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Formel 1: Technik-Analyse des Ferrari F10

"Wir haben deutliche Fortschritte gemacht"

Ferrari F10 F60 Foto: Ferrari 32 Bilder

Wie im Vorjahr hat Ferrari den ersten Wettbewerb des Jahres gewonnen. Die Italiener präsentierten ihr neues Auto vor allen anderen. Auf den ersten Blick sieht der neue Ferrari F10 gar nicht soviel anders wie das Vorjahresmodell aus.

28.01.2010 Michael Schmidt

Die Einleitung war kurz. Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali fasste zusammen, was später in allen Reden der Kernpunkt der Aussagen war. "Diese Saison ist sehr wichtig für uns nach der Enttäuschung des letzten Jahres. Sie muss ein Wendepunkt für uns werden." Der F10 soll es richten. Die Zehn steht für das Jahr 2010.

Kreuzung aus F60 und Red Bull RB5

Als Felipe Massa und Fernando Alonso das rote Tuch vom neuen Auto zogen, da vermisste man eine technische Sensation. Der Ferrari F10 sieht aus wie eine Kreuzung des Vorjahresautos F60 und des Red Bull. Wen wundert‘s. Die Ingenieure orientieren sich immer am schnellsten Auto im Feld. Und das war 2009 der Red Bull RB5.

Der Ferrari F10 trägt die Nase hoch. Die Unterseite verläuft bis zur Vorderachse fast gerade. Oben auf der Entenschnabel ähnlichen Nase wachsen zwei Höcker aus dem Chassis. Das verlangt das Reglement. Wer unten die Chassisröhre aushöhlt, muss oben dazupacken. Seit diesem Jahr muss ein 275 x 275 Millimeter großes Quadrat in den Querschnitt des Rumpfes passen. Erst außerhalb dieser Grenzen dürfen Rundungen auftreten.

F10-Räder an neuen Positionen

Die Seitenkästen haben wie im Vorjahr vorne einen großen Bauch und unten eine tiefen Einzug. Richtung Heck laufen sie flach aus, was wegen des längeren Chassis etwas weniger abrupt erfolgt. Das in der Länge gewachsene Fahrzeug erkennt man am besten an der Airbox. Da auch sie mit dem Chassis mitwächst, gleicht das Auto in der Seitenansicht noch mehr einem Kombi als im vorigen Jahr.
 
Technikdirektor Aldo Costa wiegelt die notwendige Radstandsverlängerung ab: "Wir bewegen uns da in einem Bereich, der fahrdynamisch kaum Unterschiede macht. Viel wichtiger sind die neue Position der Vorder- und Hinterräder. Das legt die Gewichtsverteilung und die Aero-Balance fest." Weil die Vorderreifen um 25 Millimeter schmäler geworden sind, wandert Gewicht nach hinten. Wer die Räder entsprechend verschiebt, muss dazu nicht mal Ballast in die Hand nehmen.

Front- und Heckflügel kommen noch

Die Präsentationsversion in Maranello war nur ein Basismodell. Front- und Heckflügel stammten noch aus dem Vorjahr. "Die zeigen wir erst am Montag in Valencia", lächelt Costa. Sein Chefdesigner Nicolas Tombazis legte bei der Konstruktion des F10 zwei Schwerpunkte fest: "Die optimale Integration des Doppeldiffusors und die Anpassung an die Regeländerungen."

Im letzten Jahr verschlief Ferrari den Doppeldiffusor. "Wir mussten nachbessern, wollten aber nicht wie BMW den konsequenten Weg gehen, ein halb neues Auto für den Diffusor zu bauen. Wir haben deshalb das Projekt 2009 lieber vorzeitig gestoppt, um uns voll auf den 2010er Ferrari zu konzentrieren", betont Costa.

Doppeldiffusor braucht Platz im Heck

Diesmal war der Doppeldiffusor von Anfang an Teil des Konzepts. Dafür mussten Teile der Hinterradaufhängung verlegt und das Getriebe verschlankt werden. Jeder Zentimeter Platz zur Vergrößerung der Expansionskanäle bringt Abtrieb. Auch vorne musste Ferrari reagieren. "Es ist jetzt mehr Platz zwischen Vorderrädern und Chassis. Wir mussten mit dem Frontflügel darauf reagieren", erzählt Tombazis. Wie genau, wird man erst nächste Woche sehen.
 
Auf der Liste der Modifikationen standen auch das Bremssystem und die Fahrwerkskinematik. Beides, um auf ein Startgewicht der Autos von mindestens 780 Kilogramm zu reagieren. "Die Autos werden beim Start rund 100 Kilogramm schwerer sein als im vorigen Jahr", präzisiert Tombazis.

Ob es ein guter Ferrari geworden ist, werden die 15 Testtage bis zum Saisonauftakt in Bahrain zeigen. "Von den Daten her haben wir deutliche Fortschritte gegenüber 2009 gemacht", beteuert Costa. Mit der Einschränkung, die allen in Maranello im Magen liegt: "Leider wissen wir nicht, um wie viel sich die Konkurrenz verbessert hat."

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