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Formel 1: Ferrari beim GP China

Gewitterstimmung bei Ferrari

Alonso, Massa Foto: xpb.cc 51 Bilder

Offiziell war Friede, Freude, Eierkuchen angesagt. Doch das Mienenspiel der Beteiligten sagte etwas anderes. Felipe Massa konnte seinen Ärger schlecht verbergen. Fernando Alonso hatte ihn in der Boxeneinfahrt düpiert. Der Spanier spielte den Unschuldigen.

18.04.2010 Bianca Leppert

Das Manöver fand in Runde 19 statt. Als endgültig alle im Feld wegen des stärker werdenden Regens auf Intermediates umrüsteten. Fernando Alonso trickste seinen Teamkollegen Felipe Massa in der Boxeneinfahrt aus. Zwei Räder hatte der Spanier schon auf dem Gras. Massa wurde bei dem Coup fast in das Kiesbett abgedrängt, das Lewis Hamilton 2007 den WM-Titel kostete.

Alonso wollte als Erster abgefertigt werden

Alonsos Absicht war klar. Er wollte an Massa vorbei, damit er beim Boxenstopp nicht hinter dem Brasilianer warten musste. Im Pressezentrum wurde die Zirkusnummer beklatscht. Massa und sein Renningenieur fanden sie weniger lustig. Auch Rennleiter Stefano Domenicali entfuhr am Kommandostand ein Fluch. Ob als Anerkennung für Alonso oder aus Verärgerung über das riskante Manöver ist nicht überliefert. Im offiziellen Pressetext raspelte Domenicali Süßholz: "Es war ein typischer Rennzwischenfall. Zwischen den Fahrern gibt es absolut kein Problem."

Massa trottete mit mürrischer Miene aus dem Parc Fermé. Alonso war guter Laune, soweit es den Vorfall betraf. "Wäre Felipe nicht mein Teamkollege, würde sich keiner aufregen. Was soll daran falsch sein? Für mich war es ein ganz normales Manöver, und es wird unsere Beziehung nicht belasten." Massa versuchte die Szene herunterzuspielen: "Ich kam ausgangs der Haarnadel auf eine Pfütze, und Fernando konnte neben mich ziehen. Vor der Linkskurve in die Boxen war er auf der besseren Innenspur."

Alonso ist klar die Nummer eins

Bei Ferrari sind die Verhältnisse klar abgesteckt. Fernando Alonso ist die Nummer eins. Bei Massa hat man das Gefühl, dass er nur noch Staffage ist. Seine Medienrunden sind halb so lang wie die seines Stallrivalen. Alonso führt das Wort. Und er gewinnt von Tag zu Tag mehr Fans im Team.

Längst wird er mit Michael Schumacher verglichen. Er ist die Identifikationsfigur, auf die Ferrari seit dem Abschied des Deutschen wartet. Kimi Räikkönen war das nicht. Alonso gewinnt Sympathien, weil er sich selbst in die Kritik nimmt, wenn er Fehler macht. "Der Fehlstart geht klar auf meine Kappe. So etwas ist mir noch nie passiert, und es wird mir nie mehr passieren. Da haben mich wohl meine Reflexe im Stich gelassen." Trotzdem rang Ferraris neuer Superstar dem Ergebnis noch eine positive Seite ab: "Mit Platz vier darf ich nach fünf Boxenstopps zufrieden sein."

Der 22-fache GP-Sieger bedankte sich danach bei seiner Boxencrew. "Wir haben heute keinen einzigen Fehler bei den Reifenwechseln gemacht", applaudierte Teamchef Domenicali seiner Truppe. "Die Resultate sind auch das Verdienst unserer Mechaniker."

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