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Die Faszination von Suzuka

Warum das ganze Fahrerlager Japan liebt

Red Bull-Fan - GP Japan - Suzuka - 6. Oktober 2011 Foto: xpb 77 Bilder

Die Formel 1 macht auf ihrer Reise von Rennen zu Rennen an den schönsten Orten der Welt Station. Japan gehört zu den beliebtesten Rennen des Formel 1-Tross. Aber warum eigentlich?

07.10.2011 Bianca Leppert

Vielleicht ist es so etwas wie Liebe auf den zweiten Blick. Denn die Schmetterlinge im Bauch wollen irgendwie nicht auf Anhieb fliegen. Die Architektur, die Hotelzimmer kaum größer als eine Sushi-Box und die wild um die Häuser gestrickten Stromleitungen bedürfen etwas Gewöhnung. Aber egal wem man im Fahrerlager begegnet, alle schwärmen von Japan.

Abenteuerliche Reise

Das macht die Formel 1 sicher nicht, um dem von Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe gebeutelten Land Hoffnung zu geben. Die Liebe für den Zwischenstopp in Suzuka hat viel tiefere Wurzeln. 1976 fand der erste Grand Prix von Japan in Fuji statt. 1987 stand zum ersten Mal Suzuka im Kalender. Damals gewann ein gewisser Gerhard Berger im Ferrari das Rennen im Land der aufgehenden Sonne.

Allein die Reise muss ein Abenteuer gewesen sein. Japanische Schriftzeichen ohne Übersetzung machten es nicht gerade leicht. Selbst für die Japaner im ländlichen Suzuka war es eine neue Erfahrung, plötzlich so viele Menschen aus aller Herren Länder bei sich zu begrüßen. Die Gastfreundlichkeit zeichnet die Japaner aber aus. Egal in welcher Situation, ihr Lächeln scheint zementiert zu sein. Genauso wie die Pünktlichkeit.

Kulturschock für Button

"Ich kam 1996 zum ersten Mal hierher", erinnert sich Jenson Button. "Ich bin Kartrennen gefahren und war als 16-Jähriger etwas geschockt, denn es ist eine ganz andere Kultur. Ich habe nichts verstanden, keine Schilder oder Straßennamen weil alles auf japanisch war." Mittlerweile hat Button mehr Erfahrung. Er fuhr für das japanische Team Honda und ist mit dem japanischen Model Jessica Michibata liiert. "Ich fühle mich hier zuhause, obwohl ich kaum Japanisch spreche."

Das mag auch daran liegen, dass die Fans in Japan besonders sind. Strömender Regen wie im vergangenen Jahr? Die Japaner harren trotzdem aus. Schon am Freitag bei den Trainings sind die Tribünen voll. In den Vororten stehen riesige Schlangen an der Bushaltestelle, um zur Rennstrecke zu kommen und ein Autogramm ihrer Idole zu erhaschen.

Legendäre WM-Partys

Ein großer Teil der Begeisterung macht auch die Rennstrecke selbst aus. Suzuka gehört noch zu den seltenen Naturrennstrecken, die keine Fehler verzeihen. Eine Auslaufzone so groß wie ein Supermarkt-Parkplatz sucht man hier vergebens. "Ich freue mich mehr als alles andere auf dieses Rennen, denn dieses Strecke ist so speziell und sehr herausfordernd", sagt Sebastian Vettel. "Du musst dir nur den ersten Sektor anschauen, das macht dir das Leben nicht leichter."

Für legendäre WM-Partys waren bisher die so genannten Log Cabins bekannt, kleine Holzhütten in denen die Karaoke-Anlagen dröhnten. Da Japan oft das letzte Rennen der Saison markierte, feierten darin schon so manche frischgebackene Weltmeister wie Ayrton Senna oder Michael Schumacher bis zum Morgengrauen. Mittlerweile gibt es diese urigen Hütten aber nicht mehr - Sebastian Vettel wird sich wohl eine Alternative suchen müssen.

Starke Verbundenheit zu Japan

Ihre Verbundenheit zu Japan zeigen die Formel 1-Piloten mit den vielen Grußbotschaften. Nicht nur Sebastian Vettel wartete mit einem neuen Helm-Design auf, auch Jenson Button hat japanische Schriftzeichen in seinen Helm eingearbeitet. Er wird nach dem Rennen für eine gemeinnützige Organisation versteigert. Auch Vitantonio Liuzzi hat sein Helm-Design den Japanern gewidmet. In goldenen Buchstaben steht darauf "Wir sind mit euch". Er wird ebenfalls nach dem Rennen versteigert. Auf den Sauber-Autos wird wieder übersetzt die Inschrift "Mögen unsere Gebete euch erhören" tragen. Michael Schumacher wird sowohl auf seiner Kappe als auch auf dem Helm die japanische Flagge zeigen.

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