeben? Lange genug.
 
Werden die Rennen ohne Tankstopps spannender?
Ecclestone: Das wird von den Reifen abhängen, die beim Start aufgezogen werden. Wenn sie unter dem hohen Gewicht schnell verschleißen, könnte es interessant werden. Die Boxenstopps selbst werden auf jeden Fall spannender. Tankstopps waren nur in den ersten Jahren nach ihrer Einführung interessant. Als die Teams die Abläufe perfektioniert hatten, standen alle gleich lang in der Box. Das Tanken bestimmte die Standzeit, nicht der Reifenwechsel.
 
Wird die Startposition oder der Reifenverschleiß entscheiden?
Ecclestone: Um zu gewinnen, musst du in den ersten zwei Startreihen stehen und eine einigermaßen vernünftige Rennabstimmung gefunden haben. Ich glaube, das wird die Rennen entscheiden. Konzentrieren Sie sich nicht nur auf die Reifen. Auf vielen Strecken wird der Bremsverschleiß eine wichtige Rolle spielen.
 
In den letzten Jahren produzierte die Formel 1 viele Kontroversen. Wieviel ist zuviel, wieviel verträgt der Sport?
Ecclestone: Wir hatten zuviele Kontroversen mit einem negativen Beigeschmack. Denken Sie nur an den Singapur-Skandal mit Flavio Briatore. Ein bisschen Wirbel ist immer hilfreich, entweder zwischen den Teams oder innerhalb eines Teams. So wie der Kampf zwischen Senna und Prost.
 
Was ändert sich mit dem neuen FIA-Präsidenten Jean Todt?
Ecclestone: Er wird das Geschäft anders führen als Mosley. Eher wie eine Regierung und nicht wie ein Alleinunterhalter.
 
Wird Ihr Leben einfacher?
Ecclestone: Für mich macht es keinen Unterschied. Jean wird sich nicht in meinem Territorium verirren, und ich werde nicht in die Belange der FIA reinreden.
 
Eine seiner ersten Entscheidungen war die Einführung eines neuen Punktesystems. War das notwendig?
Ecclestone: Man darf Jean Todt dafür nicht die Schuld geben. Es gab eine Diskussion unter den Teams und das kam dabei heraus. Wie Sie wissen ist es nicht das, was mir vorschwebt. Ich bin immer noch der Meinung, dass der Fahrer mit den meisten Siegen Weltmeister werden sollte. Kann man die Fahrer nicht mehr vergleichen? Nun, es gab auch schon früher Änderungen im Punktesystem. Vielleicht hätten wir auf das ganz alte Format mit 10-6-4-3-2-1 zurückgehen sollen. Das wäre besser gewesen.
 
Der Vertrag mit Bridgestone läuft Ende 2010 aus. Wie groß ist das Problem, Ersatz zu finden?
Ecclestone: Wir würden bestimmt Ersatz finden, aber ich hoffe, dass Bridgestone seine Entscheidung noch einmal überdenkt. Wir arbeiten daran.

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