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Formel 1-Pannenstatistik

Entscheiden Fehler über den WM-Titel?

Sebastian Vettel Foto: xpb 36 Bilder

Drei der fünf Titelaspiranten gingen beim GP Belgien leer aus. Damit haben Lewis Hamilton und Mark Webber die besten Chancen. Sie liegen zwischen 31 und 41 Punkten vor Sebastian Vettel, Jenson Button und Fernando Alonso. Die Fehlerquote könnte über den WM-Titel entscheiden.

31.08.2010 Michael Schmidt

Beim GP Belgien sind Sieger Lewis Hamilton und sein Beschatter Mark Webber dem WM-Titel ein kleines Stück näher gekommen. Ihre Verfolger Sebastian Vettel, Fernando Alonso und Jenson Button schrieben Nuller. Vettel und Alonso müssen sich Fehler ankreiden, Button darf sich als Opfer sehen. Was ihm beim Punktestand aber auch nichts hilft. Dafür gibt es keinen Bonus.

Mark Webber mit drei groben Schnitzern

Ein Blick in die WM-Tabelle bringt aufschlussreiche Fakten auf den Tisch. Der vierfache Saisonsieger Mark Webber verzeichnete bei 13 Rennen nur eine Nullrunde, vier Resultate mit einem einstelligen Punktegewinn, dafür aber sieben Podestplätze. Der Crash in Valencia geht auf die Kappe des Australiers. In Melbourne und Shanghai verspielte er bessere Platzierungen durch Kollisionen und schlampiges Anfahren der Box beim Reifenwechsel. Also drei Schnitzer für den WM-Zweiten.

Von Defekten blieb er mehr verschont als sein Teamkollege. Ein Getriebewechsel in Montreal kostete fünf Startplätze, ein Problem mit der Ölversorgung in Hockenheim möglicherweise eine bessere Position im Rennen, der Kupplungsärger in Spa einige Positionen beim Start. Gegen Hamilton hätte Webber in Belgien aber auch dann verloren, wenn er den Spurt in die erste Kurve gewonnen hätte. Der McLaren hätte ihn spätestens auf der langen Bergaufgeraden geschnappt. Unter Idealbedingungen hätte der Australier jetzt 35 Punkte mehr auf dem Konto.

Lewis Hamilton mit kleiner Fehlerquote

Genauso könnte Lewis Hamilton rechnen. Der Weltmeister von 2008 hat zwei Mal null Punkte auf seinem Konto. Nur zwei Mal gab es weniger als zehn Punkte. Wie Webber stand er sieben Mal auf dem Podest. Die Ausfälle in Barcelona und Budapest hatten technische Ursachen. Den schlechten Startplatz in Melbourne, der schließlich in einem sechsten Platz resultierte, hat sich Hamilton zum Teil selbst zuzuschreiben. Dass ihn Webber von der Bahn schob, hat vielleicht einen dritten Platz gekostet.

Sonst muss sich der Engländer nichts vorwerfen. Hamiltons Ausrutscher in Spa blieb ohne Folgen. Genauso wie die Strafe für das Überholen des Safety-Cars in Valencia. Das ist das Glück des Tüchtigen, das auch Michael Schumacher in seinen Ferrari-Tagen oft hatte. Die geringe Fehlerquote lässt Hamilton zu Recht an der WM-Spitze stehen.

Jenson Button mit Abwartetaktik

Jenson Button ging zwei Mal leer aus und er hat drei Resultate außerhalb der Top Fünf. Auf der Habenseite stehen zwei Siege und fünf Podestplatzierungen. Im Rennen blieb der Titelverteidiger von kleinen Ausrutschern abgesehen bislang fehlerfrei. Vorzuwerfen ist ihm höchstens, dass er im Zweikampf nicht so konsequent vorgeht wie sein Teamkollege. Aber vielleicht hat Buttons Abwartetaktik auch den ein oder anderen Punkt gebracht, der sonst im Kiesbett versenkt worden wäre.

Der Ausfall in Monte Carlo war das Resultat der Vergesslichkeit eines Mechanikers, der die Kühlerabdeckung vor dem Start nicht abzog. Die Kollision in Spa ging von Vettel aus. Buttons Pannen passieren im Training. In Malaysia, England und Ungarn startete er außerhalb der Top Ten und bezahlte mit kleinen Punkten dafür. Maximal anrechenbarer Verlust: 30 Punkte.

