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Formel 1-Entwicklung

Turbo-Motoren ab 2018 eingefroren

Renault F1 Motor 2014 V6 Foto: Renault 18 Bilder

Motoren-Hersteller, die jetzt zu lange mit dem Einstieg in die Formel 1 zögern, werden von der FIA ausgebremst. Ab 2018 wird die Entwicklung an den neuen V6 Turbo-Motoren eingefroren. Ferrari, Mercedes und Renault sichern sich durch lange Verträge ab.

01.06.2013 Michael Schmidt

2014 beginnt für die Formel 1 eine neue Ära. Mit 1,6 Liter-V6-Turbomotoren, Hybridtechnologie und Direkteinspritzung. Ferrari, Renault und Mercedes haben längst Prototypen der künftigen Triebwerke auf ihren Prüfständen. Sie treten im Sommer in die Phase 2. Das sind dann bereits die Motoren, die im nächsten Jahr zum Einsatz kommen.

Honda lässt sich noch ein Jahr Zeit. Die Japaner kehren erst 2015 mit McLaren in die Formel 1 zurück. Honda kommt gerade noch rechtzeitig. Denn die Entwicklung der neuen Turbomotoren wird schrittweise bis 2018 eingefroren. Wer zu lange wartet, kann auf Probleme nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr reagieren.

BMW, Toyota und Porsche unter Zugzwang

Das bringt alle jene in Zugzwang, die jetzt noch überlegen, ob sie Motoren für die neue Energieoptimierungs-Formel bauen sollen. Offenbar gibt es auch bei anderen Herstellern Interesse an der Formel 1. Die Gerüchte sprechen von BMW, Toyota und einem Vertreter aus der Volkswagen-Gruppe. Man tippt auf Audi oder Porsche. Da sind schnelle Entscheidungen gefragt.

Wer zu lange wartet, den bestraft das Reglement. Die FIA hat sich beim Entwicklungsfahrplan für die neue Technologie einen Stufenplan einfallen lassen. Auch um Kosten zu sparen. Ab 2018 soll die Entwicklung der V6-Turbos eingefroren werden, so wie das bereits seit vier Jahren bei den V8-Motoren der Fall ist. Wer später auf den Zug aufspringt, für den gelten nicht etwa die Regeln eines Neueinsteigers, sondern die Statuten des jeweiligen Jahres.

Motoren-Entwicklung ab 2014 nach Punktesystem

Im ersten Jahr des Turbo-Zeitalters sind den Herstellern die Entwicklungsmöglichkeiten praktisch freigestellt. Sie können nach Belieben auf technische Probleme oder auf einen Entwicklungsrückstand reagieren. Ab 2015 tritt eine Matrix mit Punktesystem auf den Plan. Die Motoren dürfen in rund 60 Bereichen verändert werden.

Jede Änderung wird individuell mit einer Punktzahl versehen. Vereinfacht gesagt: Eine Kolbenmodifikation wird höher bepunktet als ein Eingriff an der Ölpumpe. Insgesamt darf jeder Hersteller in der Saison 2015 eine Punktzahl von 32 erreichen. 2016 werden die Eingriffsmöglichkeiten auf 15 Punkte reduziert und 2017 sollen es nur noch 8 Punkte sein. Immer mehr Modifikationen sind überhaupt nicht mehr erlaubt. Zuerst fliegen konzeptionelle Maßnahmen aus Entwicklungsfahrplan.

Mercedes sichert sich langfristig ab

Ferrari, Mercedes und Renault haben aus verständlichen Gründen Angst, dass ihre Kunden in der fraglichen Zeit zu einem Neueinsteiger wechseln und ihr Knowhow im Umgang mit den Motoren zur Konkurrenz übertragen. Deshalb sichern sie sich in ihren Verträgen über einen langen Zeitraum ab. Offizielle Sprachregelung: "Longterm agreement". Mercedes kettet seine Kundschaft Force India und Williams über fünf Jahre an sich. Also genau bis zum Entwicklungsstopp. Danach ist es egal, ob die Teams den Motorlieferanten wechseln, weil die Triebwerke nicht mehr angefasst werden dürfen.

Mercedes hat jedoch ein Problem, und das heißt Honda. McLaren muss aufgrund alter Verträge 2014 beliefert werden. Ein Technologietransfer lässt sich nicht vermeiden. Mercedes kann sich nur dadurch absichern, dass man die Informationen über den eigenen V6-Turbo so spärlich und so spät wie möglich fließen lässt, dass die Motoren verplombt werden und dass an der Rennstrecke ein eigener Mann auf die Motoren aufpasst. Niki Lauda weiß um das Problem, beschwichtigt aber: "In die Motoren werden sie nicht reinschauen können."

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