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Formel 1-Piratenserie

Schlecht für das Geschäft, gut für die Fahrer

GP England 2009 Foto: dpa 26 Bilder

Im Fahrerlager von Silverstone rumort es. 1950 fand der erste Grand Prix auf dem englischen Flugplatzkurs statt. Wird die Formel 1 jetzt am gleichen Ort begraben? Die Meinungen über die geplante Piratenserie gehen weit auseinander.

19.06.2009 Michael Schmidt

Die Kriegserklärung der FOTA an den Weltverband schlägt große Wellen. Die FOTA-Teams haben sich allerdings zum Schweigen verpflichtet. Auch von der FIA wird es bis zu einer Serie von Pressekonferenzen am Nachmittag keine weiteren Statements geben. Doch hinter vorgehaltener Hand reden sich die Streitparteien die Köpfe heiß. Innerhalb der FOTA sind die Meinungen gespalten, wie der Krieg ausgeht.

Ross Brawn und Norbert Haug wollen die Möglichkeit einer Einigung in letzter Sekunde nicht ganz ausschließen. Auch Red Bull-Teamchef Christian Horner hofft, dass sich vielleicht doch noch die Vernunft durchsetzt: "Jetzt liegt der Ball bei Bernie Ecclestone. Vielleicht kann er noch die Situation retten."

Misstrauensvotum gegen Mosley

Die Hardliner glauben, dass die Entscheidung erst am nächsten Mittwoch fällt, wenn im Rahmen einer FIA-Weltratsitzung ein Misstrauensvotum gegen Max Mosley gestellt werden soll. "Ohne Mosley wäre vieles einfacher", sagte einer der Teamchefs. "Unsere Konzepte liegen gar nicht weit auseinander. Es geht hier nur um die Frage des Vertrauens. Wir sind jahrelang von Mosley und Ecclestone ausgetrickst worden. Das muss ein Ende haben."

Aus der Ecke von Ferrari heißt es: "Wir können uns nicht mehr alles gefallen lassen. Unser Kompromissvorschlag war wirklich akzeptabel. Aber Mosley spielt wieder auf Zeit, will uns erst unterschreiben lassen, und dann weiter verhandeln."

Formel 1-Investoren befürchten Verluste

Für das Geschäft sind zwei Rennserien eine Bankrotterklärung. Bernie Ecclestone und die Inhaber der kommerziellen Rechte (CVC) sitzen in der Klemme. Sie müssen die Formel 1, die sie vor dreieinhalb Jahren auf Pump gekauft haben, weiterhin finanzieren. Demnächst soll eine Umschuldung stattfinden. Eine Formel 1 light mit Namenlosen wird sich den Banken schlecht verkaufen lassen. Die FOTA-Teams wollen in ihrer eigenen Serie mit CVC nichts zu tun haben. "Sie haben bis jetzt die Formel 1 immer nur ausgesaugt und nichts in das Marketing der Meisterschaft investiert", heißt es.

Jetzt kommen auch alte Streitpunkte wieder hoch. Ecclestone schuldet BMW, McLaren-Mercedes, Renault, Toyota und Brawn GP noch Geld. Der Formel 1-Chef hält rund 35 Millionen Dollar pro Team zurück, weil diese eine 2007 ausgelaufene Absichtserklärung, bis 2012 der Formel 1 treu zu bleiben, nicht ratifiziert haben. "Wir sehen Willkür auf der sportlichen und der finanziellen Seite", heißt es aus FOTA-Kreisen.

Keine Sponsoren für neue F1-Teams

Die FOTA fühlt sich auch deshalb stark, weil die von der FIA angekündigten neuen Teams angeblich gar nicht mehr hinter der FIA stehen. USF1 fürchtet, dass man keine Sponsoren findet, wenn man gegen Namenslose statt gegen Ferrari, Mercedes oder BMW fährt. Prodrive hat immer noch im Hinterkopf, wie der Verband den geplanten Einstieg Ende 2007 verhindert hat. Die FIA verweigerte damals die Zusage, dass Prodrive mit Kundenautos von McLaren antritt. Einige der vorläufig auf die Warteliste gesetzten Neubewerber sollen sauer auf die FIA sein, weil sie sich verschaukelt fühlen.

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