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Formel 1: Neue Aerodynamik für 2011

Aerodynamik soll weiter beschnitten werden

F1 Aerodynamik 2010 Foto: xpb 30 Bilder

Noch wird es nur in Kreisen der Technischen Aerbeitsgruppe diskutiert. Doch die Formel 1-Autos könnten sich im nächsten Jahr weit mehr ändern als im Diffusorbereich, wo das Verbot des Doppeldiffusors bereits beschlossene Sache ist. Auch KERS wird ein Comeback feiern.

22.05.2010 Michael Schmidt

Stichtag ist Ende Juni. Dann muss der FIA-Weltrat die neuen Technikregeln für 2011 absegnen. Alles, was danach passiert, braucht ein einstimmiges Votum. Und das ist bei den unterschiedlichen Interessen in der Formel 1 schwer zu bekommen. Deshalb folgt derzeit eine Konferenz der anderen.

Es geht um die Aerodynamik, KERS und die Reifen für 2011. Beschlossene Sache ist nur, dass der Doppeldiffusor verschwindet. Das Diffusordach soll auf 125 Millimeter beschränkt werden, also die Höhe, die ursprünglich von der Überholkommission für 2009 vorgesehen war, dann aber durch den Doppeldiffusor torpediert wurde.

Aerodynamik soll weiter beschnitten werden

Doch die Cheftechniker der großen Teams fordern eine weitere Abrüstung. Am Donnerstag dieser Woche wurden bei einem Treffen der Technikchefs Vorschläge erstellt, wie die Aerodynamik weiter beschnitten werden kann. Leitbleche vor den Seitenkästen und Strömungshilfen unter dem Chassis sollen gänzlich verschwinden. Die Spielmöglichkeiten bei den Frontflügelendplatten werden eingeschränkt. Möglicherweise wird der Frontflügel wieder etwas schmaler.

Der Verstellmechanismus am Frontflügel soll verschwinden. Er hat nicht das gebracht, was sich seine Erfinder erhofft haben. Dafür wird über verstellbare Heckflügel-Flaps diskutiert. Damit könnte der Luftwiderstand auf der Geraden reduziert werden, was einen höheren Topspeed von 10 km/h bedeuten würde. In Montreal wollen sich die Techniker erneut treffen, um zu einem Votum zu kommen. Die Zeit drängt, denn viele haben schon mit der Konstruktion der nächstjährigen Autos begonnen.

KERS wird zurückkommen

Bei KERS sind sich die Teams weiter uneinig. Einige wollen überhaupt keinen Hybridantrieb, andere planen bereits den nächsten Schritt. Verhindern kann man KERS nicht. Die Energierückgewinnung ist ab 2011 wieder erlaubt. Deshalb ist es wichtig eine Einigung zu erzielen, damit nicht wieder ein ungehemmtes Wettrüsten beginnt. Damit diese Überholhilfe nicht wirkungslos verpufft, gibt es einige interessante Ideen. So zum Beispiel die, dass der Fahrer den Wunsch nach mehr Leistung eine bestimmte Zeitspanne vor dem Abruf per Knopfdruck dem Steiergerät ankündigen muss. Da der Gegner nicht weiß, was der andere vorhat, könnte er nicht direkt reagieren.

In der Reifenfrage liegt Pirelli vorn

Bei der Reifenwahl scheint plötzlich Pirelli die besseren Karten zu haben. Offenbar haben die ursprünglich hohen Forderungen von Michelin den Franzosen keine Sympathiepunkte eingebracht. Ein mögliches Indiz, dass Pirelli das Rennen machen könnte, ist ein Treffen von Vertretern des italienischen Reifenkonzerns mit Bernie Ecclestone Anfang der Woche.

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