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Formel 1-Fahrerkarussell 2011

Heidfeld und Sutil mit Chancen bei Renault

Nick Heidfeld Foto: xpb 27 Bilder

Bei sechs Teams wurde die Fahrerbesetzung für 2011 noh nicht bestätigt. Mittendrin im Transfertrubel sind auch drei deutsche Fahrer. Adrian Sutil, Nick Heidfeld und Nico Hülkenberg wissen noch nicht, wo sie fahren.

23.10.2010 Michael Schmidt

Der Transfermarkt ist immer noch offen. Drei Rennen vor Schluss haben weder Renault noch Williams, Force India, Lotus und VirginF1 ihre Fahrerbesetzung bekanntgegeben. Hispania sowieso nicht. Da wird der Geldbeutel die Besetzung bestimmen. Pedro de la Rosa verhandelt mit dem spanischen Team, doch ohne Mitgift wird es schwer für den Oldie aus Barcelona. Doch nicht nur der Spanier ist auf der Suche nach einem Cockpit. Mit Adrian Sutil, Nick Heidfeld und Nico Hülkenberg suchen auch drei deutsche Fahrer noch einen Platz.

Petrov schützt seine Nationalität

Es geht um die Cockpits bei Renault, Williams und Force India. Renault gibt Vitaly Petrov bis zum letzten Rennen eine Chance. Mit Ausnahme von wenigen Rennen blieb der Russe weit hinter den Erwartungen zurück. Renault ist ein Einmannteam. Hätte Robert Kubica einen schnelleren Teamkollegen gehabt, der Kampf um Platz vier gegen Mercedes wäre noch offen. Hier geht es nicht um die goldene Ananas, sondern um sieben Millionen Dollar extra aus dem Topf von Bernie Ecclestone. Heidfeld ist der Meinung, dass Renault mit ihm jetzt besser dastünde. Er bringt zwar selbst kein Geld mit, aber er wäre das Geld, das eine bessere Platzierung in der Konstrukteurs-WM abwirft, wert.

Petrov schützt seine Nationalität. Das Team schielt auf den russischen Sponsormarkt. Auch Bernie Ecclestone hat Interesse an einem russischen Fahrer. 2014 soll in Sotschi ein Grand Prix stattfinden. Man könnte Petrov aber auch für ein Jahr beim neuen Renault-Kunden Lotus parken, wenn sein Verbleib den Drahtziehern der Formel 1 so wichtig wäre. Bei Lotus steht aber solange alles still, bis der Gerichtsstreit um die Namensrechte ausgestanden ist.

Renault-Teamchef Eric Boullier bestätigte auf Anfrage von auto motor und sport: "Auch Heidfeld und Sutil haben noch eine Chance. Wir werden uns bis zum letzten Rennen in Abu Dhabi entscheiden." Obwohl mit Sutil im Gepäck ein Sponsorpaket über fünf Millionen Euro kommt, hat Heidfeld offenbar als Petrov-Alternative die besseren Karten. Der Sauber-Aushilfspilot wirft mehr Rennerfahrung, technisches Wissen und seine Pirelli-Testfahrten in die Waagschale.

Geld bei Williams ein Thema

Geld ist auch bei Williams ein Thema. Der Traditionsrennstall hat noch Lücken in seinem Budget. GP2-Meister Pastor Maldonado wedelt mit einem Scheck in zweistelliger Millionenhöhe. Optimisten sprechen von bis zu 15 Millionen Euro. Der Umstand, dass Frank Williams nicht sofort zugreift, zeigt, dass er sein Talent Nico Hülkenberg halten will. In die Lehrzeit des Deutschen hat er viel Zeit und Geld investiert. Und Hülkenberg zahlt es in der zweiten Saisonhälfte mit Resultaten zurück. Auch Adrian Sutil wäre eine Alternative. Mit dem WM-Zehnten kauft man sich Erfahrung und einen Sponsor ein.

Doch Sutil will nicht bis zum Sanktnimmerleinstag warten. Mit Force India hält der Gräfelfinger eine sichere Karte in der Hand. Andererseits muss ihn die Talfahrt seines Teams beunruhigen. Sutil kündigte in Korea an, dass eine Entscheidung "sehr bald" fallen werde. Seit dem GP Belgien geht es bei Force India nur noch rückwärts. "Der Platz dort geht erst auf, wenn Sutil absagt", glaubt Heidfeld. Dann ist auch er eine Option. Mit Sutil ginge der Teamleader verloren. Es ist kaum vorstellbar, dass der Rennstall aus Milton Keynes 2011 mit einer Fahrerpaarung Vitantonio Liuzzi und Paul di Resta antritt. Der eine ist ein Neuling, der andere enttäuscht auf der ganzen Linie.

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