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Formel 1-Motor für 2017

Ilmor bewirbt sich für Billig-Motor

Ilmor - Logo - Fabrik Brixworth Foto: Wilhelm 17 Bilder

Die Ausschreibung für den Billig-Motor, der ab 2017 als Alternative für die Hybridantriebe auf den Markt kommt, läuft noch bis zum 23. November. Einer der Kandidaten steht schon fest. Mario Illien bestätigte auf Anfrage von auto motor und sport, dass er sich beworben hat.

20.11.2015 Michael Schmidt

Der erste Schritt ist getan. Die FIA hat ihren Alternativ-Motor für die Formel 1 für Bewerber ausgeschrieben. Er soll interessierten Teams ab 2017 für einen Preis von sechs bis sieben Millionen Euro angeboten werden. Red Bull-Teamberater Helmut Marko bestätigte beim GP Brasilien: "Wir stehen hinter diesem Motor und werden ihn auch fahren. Er war die Bedingung dafür, dass wir in der Formel 1 geblieben sind."

Die Ausschreibung für den Billig-Motor endet am 23. November um 17 Uhr. Einer der Kandidaten steht bereits fest. Mario Illien erklärte gegenüber auto motor und sport: "Ilmor hat sich beworben." Seine Konkurrenten sind vermutlich Cosworth und Advanced Engine Research, kurz AER.

Eine Entscheidung der FIA wird für die nächste Weltratsitzung am 2. Dezember erwartet. Vorher muss die Alternative zum Hybrid-Antrieb noch durch die Strategiegruppe und die Formel 1-Kommission am 24. November.

Formel 1-Motor für 2017 mit 900 PS

Die FIA hat die Rahmenbedingungen für den Motor absichtlich weit gefasst, um möglichst viele Bewerbungen zu bekommen. So ist der Hubraum mit maximal 2,5 Liter angegeben, um nicht direkt Bezug auf den 2,2-Liter-V6-Turbo der IndyCar-Serie Bezug zu nehmen. AER hat einen 2,5 Liter-Motor im Programm.

Die Anzahl der Turbolader ist in der Ausschreibung noch offen. Einzige Forderung: Der Motor muss mehr als 870 PS leisten können und weniger als 135 Kilogramm wiegen. Es gibt keine Obergrenzen für die Drehzahl, die Durchflussmenge und die Lebensdauer der Motoren. KERS ist verboten.

Für Ilmor wäre es kein allzu großer Aufwand, den IndyCar-Motor so zu modifizieren, dass er in das Anforderungsprofil der FIA passt. Deshalb gilt die Motorenschmiede aus Brixworth auch als Favorit.

Der notwendige Umbau von Ethanol auf Benzin ist laut Illien keine Hexerei: "Das hat Einfluss auf das Klopfverhalten. Ethanol ist klopffester. Die Problemstellung wird aber dadurch vereinfacht, weil wir in der Formel 1 einen Ladeluftkühler benutzen dürften. In der IndyCar-Serie ist er verboten."

Etwas mehr Arbeit wäre es für Ilmor, die Kurbelwelle um 10 Millimeter tiefer zu legen. "Das bedeutet Änderungen beim Block, der Ölwanne und den Zylinderkopfdeckeln." Bei einem von der FIA avisierten Ladedruck von 1,5 bar rechnet Illien mit einer Leistung um die 900 PS. Das wäre fast 200 PS mehr als bei den IndyCar-Motoren in der Straßenkurs-Version. Auch hier sieht Illien keine unlösbare Aufgabe: "Bei den 500 Meilen-Rennen laufen die IndyCar-Motoren 3 Stunden ständig unter Volllast. Die Triebwerke sind Stress gewöhnt."

Renault erwägt Zusammenarbeit mit Ilmor

Zu dem Angebot von Renault, bei dem V6 Hybrid Hilfestellung zu leisten, hält sich Ilmor bedeckt. "Solange nichts entschieden ist, will ich darüber nicht reden." Motorsport.com hatte in einem Interview mit Renault-Sportchef Cyril Abiteboul berichtet, dass Renault darüber nachdenke, bei der Entwicklung des eigenen Motors Knowhow von Ilmor anzuzapfen.

Ilmor hatte im Sommer im Auftrag von Red Bull den Zylinderkopf modifiziert, um die Verbrennung zu verbessern und den Motor klopffester zu machen. Die Renault-Ingenieure zogen aber eine eigene Lösung vor.

Nachdem sich Renaults Ausbaustufe beim ersten Einsatz in Brasilien als Flop herausstellte, denkt nun das Management nach Aussagen von Abiteboul wieder darüber nach, die Ilmor-Lösung zu integrieren und unter Umständen mit der englischen Motorenschmiede im Bereich des Zylinderkopfes auch darüber hinaus zusammenzuarbeiten.

Abiteboul machte eine Entscheidung davon abhängig, ob Renault-Konzernchef Carlos Ghosn grünes Licht für ein weiteres Formel 1-Engagement gibt. Sollte es zu einer Entwicklungshilfe von Seiten Ilmors kommen, würde das alle Renault-Motoren betreffen, auch die von Lotus. Ein Alleingang von Red Bull ist gemäß des Reglements nicht möglich.

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