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Formel 1-Boxenstopp-Bilanz 2013

Red Bull schraubt am schnellsten

Red Bull - Boxenstopp - Formel 1 2013 Foto: Red Bull 12 Bilder

Boxenstopps sind nach Mark Webbers Reifen-Drama vom Nürburgring wieder ins Gerede gekommen. Geht Schnelligkeit zur Lasten von Sicherheit? auto motor und sport deckt auf: Red Bull führt die Halbzeitbilanz vor Ferrari und Mercedes an.

08.08.2013 Michael Schmidt

Red Bull hat die Vorherrschaft bei den Boxenstopps zurückerobert. In der zweiten Saisonhälfte 2012 hatte McLaren die Rekordmarken gesetzt. "Da waren wir im Schnitt drei Zehntel schneller als Red Bull. Jetzt ist es umgekehrt", gibt McLaren-Sportdirektor Sam Michael zu.

Es gibt zwei Mess-Methoden. Vom Stopp bis zum grünen Licht. Oder vom Stopp bis zum Losfahren. Mercedes misst die tatsächliche Standzeit. auto motor und sport durfte einen Blick in die Halbzeitbilanz der schnellsten Schrauber der Welt werfen.

Red Bull-Boxenstopp dauert im Schnitt 2,83 Sekunden

Red Bull liegt nicht nur auf der Rennstrecke in Führung. Die Weltmeistertruppe spult auch die schnellsten Boxenstopps ab. Im Schnitt dauert ein Reifenwechsel 2,83 Sekunden. Eine unglaubliche Bilanz bei insgesamt 56 Boxenstopps. Ferrari ist bei 54 Stopps Red Bull mit 2,90 Sekunden dicht auf den Fersen. Auf Rang drei folgt Mercedes mit einer Durchschnittszeit von 3,06 Sekunden für 57 Boxenstopps. Tendenz aufholend.

Red Bull, Mercedes, Ferrari und McLaren arbeiten mit Eigenkonstruktionen. Ein Schlagschrauber kostet da schnell mal 7.000 Euro. Ein schwenkbarer Wagenheber aus Karbon hat den Wert eines Kleinwagens. Bei Red Bull zahlt sich der Aufwand aus. Die fünf schnellsten Stopps dieser Saison gehen alle auf das Konto der Titelverteidiger. Wir reden hier von echten Standzeiten.

Der aktuelle Weltrekord sind die 2,13 Sekunden bei Mark Webbers zweitem Stopp in Malaysia. Bis zum grünen Licht waren es sogar nur 2,05 Sekunden. Webbers Bestzeit wird gefolgt von Vettels viertem Reifenwechsel in Sepang und seinem ersten in Barcelona mit jeweils 2,15 Sekunden, Webbers viertem Stopp in Malaysia mit 2,16 Sekunden und Vettels erstem Boxenhalt am Nürburgring mit 2,20 Sekunden.

Im Training schafft Mercedes 1,6 Sekunden

Mercedes hat in den letzten beiden Grand Prix aufgeholt. Am Nürburgring lagen die Silberpfeile im Schnitt vorne. In Budapest landete Mercedes auf Platz zwei. Der schnellste Einzelstopp fand ebenfalls beim GP Deutschland statt. 2,16 Sekunden für Nico Rosbergs dritten Reifenwechsel bis zum Grünlicht, 2,40 Sekunden echte Standzeit.

Beim Boxenstopp-Training geht alles sogar noch viel schneller. "Wir haben am Nürburgring einen Trainingsstopp in 1,6 Sekunden geschafft. Aber da fehlt natürlich die Anspannung wie beim Rennen", verrät Mercedes-Teammanager Ron Meadows.

Mindestabstand bei der Ausfahrt 44 Meter

Die Rekordjagd wird durch immer bessere Werkzeuge und immer weiter abgespeckte Prozeduren möglich. Red Bull zum Beispiel soll das Ablassen des Autos nach erfolgter Montage der Reifen automatisiert haben. Schalten die vier Mechaniker an den Schlagschraubern auf Grün, fällt das Auto von den Wagenhebern, ohne dass der zuständige Mann den Vorgang stoppen kann.

Einen Abbruch der Prozedur können nur zwei Leute per Fernbedienung veranlassen. Der Kontrolleur des Boxenstopps und der Mann, der den Verkehr in der Boxengasse beobachtet. Hier gilt die Regel: Wenn ein einfahrendes Auto näher als 44 Meter vor der eigenen Box ist, muss das Auto zurückgehalten werden. Die Spotter machen sich dazu Markierungen an die Boxenmauer.

Härtere Strafen für Boxenstopp-Sünder

Gefährliches Abfahren soll in Zukunft ähnlich wie schlampig festgezogene Räder härter bestraft werden. Es drohen Durchfahrtstrafen statt Geldbußen. Force India-Teammanager Andy Stevenson kritisiert: "Da wird oft mit zweierlei Maß gemessen. Ferrari hat schon drei Mal seine Fahrer gefährlich abfahren lassen, und nichts ist passiert. Wir wurden sofort bestraft."

Ab dem GP Singapur schreibt die FIA an den Radnaben ein zweites Sicherungssystem vor. Die erste Reihe Sicherheitsstifte spreizt sich dann bereits auf, wenn das Rad samt Radmutter nur auf die Achse gesteckt wurde. Ist die Radmutter festgezurrt, klickt eine zweite Reihe Sicherheitsstifte ein. Red Bull setzte dieses System bereits freiwillig in Ungarn ein. Und man ließ sich mehr Zeit. Prompt verloren Vettel und Webber bei jedem ihrer Stopps jeweils eine halbe Sekunde.

In unserer Bildergalerie haben wir die Durchschnittszeiten aller 11 Teams gesammelt. Die Tabelle unten zeigt die 5 schnellsten Stopps der bisherigen Saison.

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