Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1-Motor für 2013

Die 100 Millionen Euro-Formel

Jaime Alguersuari Foto: xpb 13 Bilder

Der neue Formel 1-Motor für die Saison 2013 wird die Hersteller viel Geld kosten. Unter den Motorenlieferanten hatte sich deshalb eine Fraktion für die Beibehaltung des V8 gebildet. Doch FIA-Präsident Jean Todt favorisiert den 1,6 Liter Vierzylinder-Turbo.

08.10.2010 Michael Schmidt

Beim Thema Formel 1-Motoren reitet der Weltverband auf der grünen Welle. Der neue FIA-Präsident Jean Todt will Flagge zeigen und auf den Zug aufspringen, den die Automobilindustrie mit der Entwicklung alternativer Antriebe in Gang gebracht hat. Deshalb muss ab 2013 eine Motorenformel her, die auch optisch ins Bild von umweltfreundlichen Technologien passt.

Das heißt: Downsizing beim Hubraum und bei den Zylindern, dazu Turbolader, Direkteinspritzung und integrierter Hybridantrieb. Zu dem bekannten KERS, das beim Bremsen Energie vom Motor abzapft soll dann auch noch ein System dazukommen, das die vom Auspuff erzeugte Wärme in elektrischen Vortrieb umwandelt. Insgesamt soll der Kraftstoffverbrauch um 35 Prozent reduziert werden.

Vierzylinder mit 10.000/min und drei Bar Ladedruck?

Noch nicht geklärt ist, wo das Drehzahllimit liegt und ob der Ladedruck begrenzt wird. Beim ersten Vorschlag, alles freizugeben, streikten die Hersteller. Viel zu teuer. Jetzt werden eine Maximaldrehzahl von 10.000 bis 12.000/min und ein Ladedruck von drei Bar diskutiert. Kritiker warnen: "Ein Vierzylinder-Turbo mit 10.000/min, das klingt wie eine Nähmaschine. Da tut sich die Formel 1 keinen Gefallen."

Gleichzeitig will Todt, dass die Basis des künftigen Triebwerks auch in anderen Rennserien verwendet werden kann. Das soll Herstellern ermöglichen, kostengünstig in mehreren Klassen antreten zu können. Besonders der Volkswagen-Konzern macht sich für diese Lösung stark.

Neuer Formel 1-Motor kostet 100 Millionen Euro

So weit, so gut. Doch ein solcher Motor will erst einmal entwickelt werden. Wer vom weißen Blatt Papier weg einen 1,6 Liter Vierzylinder-Turbo mit Direkteinspritzung und KERS baut, der nimmt nach Schätzungen der drei in der Formel 1 vertretenen Hersteller Ferrari, Mercedes und Renault rund 100 Millionen Euro Anlaufkosten in die Hand. Der Vorschlag, mit der neuen Motorenformel erst 2015 zu beginnen, damit man die Entwicklungskosten auf mehrere Jahre verteilen kann, findet in Paris keine Zustimmung. Das neue Motorenformat kommt 2013 und damit basta.

Weil das Jahr 2013 immer näher rückt und der Entwicklungsaufwand ziemlich abschreckend wirkt, setzte sich bei den Motorenlieferanten der Formel 1 zuletzt verstärkt die Meinung durch, dass man die Ziele der FIA auch mit dem bestehenden Achtzylinder verwirklichen könnte. Und zwar über die Limitierung der Benzindurchflussmenge. Am Ende geht es doch nur darum, den Kraftstoffverbrauch signifikant zu senken. Das kann ein gedrosselter, verbrauchsoptimierter V8 mit Direkteinspritzung und KERS auch. Der Hubraum und die Zylinderzahl sind zweitrangig. Vor allem: Die V8-Basis gibt es bereits. Man müsste sie nur aufrüsten.

Kosten werden auf Kunden umgelegt

Insbesondere Cosworth hat ein Interesse, dass alles beim Alten bleibt. Den Motorenbauern aus Northampton sind finanziell Grenzen gesetzt. Cosworth glaubt zwar, dass man mit 20 Millionen Euro einen Vierzylinder-Reihenmotor entwickeln könne, solange es strikte Grenzen für Drehzahl und Ladedruck gibt, doch auch diese Summe muss auf ihre Kunden umgelegt werden. Das geht nicht mehr mit einer Leasingrate von sechs Millionen Euro pro Jahr. Für finanziell schwache Teams wäre das keine gute Nachricht.

Bei einem Treffen von Mercedes, Renault, Ferrari und Cosworth nach dem GP Singapur war man übereingekommen, sich für den Verbleib des Achtzylinder-Motors stark zu machen. FIA-Präsident Jean Todt machte jedoch allen Beteiligten klar, dass kein Weg am 1,6 Liter Vierzylinder-Turbo vorbeiführt. Im Dezember soll das Motorenformat für 2013 endgültig verabschiedet werden.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden