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Formel 1: David Coulthard zum Schumacher Comeback

"Michael wird nicht besser sein als früher"

Couthard & Schumacher Foto: XPB 32 Bilder

Die Rückkehr von Michael Schumacher beschäftigt auch seine ehemaligen Weggefährten. In unserer fünfteiligen Serie fragen wir Experten nach ihren Erwartungen zum Comeback. David Coulthard ist gespannt, ob die Erfahrung Schumachers seinen Altersnachteil ausgleichen kann.

28.01.2010 Michael Schmidt

David Coulthard hat sich ein Jahr nach dem Formel 1-Rücktritt immer noch nicht ganz von seinem alten Leben gelöst. Im Februar folgt er einer Einladung von Mercedes-Sportchef Norbert Haug, ein DTM-Auto zu testen. So einfach wird man den Rennbazillus nicht los, auch wenn sich der 37-Jährige redlich Mühe gab.

"Vettel hat mir die Grenzen aufgezeigt"

"Ich habe mich mit Arbeit und Terminen zugeschüttet, um mich abzulenken. Für das Fernsehen und für Red Bull war ich bei allen Rennen, bei allen Tests und vielen Marketingauftritten unterwegs. Im Gegensatz zu vielen Kollegen habe ich mein zweites Leben gut vorbereitet. Ich sah es auf mich zukommen. Sebastian Vettel hat mir meine Grenzen aufgezeigt. Mir war klar, dass ich kein Angebot von einem Top-Team bekommen werde - so, wie es Michael passiert ist."

"Als aktiver Fahrer konzentrierst du dich voll auf deinen Beruf. Am richtigen Leben nimmst du eigentlich nicht teil. Du delegierst alles, was nicht zum Rennfahren gehört. Bei Michael habe ich das Gefühl, dass er nach seinem Rücktritt so weiter gelebt hat. Er hat sich nie an ein echtes Leben gewöhnt. Deshalb hat er zugegriffen, als sich die Chance für ein Comeback geboten hat."

Hat Schumacher was verloren?

Coulthard ist gespannt, wie sein früherer Gegner das Alter austricksen kann. "Michael wird nicht besser sein als der Fahrer, der er war. Die spannende Frage ist: Hat er etwas verloren? Auch an ihm können 41 Jahre nicht spurlos vorübergegangen sein. Deine Augen, dein Gehör, deine Fähigkeit, nach großen Anstrengungen zu regenerieren, wird schlechter. Wenn es bei Michael nicht so sein sollte, wäre er ein medizinisches Wunder."

Das Alter muss aber kein Handikap sein. Der Faktor Erfahrung kann sich für den Heimkehrer als Trumpf herausstellen. "Wenn Vettel, Hamilton und Alonso auf Schumachers Niveau sind, dann hat er ihnen zumindest die Erfahrung voraus. Und da gilt die Formel: Je älter, desto weniger Fehler."

Schwerer Brocken für Rosberg

Für Nico Rosberg wird der Vergleich zu dem erfolgreichsten Formel 1-Piloten aller Zeiten jedenfalls eine völlig neue Erfahrung. "Nico hatte in seinen ersten vier Jahren Formel 1 außer Mark Webber nie einen Teamkollegen, der ihn gefordert hat. Mit Michael bekommt er jetzt auf einmal den schwersten Brocken vorgesetzt, den man sich denken kann. Nico kann sich nur mit seinem Speed retten, denn in allen anderen Disziplinen wird ihm Schumacher überlegen sein."

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