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Formel 1-Punktesystem

Altes Punktesystem: Hamilton vor Webber

Lewis Hamilton Foto: xpb 23 Bilder

Nach zwölf Grand Prix liegen fünf Fahrer innerhalb von 20 WM-Punkten. Die Differenz zwischen Mark Webber und Fernando Alonso beträgt weniger als einen Sieg. Die Rechnung nach dem alten Punkteschema zeigt: Es wäre genauso spannend.

18.08.2010 Michael Schmidt

Nach zwölf von 19 Rennen bahnt sich ein Fünfkampf um die Formel 1-Krone an. Mark Webber führt das Klassement mit 161 Punkten an, gefolgt von Lewis Hamilton (157), Sebastian Vettel (151), Jenson Button (147) und Fernando Alonso (141). 20 Zähler Differenz zwischen Platz eins und Platz fünf, das ist nicht einmal der Gegenwert eines GP-Sieges. Viel spricht dafür, dass die fünf Fahrer auch bis zum Saisonende so eng zusammenliegen werden.

Webber profitiert von neuem System

Und schon jubeln die Erfinder des neuen Punkteschemas, dass sich die Reform ausgezahlt hat. Wer nachrechnet kommt darauf, dass die WM auch mit dem alten Format eine enge Kiste gewesen wäre. Irgendwie auch logisch, denn man hat die Punkte von früher einfach mit dem Faktor 2,5 multipliziert. Gewinner sind nur die Fahrer, die auf den Plätzen neun und zehn landen. Die wären früher leer ausgegangen. Der einzige aus der Spitzengruppe, der von diesen Extrapunkten profitiert, ist Mark Webber. Der Australier bekam zwei Zähler für seinen neunten Platz beim GP Australien.
 
Bei der Zählweise 10-8-6-5-4-3-2-1 lägen die fünf WM-Kandidaten innerhalb von acht Punkten. Das ist exakt ein zweiter Platz nach dem alten System. Die WM-Tabelle würde allerdings nicht Webber anführen, sondern Lewis Hamilton. Der Engländer hätte 65, Webber nur 63 Punkte. Vettel (61), Button (59) und Alonso (57) hätten Tuchfühlung.

Siege zählen mehr

Das einzige Verdienst des neuen Formats ist, dass die Punkteinflation der Saison 2010 den Sieger besser belohnt. Webber hat vier, Hamilton nur zwei Siege, liegt also zu Recht in Führung.
 
Für Michael Schumacher hat sich der Wechsel auf ein neues Punkteformat gelohnt. Nach dem alten Schema stünde er mit 13 Punkten ziemlich ärmlich da. Er wäre bei seinen neunten und zehnten Plätzen in Australien, Shanghai, Silverstone und Hockenheim nämlich leer ausgegangen.
 
Bei den Teams würden sich Red Bull und McLaren mit je 124 Punkten ein echtes Kopf-an Kopfrennen liefern. Ferrari hätte noch 28 Zähler aufzuholen. Aktuell sind es 74. Also da wie dort fast drei Siege. Williams hätte Force India bereits eingeholt, und Renault läge nur acht Punkte hinter MercedesGP.

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