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Formel 1-Blog von Michael Schmidt

Schlechter Dienst am Zuschauer

Impressionen - Formel 1 - GP England - Silverstone - 6. Juli 2012 Foto: Grüner 98 Bilder

In Siverstone pilgern wahre Zusachauermassen zum Grand Prix, auch schon zu den Trainingssitzungen. Die Teams aber meiden den Regen und bleiben in den Boxen. So vertreibt man Zuschauer, meint Michael Schmidt.

06.07.2012 Michael Schmidt

80.000 Zuschauer haben sich bei Wind und Wetter durch kilometerlange Staus gequält, um den ersten Trainingstag in Silverstone zu verfolgen. Sie sind durch sumpfige Wiesen und Schlamm auf den Feldwegen zu ihren Tribünen gestapft, um für Preise zwischen 100 und 300 Pfund die besten Fahrer der Welt in den schnellsten Autos der Welt zu erleben.

Man muss sich das einmal reinziehen. 80.000 Besucher an einem Freitag. Und das bei den ungemütlichsten Bedingungen, die man sich vorstellen kann. Das haben Retorten-Grand Prix wie Malaysia, Bahrain oder Abu Dhabi an drei Tagen nicht.

Volle Ränge, leere Piste

Die 80.000 blickten zur Belohnung aber viel zu oft auf eine leere Piste. Sie sahen im 90 minütigen Vormittagstraining 24 Fahrer, die insgesamt 197 Runden drehten. Normalerweise wird drei Mal soviel gefahren. Am Nachmittag blieben die Motoren weitgehend stumm. Bei Halbzeit der zweiten eineinhalbstündigen Trainingssitzung zählte man gerade mal 12 Runden von fünf Piloten. 20 Minuten lang fuhr kein einziges Auto.

Die Teams erklärten, dass man bei dem Wetter nichts lernen könne, und dass es zu wenig Regenreifen gäbe. Das Reglement gestattet pro Wochenende drei Satz Schechtwetterrreifen und vier Satz Intermediates. Pirelli gab noch einen Extrasatz Intermediates hinzu. Was nicht viel nutzte, weil die Strecke so nass war, dass mit Intermediates nicht gefahren werden konnte. Und die Regenreifen wollte sich jeder für ein mögliches Regenrennen am Sonntag aufheben.

Extrareifen für Ausnahmefälle

Leute, das kann es nicht sein! Wenn ihr wollt, dass die Formel 1 noch mehr Fans verliert, dann müsst ihr genauso weitermachen. Das ist kein Dienst am Zuschauer, das ist eine konzertierte Vertreibung der Fans. Bei solchen Bedingungen müssen Pirelli und die FIA zwei Augen zudrücken, extra Regenreifen rausrücken und die Teams verpflichten zu fahren.

Es gibt so wenig verregnete Tage im Jahr, dass sich Pirelli nicht damit herausreden kann, nicht genügend Regenreifen zur Verfügung zu haben. Und es ist einfach lächerlich, wenn sich der Weltverband, Pirelli und die Teams nicht auf einen Ausnahmeregelung einigen könnten. Da kann man nur sagen. Rote Karte für die Formel 1.

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