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Formel 1-Krise

Ferrari will Sparfahrplan verschärfen

Foto: Daniel Reinhard

Ferrari will nach dem Aus von Formel-1-Rivale Honda schneller als geplant auf die Kostenbremse treten.

08.12.2008

"Dieser Prozess hat schon in den letzten Jahren begonnen. Aber er wird nun deutlich beschleunigt", sagte Teamchef Stefano Domenicali in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera". Während Honda-Pilot Jenson Button dem Prinzip Hoffnung folgt und eine Rettung des Rennstalls herbeisehnt, äußerte Domenicali Verständnis für die drastische Entscheidung der Japaner, die ihr Engagement in der kostspieligen Königsklasse aufgrund der weltweit dramatischen Finanzlage Ende vergangener Woche zurückzogen.

"Es ist eine große Krise und man kann die Gründe, die einen Autobauer zu so einer Entscheidung zwingen, verstehen", erklärte Domenicali. Die Maßnahme von Honda sei gekommen wie ein Blitz aus heiterem Himmel, meinte der Ferrari-Teamchef.

Für Button war sie nach eigener Aussage "ein großer Schock". Der Engländer träumt seit Jahren vom WM-Titel, nun droht der Alptraum für einen Formel-1-Piloten. "Ich kann nicht glauben, dass es keinen gibt, der das Team kaufen möchte und uns daraus hilft", sagte er bei einer Preisverleihung des Fachmagazins "Autosport". "Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Rezession überstehen können und werden", meinte Toyota-Teampräsident John Howett, der auch Vertreter der Teamvereinigung FOTA ist, in einem Interview auf der offiziellen Formel-1-Homepage "formula1.com".

Ferrari-Teamchef Domenicali, der in punkto Finanzen nicht weiter ins Detail ging, machte allerdings auch deutlich, dass der Sparkurs der Formel 1 insgesamt nicht auf Kosten eines gesunden Entwicklungs-Wettstreits gehen dürfe. Sie müsse ein technologischer und sportlicher Wettkampf bleiben. Domenicali beruhigte die Fans des Konstrukteurs-Weltmeisters der vergangenen beiden Jahre: "Ferrari wird weiter vorne sein." Schon im Oktober hatte die Marke aus Maranello bekundet, bei der Einführung eines Einheitsmotors eventuell zurückzuziehen. Der Internationale Automobilverband FIA erwägt einen solchen standardisierten Antrieb. Damit soll vor allem Privatteams geholfen werden.

Zu den Privatteams zählen neben Williams und Force India auch die beiden Rennställe von Milliardär Dietrich Mateschitz. Red Bulls Motorsport-Berater Helmut Marko erklärte am Montag laut "autosport.com", dass hinter dem neuen Team des deutschen Piloten Sebastian Vettel sowie dessen ehemaligem Rennstall Toro Rosso keine Fragezeichen stünden. Entsprechende Gerüchte entbehrten jeglicher Grundlage. "Sie sind derzeit sicher", so Marko. Er räumte allerdings ein, dass auch Red Bull 30 Prozent von seinem Budget sparen könnte.

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