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Formel 1-Hintergrund: Das Rätsel der schnellsten Runde

Fernando Alonsos schnellste Rennrunde lag 4,1 Sekunden über der Pole Position-Zeit von Sebastian Vettel. Das war 1993, dem letzten Jahr ohne Tankstopps nicht anders. Es gibt Gründe dafür, warum die Rennen soviel langsamer geworden sind als das Training.

Die Fahrer klagen. Es geht ihnen nicht schnell genug. Vor allem, wenn mit vollen Tanks gefahren wird. Rundenzeiten von 2.02 Minuten, wie in der Anfangsphase des GP Bahrain sind für die Formel 1-Stars so aufregend wie ein Autokorso. "Da rauche ich ja eine Zigarre nebenher", spottet Sebastian Vettel. Der Red Bull-Pilot markierte im zweiten Qualifikationsabschnitt mit 1.53,883 Minuten die schnellste Runde des Wochenendes. Und er markierte mit einer Zeit von 1.54,101 Minuten im Top Ten-Finale die Pole Position.

Die Zeiten im Rennen waren langsamer als in der Qualifikation

Im Rennen nahmen es die Fahrer gemütlicher. Fernando Alonso fuhr in Runde 45 die schnellste Zeit. Mit 1.58,287 Minuten lag sie 4,186 Sekunden über Vettels Trainingsbestzeit. Ungewöhnlich viel, wunderten sich selbst Experten in Bahrain. Sie sollten die Uhr ins Jahr 1993 zurückdrehen, in eine Zeit, in der es ebenfalls keine Tankstopps gab. Nehmen wir Suzuka, eine ähnlich lange Strecke wie Bahrain. Alain Prost stand mit 1.37,154 Minuten auf der Pole Position. Der Franzose drehte mit 1.41,176 Minuten auch die schnellste Runde. Unterschied: Vier Sekunden.
 
Man muss schon bis in die 70er Jahre zurückblättern, um auf geringere Unterschiede zwischen Training und Rennen zu kommen. Beispiel GP Österreich 1979: René Arnoux fegte mit seinem Renault in 1.34,07 Minuten um den 5,942 Kilometer langen Österreichring. Die schnellste Rennrunde lag mit 1.35,77 Minuten nur 1,7 Sekunden darüber. Woher kommen die Diskrepanzen zwischen der grauen Vorzeit, 1993 und heute?

Die Erklärung liegt in den Reifen

Dass bei einem Rennformat ohne Tankstopps im Training schneller gefahren wird als im Rennen (mit wenigen Ausnahmen) ist logisch. Die schnellsten Runden im Training werden mit fünf Kilogramm Sprit im Tank und frischen Reifen erzielt. In Bahrain wählten neun der zehn Schnellsten die weiche Reifenmischung, die um 0,3 Sekunden schneller war als die harte. Die musste auch zu Beginn des Rennens gefahren werden, also zu einem Zeitpunkt, als die Autos noch vollgetankt waren. Da hat schon das Gewicht schnelle Rundenzeiten verhindert. In der zweiten Rennhälfte waren die Besten mit den harten Reifen unterwegs. Doch die hatten bereits 30 Runden auf der Lauffläche, als genügend Sprit verbrannt war, so dass die Autos das Kampfgewicht hatten wie in der Qualifikation. Das allein aber erklärt noch nicht die eklatanten Zeitunterschiede.
 
Warum war es 1979 anders? In einer Zeit, in der die Autos noch nicht so perfekt waren wie heute und am Ende der Renndistanz wie auf rohen Eiern gefahren werden mussten, damit sie überhaupt die Zielflagge sehen. Der Grund liegt in den Reifen. Sie wurden mit den Jahren immer schlechter. Schlechter im Sinne der Haltbarkeit. Mit Einführung der Reifenwechsel haben die Reifenhersteller Gummimischungen entwickelt, die nur für 20 Runden ausreichend Klebstoff entwickelten. In den 70er Jahren ist man ein Rennen mit einem Reifensatz durchgefahren. Die 2010er Reifen sind besonders schlecht, weil Bridgestone aus Kostengründen die Konstruktion geändert hat. Das erklärt nicht nur den starken Gripabfall über eine längere Distanz, sondern auch die Probleme mit dem Überhitzen. Wer in Bahrain nur einmal zu aggressiv aus den langsamen Kurven heraus beschleunigt hat, bekam sofort Ärger mit den Hinterreifen. Sie wurden zu heiß und lieferten erst nach einer Abkühlphase von einer Runde wieder die gewünschte Haftung. Mit unterschiedlichem Ausmaß von Fahrzeug zu Fahrzeug.
 
Das erklärt nicht nur die großen Zeitunterschiede in der letzten K.O.-Runde der Qualifikation, sondern auch den Umstand, warum sich nur Felipe Massa im Vergleich zur zweiten Qualifikationsrunde verbessern konnte. "Im letzten Abschnitt wurde aggressiver gefahren", erklärt Ross Brawn. "Dabei haben die meisten ihre Hinterreifen überfordert." Nico Rosberg ergänzt: "Es kam darauf an, wo in der Runde das passiert ist. Je früher, umso schlechter, weil man dafür den Rest der Runde bezahlen musste. Das war der Grund für die großen Zeitabstände."

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