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Formel 1-Blog

Formel 1 nichts für Kinder

Max Verstappen - 2030 Foto: Red Bull 49 Bilder

Max Verstappen war das Tagesgespräch in Spa. Vor der Mercedes-Kollision. Der Holländer wird 2015 mit 17 Jahren und 166 Tagen der jüngste Fahrer der Formel 1. Eine schöne Story, aber nicht für die Formel 1. Selbst wenn Verstappen junior der neue Senna wäre. Dann sähe es so aus, als wäre Formel 1-Fahren kinderleicht.

31.08.2014 Michael Schmidt

Am Donnerstag vor dem GP Belgien konnten Fernando Alonso, Sebastian Vettel und Lewis Hamilton einpacken. Sieben WM-Titel waren nichts gegen den Rekord, den ein noch 16-jähriger Holländer nächstes Jahr schreiben wird. Max Verstappen debütiert dann im Alter von 17 Jahren und 166 Tagen in einem Toro Rosso in der Königsklasse.

Die Story ist so gut, dass alle im Fahrerlager von Spa ihre Meinung dazu sagen mussten. Auch Alonso, Vettel und Hamilton. Keiner aber hat Max Verstappen nach den drei Weltmeistern gefragt.

Verstappen wird schon mit Senna verglichen

Der Sohn von Michael Schumachers früherem Teamkollegen Jos Verstappen ist ganz offenbar ein Wunderkind. So etwas soll es geben. Er gewann im Kartsport alles und mischt nach kurzer Eingewöhnungsphase die Formel 3-Elite auf. Nach Aussage von Red Bull-Berater Helmut Marko fährt er wie ein junger Senna. Mit Kopf, Gefühl und einem schweren Gasfuß.

Verstappen lernt unheimlich schnell, hat keinen Respekt und passt sich sofort an. Er geht im Regen über Wasser und fädelt sich wie im Slalom durch den Verkehr, wenn ihn die Umstände mal ans Ende des Feldes werfen. Red Bull wird dafür sorgen, dass er bis Melbourne 2015 auch die nötige Formel 1-Erfahrung bekommt.

In einem muss man die Verstappens bewundern. Da diktiert ein 16-jähriger Grünschnabel Red Bull ganz frech die Bedingungen. Es ist ja nicht so, dass Red Bull diesen Jungen entdeckt hätte. Er trat dem Kader nur unter drei Bedingungen bei. Sofort ein Formel 1-Cockpit, ein Vierjahresvertrag und anständig Gehalt. Chapeau Jos. Da könnten sich einige Manager von dir was abschneiden.

Nehmen wir einmal an, dieser Max Verstappen ist wirklich der neue Wunderknabe. Und er schwimmt im nächsten Jahr im großen Formel 1-Teich wie ein Fisch im Wasser. Wäre das gut für die höchste Spielklasse im Motorsport?

Eher das Gegenteil. Es hinterließe den Eindruck, dass es kinderleicht ist, in den schnellsten Autos der Welt zu fahren. Was natürlich nicht stimmt. Aber sagen sie das mal einem, der die Formel 1 nur am Rande verfolgt. Alles, was der dann hört ist: Ein 17jähriger blamiert das Establishment. Da wird er die Frage stellen: Hat der überhaupt einen Führerschein? Die Antwort lautet nein.

Längerer Aufstieg in die Formel 1

Ich finde, man sollte sich die Formel 1 verdienen. Und mindestens 18 Jahre alt sein, einen ordentlichen Führerschein besitzen und eine nachvollziehbare Vita im Motorsport vorweisen. Also mindestens zwei Jahre in den Kategorien unterhalb der Formel 1. Die FIA hat es bis heute versäumt, ein Leitersystem für die Superlizenz einzuführen. Keiner kommt in die Formel 1, wenn er nicht vorher Formel 3 und GP2 oder IndyCar gefahren ist.

Meinetwegen qualifizieren auch die Sportprototypen für die höchste Spielklasse. Das würde die Nachwuchsformeln stärken. So muss man sich fragen, wann der nächste Fahrer direkt aus dem Kartsport in die Formel 1 aufsteigt.

Und ist es nicht überall im Sport so, dass der Weg nach oben über bestimmte Stationen führen muss. Red Bull, pardon Rasenball Leipzig kann auch nicht einfach so von der Oberliga Nordost in die erste Bundesliga aufsteigen.

Seit der Name Verstappen durch das Fahrerlager geistert, können alle anderen Talente eigentlich einpacken. Auch die mit Red Bull auf dem Revers. Wer spricht noch von Stoffel Vandoorne, Esteban Ocon, Raffaele Marciello, Carlos Sainz junior oder Antonio Felix da Costa? Sie werden an Max Verstappen gemessen und sind eigentlich schon viel zu alt für den Job.

Bislang galt: Wer länger als zwei Jahre in der Formel 3, GP2 oder Renault-Weltserie verbringt, hat seine Chancen verspielt. In dem neuen Koordinatensystem wird es heißen: Wer überhaupt den Umweg über die GP2 oder Renault-Weltserie nehmen muss, ist ein verbranntes Talent.

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