Vettel bezahlt für Fehler und Technikpech

Sebastian Vettel fuhr bereits drei Mal mit leeren Händen heim. Zwei Mal gab es Punktediät, sechs Mal einen Podestplatz, darunter zwei Siege. Bei ihm gilt also mehr als für jeden anderen Hopp oder Top. Zwei der drei Nullrunden muss sich der Heppenheimer selbst ankreiden, auch wenn Mark Webber bei der Kollision in Istanbul eine Mitschuld trägt. Unter Teamkollegen muss man sich besser arrangieren. Den Fehler in der Safety-Car-Phase in Budapest bezahlte Vettel mit einem dritten Platz. Ein Sieg lag in Griffweite.

Die Karambolagen mit Webber und Button zeigen ganz klar, dass Vettel manchmal noch zu ungeduldig ist. Warten können ist auch eine Kunst. Da ist das Alter sicher von Vorteil. Auch Hamilton will oft noch zu viel zu früh, aber er kam in diesem Jahr bei seinen Feindberührungen mit Vettel in Valencia und Silverstone immer ungeschoren davon. Vettel hat da weniger Glück. Er bezahlte in Silverstone bitter dafür, dass ihm Hamilton den Hinterreifen aufschlitzte. Am Ende kam nur ein siebter Platz dabei heraus.

In Bahrain, Australien, Spanien und Kanada spielte die Technik dem WM-Dritten einen Streich. Und wer weiß, wo Vettel in Hockenheim gelandet wäre, wäre nicht die Kupplung verschmutzt gewesen, was den Ferrari-Piloten beim Start die Möglichkeit gab, ihn zu überholen. Selbst bei vorsichtiger Rechnung blieben da mindestens 100 Zähler auf der Strecke. Dass Vettel bei derart viel Pleiten, Pech und Pannen nur 31 Punkte Rückstand auf Hamilton hat, ist fast schon ein Wunder. Es zeigt aber auch, dass die Titelchancen noch intakt sind, wenn die letzten sechs Rennen nach Plan verlaufen.

Alonso mit ungewöhnlich hoher Fehlerquote

Vettels Ausrutscher mag man noch mit Unerfahrenheit entschuldigen, die von Fernando Alonso sind unverständlich. Der zweifache Ex-Weltmeister hat wie Vettel drei Nullrunden zu verzeichen, dazu noch drei Resultate mit weniger als zehn Punkten. Dazu kommen jede Menge Schnitzer, die man von einem Mann seiner Klasse nicht erwartet. Nur für den Motorschaden in Malaysia kann Alonso nichts. Dafür muss er die Verantwortung für den Frühstart in Shanghai, für den Trainingscrash in Monte Carlo, das Abkürzen der Strecke mit anschließender Durchfahrtstrafe in Silverstone und den Unfall in Spa übernehmen.

Bei der Startkollision in Melbourne war Alonso Opfer. Button hatte ihn angeschoben. In Montreal kosteten ihn zwei Hinterbänkler den Sieg, weil sie nicht in den Rückspiegel schauten. In Valencia war der Spanier in der Safety-Car-Phase zur falschen Zeit am falschen Ort. Also Pech. Alles zusammen hat mindestens 50 Punkte gekostet.

Wer macht die wenigsten Fehler im Finale?

Die Analyse der fünf WM-Kandidaten zeigt ganz klar, dass Hamilton und Webber die Saison mit den wenigsten Pannen und Fehlern absolviert haben. Das Gegenteil sind Vettel und Alonso. Button hängt mittendrin. Dem Engländer fehlt seit dem GP England der Speed. Somit könnte es bei den letzten sechs Rennen um die gleiche Frage wie bei den ersten 13 gehen: Wer macht die wenigsten Fehler? Welchem Team unterlaufen die wenigsten Pannen?

Fernando Alonso glaubt nicht, dass die Fehlerquote den Titelkampf entscheidet: "Es kommt darauf an, welche Rennstrecke welchem Auto passt und für wen das Restprogramm am besten ist." Das wäre mit Ausnahme von Monza Red Bull. Mark Webber bringt den Faktor Schicksal ins Spiel: "Wer immer die WM gewinnen will, braucht auch die nötige Portion Glück. Und nicht nur das Glück, für das du selbst verantwortlich bist." Der Australier bringt den Schlüssel zum Titel auf den Punkt: "Wenn du Hamilton schlägst, dann bist du gut dabei."

FahrerHamiltonWebberVettelButtonAlonso
Punkte182179151147141
Siege34222
Podestplätze77655
Platz 6-1024233
Nullrunden21323
Fehler im Rennen13302
Fehler im Training11032
Technische Probleme22511
Verschuldete Unfälle02202
Unverschuldete Unfälle10112
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