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Formel 1: Jenson Button beim China GP

Button: "Das ist mein größter Sieg"

Jenson Button Foto: xpb.cc 51 Bilder

Jenson Button verblüfft die Fachwelt. Der Titelverteidiger führt die WM-Wertung an und stellt seinen höher eingeschätzten Teamkollegen Lewis Hamilton mit seinem zweiten Saisonsieg in den Schatten. Es war ein Sieg mit Köpfchen.

19.04.2010 Michael Schmidt

Jenson Button sprach von seinem größten Triumph. Der 30-jährige Engländer hat sein Siegeskonto auf neun erhöht. Und er ist der Erste, der in diesem Jahr zwei Mal gewonnen hat. Wieder war es ein Sieg mit Köpfchen und viel Gefühl im Gasfuß. Button traf zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen. Von Glück wollte er nicht reden: "Wir haben heute einfach alles richtig gemacht. Und wir waren im Regen die schnellsten Autos auf der Strecke."

Button hatte die richtige Strategie

Der neue McLaren-Star stand in der Wasserschlacht über 56 Runden ständig in Kontakt mit seinem Renningenieur Jakob Andreasson. "Wir haben immer gequatscht, wenn ich auf der langen Gegengeraden war. Da ist Zeit dafür." Auch in den ersten zwei Runden wurde eifrig gefunkt. Es ging darum, ob man mit Slicks weiter fahren oder auf Intermediates wechseln soll. Einige Teams glaubten auf den Radarschirmen von Meteo France gesehen zu haben, dass der Regen zunimmt. "Mein Ingenieur hat gesagt: Tu, was du willst. Meine Eingebung sagte mir: Bleib auf Slicks draußen." Wieder einmal hatte Button das richtige Gespür für eine heikle Situation. Mit Ausnahme von Rosberg, Petrov, Kubica und de la Rosa, wechselte das ganze Feld auf Intermediates. Und bereute die Entscheidung schon drei Runden später. "Die Intermediates fingen an böse zu körnen", berichtete Lewis Hamilton.

Button bleibt trotz des Sieges Realist

Zwei überflüssige Boxenstopps warfen alle Favoriten mit Ausnahme von Button und Rosberg um über 20 Sekunden zurück. Erst Runde 20 legte der Regen zu. Wieder überlegte der spätere Sieger, wieder traf er ins Schwarze. "Eigentlich wollte ich auf Slicks bleiben, doch diesmal überzeugte mich mein Ingenieur." Dann kam die zweite Qualität des Titelverteidigers zum Tragen. Button trug die Intermediates 18 Runden lang um den Kurs, bevor er in der 38. Runde zu seinem erst zweiten Stopp an die Boxen kam. Fernando Alonso kam vier Mal zum Service plus Durchfahrtsstrafe herein. Teamkollege Lewis Hamilton holte sich ebenfalls vier Mal frische Reifen ab. Am Ende profitierte Button davon, dass sein Verfolger Hamilton bei seiner Aufholjagd Federn ließ: "Die Reifen haben darunter gelitten. Ich hatte am Ende nicht mehr die Reserven, um Jenson anzugreifen."
 
McLaren hatte seine Autos schon im Training auf viel Abtrieb getrimmt. Die Ingenieure spekulierten bereits da mit einem Regenrennen und opferten Topspeed, was vielleicht auch die Startplätze fünf und sechs erklärt. "Wir haben Fehler gemacht", beharrte Whitmarsh, "sonst wären wir da schon weiter vorne gestanden." Hamilton stand auf Kriegsfuß mit Kurve 11, Button fühlte sich bis zuletzt nicht hundertprozentig wohl mit einer Fahrzeugabstimmung, die er kurz vor der Qualifikation geändert hatte. "Ich musste etwas tun. In den freien Trainings haben ständig die Hinterreifen überhitzt." Das Problem kommt uns doch bekannt vor. Vielleicht hätte sich Michael Schumacher Rat bei Button holen sollen.
 
Trotz des Sieges bleibt Button Realist: "Wir müssen im Training besser werden. Und wir wissen immer noch nicht genau, wie stark wir wirklich bei einem kompletten Trockenrennen sind." Einen kleinen Seitenhieb auf Red Bull konnte er sich nicht verkneifen: "Sie sind extrem schnell, im Augenblick vielleicht eine Spur zu schnell für uns. Aber wir führen die WM-Tabelle an, und das zählt. Die Punkte in den ersten vier Rennen waren für uns doppelt wichtig, weil uns Red Bull zur Zeit überlegen ist."

Button und Hamilton sind wie Feuer und Flamme
 
Lewis Hamilton hätte sich den Saisonstart sicher anders vorgestellt. Nicht er schwingt das Zepter im Team, sondern sein allseits unterschätzter Teamkollege. Die beiden sind wie Feuer und Wasser. Hier der Lebemann Button, da der von Ehrgeiz zerfressene Perfektionist Hamilton. Hier der besonnene Reifenflüsterer, da der Kämpfer und Überholer vor dem Herrn. Die weiteren Pläne der McLaren-Boys charakterisieren die beiden so ungleichen Briten. Vom Flugchaos in Europa zeigten sich beide unbeeindruckt. "Ich fliege nach Südafrika zu einer PR-Tour", verriet Hamilton. "Und ich mache eine Woche Urlaub in Thailand", grinste Button. "Bis der fertig ist, kann man in Europa bestimmt wieder fliegen."

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