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Formel 1-Platz 2010 für Sauber: BMW-Nachfolger muss auf FIA-Lösung warten

Best of F1 2009

Toyota ist zurückgetreten. Eigentlich wäre der 13. Platz im Formel 1-Feld 2010 frei und BMW-Nachfolger Sauber könnte wie geplant aufrücken. Trotzdem wird es mindestens noch eine Woche dauern, bis der Schweizer Rennstall aufatmen kann.

Offiziell will keiner etwas sagen. Sauber nicht, BMW nicht, und auch die FIA hält sich bedeckt. Bei der Frage, warum der Sauber-Rennstall aus Hinwil immer noch auf die Zuteilung des 13. Startplatzes für die nächstjährige Saison warten muss, stößt man bei allen Beteiligten auf vorsichtige Antworten. Weil der Prozess nicht so einfach ist wie er aussieht.

Deshalb muss Sauber mindestens noch eine Woche zittern. Bevor die BMW-Erben den Platz von Toyota übernehmen, muss Toyota erst einmal offiziell aus der Liste verschwinden. Mit einer einfachen Rücktrittserklärung ist es nicht getan. Toyota hat sich im Concorde Abkommen vertraglich verpflichtet, bis 2012 anzutreten. Bei Vertragsbruch werden Strafen fällig.

Maßvolle Strafe für Toyota

Über die Höhe dieser Strafe wird derzeit diskutiert. Sie muss hoch genug ausfallen, um andere abzuschrecken, das gleiche zu tun oder sich in Zukunft einfach auf Verdacht einzuschreiben, in der Hoffnung mit einem blauen Auge davonzukommen, wenn man vor Vertragsablauf die Lust an der Formel 1 verliert. Auf der anderen Seite will man die Japaner nicht so verärgern, dass man sie auf immer und ewig von der Motorsportbühne vertreibt.

Auf alle Fälle will die FIA einen Gang vor Gericht verhindern. Die Formel 1 hatte zuletzt genug schlechte Nachrichten zu verkraften, da will der neue Präsident Jean Todt so kurz nach seinem Amtsauftritt nicht gleich ein neues Fass aufmachen. Erst wenn man sich mit Toyota auf die Entschädigung geeinigt hat, kann der Antrag von Sauber auf einen Startplatz behandelt werden.

Noch immer Zweifel an Qadbak

Trotz aller Beteuerungen von BMW und Sauber, dass hinter dem Kaufinteressenten Qadbak seriöse Geldgeber stecken, ist der Weltverband nervös. Man kann und will sich keine neue Pleite leisten, indem man die Katze im Sack kauft. Es gibt immer noch genügend Zweifler in der Szene, die erst an Qadbak glauben, wenn die tatsächlich Geld bei BMW abgeliefert haben.

Die Gegenseite beteuert, dass Qadbak von Anwaltskanzleien von BMW und der Rothschild-Bank durchleuchtet und für seriös befunden worden sei. Außerdem gebe es rechtlich verbindliche Zusagen, dass Geld fließt, sobald die Frage nach dem Startplatz geklärt ist.

Suche nach einer sicheren Lösung

Gewisse Kreise bei der FIA würden es offenbar lieber sehen, wenn Qadbak die Kaufsumme als Beweis auf ein Sperrkonto überweist. Das wäre für alle Beteiligten eine sichere Lösung. Der Verband hätte den Beweis, dass Qadbak keine Luftnummer ist, und Qadbak könnte das Geld jederzeit wieder einziehen, wenn die FIA das Team nicht einschreibt.

Deshalb wird hinter den Kulissen an einer kugelsicheren Lösung gearbeitet. Einer, die im Nachhinein keine juristischen Probleme aufwirft. Weder bei der Verabschiedung von Toyota, noch bei der Aufnahme von Sauber in das Starterfeld. Bis diese Lösung auf dem Tisch liegt, muss sich Hinwil noch gedulden.

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Michael Schmidt

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