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Formel 1-Regeln 2010

Die neuen Formel 1-Regeln im Überblick

Formel 1 Boxenstopp Foto: xpb.cc 44 Bilder

Wichtig für ernsthafte Formel 1-Fans: Auch in diesem Jahr ändern sich wieder maßgebliche Eckpunkte wie zum Beispiel die Tankregelung im Reglement. Wir bringen Licht ins Dunkel und sagen Ihnen, was sich in dieser Saison ändert.

11.03.2010 Michael Schmidt

Keine Tankstopps
- Tanken während des Rennens ist verboten. Die Tankkapazität steigt von 130 bis 140 Liter Volumen auf 220 bis 230 Liter Fassungsvermögen. Die Autos sind beim Start rund 785 Kilogramm schwer.

Tankverbot Formel 1 3:44 Min.

- Der Tank wächst in die Länge. Die Breite ist auf 800 Millimeter limitiert, gegen höhere Tanks spricht der Wunsch nach einem niedrigen Schwerpunkt. Kein Teil des Tanks darf vor der Cockpitrückwand liegen. Die Radstände wachsen um 100 bis 200 Millimeter.
 
- Der Weg der Luft vom Front- zum Heckflügel, von der Vorderkante Unterboden bis zum Diffusor verlängert sich. Damit bremst sich die Strömung wegen der vergrößerten Reibungsfläche eher ab. Um das zu kompensieren, wurde in den Heckflügel und den Diffusor viel Arbeit investiert.
 
- Die mechanische Belastung für die Bremsen und die Aufhängungselemente wächst wegen des höheren Startgewichts um bis zu 30 Prozent. Nach einem Einspruch von Williams bleibt die Scheibendicke bei 28 Millimetern. Experten erwarten in Bahrain, Melbourne, Montreal, Monza und Singapur Probleme mit dem Scheibenverschleiß. Größere Belüftungsschächte helfen nur bedingt. Auf manchen Strecken sind die Geraden zwischen den Bremspunkten zu kurz, um die Hitze von den Scheiben abzuleiten.
 
- Die Fahrer müssen sich für zwei unterschiedliche Disziplinen vorbereiten. In der Qualifikation sind fünf Kilogramm Sprit an Bord, beim Start 165. "Ein Unterschied wie Tag und Nacht", bestätigt Rubens Barrichello.
 
- Wegen des hohen Startgewichts verlangt die FIA einen neuen Crashtest, bei dem das Monocoque mit vollem Tank ohne Nase gegen eine Wand gefahren wird.
 
Punktesystem
- Das Punktesystem wird erstmals seit 2003 geändert. Die ersten zehn Fahrer bekommen Punkte. Das Schema weicht von den seit 1950 verwendeten Formaten ab: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1.
 
Reifen
- Die Breite der Vorderreifen schrumpft von 270 auf 245 Millimeter.
 
- Die Gewichtsverteilung verschiebt sich um ein bis zwei Prozent nach hinten, weil die 325 Millimeter breiten Hinterreifen im Vergleich zu ihren Anforderungen den vorderen Walzen leicht überlegen sind. Auch die Aero-Balance wandert nach hinten.
 
- Die Aerodynamiker bekommen an der Innenseite der Vorderräder jeweils 25 Millimeter mehr Platz für die Strömung. Das hat noch innovativere Bremsbelüftungen zur Folge. Man erkennt viele Finnen um die Belüftungsschächte herum, um die Strömung zu beeinflussen.
 
Radabdeckungen
- Die Radabdeckungen vorne und hinten sind verboten. Das spart den Teams viel Geld, denn es wurde viel Zeit für die aufwendigen Formen im Windkanal gebraucht. Allerdings verschlechtert sich die Strömung um die Räder herum. Das kann bis zu einem halben Prozent der aerodynamischen Effizienz kosten.
 
- Die Teams mussten neue Radmuttern konstruieren. Es gibt keinen Sicherungsstift mehr. Der Sicherungsmechanismus ist jetzt in die Schlagschrauber integriert.
 
Mindestgewicht
- Das Mindestgewicht ändert sich zum ersten Mal seit 1995 wieder. Es steigt von 605 auf 620 Kilogramm. Die Ingenieure nehmen das Geschenk dankend an. Die längeren Chassis wiegen bis zu zehn Kilogramm mehr.

Material
- Radträger aus faserverstärkten Metallen (MMC) sind verboten.
 
Chassis
- Der Querschnitt der Chassisröhre wird eckiger. Extremlösungen wie beim Red Bull RB5 sind verboten. Bei der Höhenvorschrift müssen die geforderten 275 Millimeter in gerader Linie eingehalten werden. Erst dann darf die Karbonröhre unten spitz zulaufen.
 
Motor
- Nach einem Veto von Cosworth bleibt alles beim Alten. Der Plan der Hersteller, die Anzahl der Motoren von acht auf fünf pro Fahrer zu beschränken, wurde um ein Jahr verschoben. Weil es zwei Rennen mehr gibt als 2009, muss jeder Motor 175 Kilometer länger halten, also jetzt 1.800 Kilometer.
 
Felgen
- Das Aufheizen der Felgen von innen ist verboten.
 
Anzahl Reifen
- Den Fahrern stehen von Freitag bis Sonntag nur noch elf statt 14 Satz Trockenreifen zur Verfügung, sechs der harten und fünf der weichen Mischung. Drei Satz Reifen müssen am Freitagabend zurückgegeben werden, davon einer (hart) bereits nach der Vormittagssitzung. Das spart Bridgestone 5.928 Reifen im Jahr. Die Verbeugung vor den Japanern ist mit der Hoffnung verbunden, dass Bridgestone seinen geplanten Ausstieg am Ende der Saison wenigstens um ein Jahr aufschiebt.
 
Qualifikation
- Bei 24 Fahrzeugen am Start scheiden nach den ersten 20 Minuten die langsamsten sieben Fahrer aus. In der zweiten K.O.-Runde, die 15 Minuten dauert, fallen wieder sieben Fahrer durch den Rost. Neu ist, dass beim Top-Ten-Finale über zehn Minuten mit minimaler Spritmenge gefahren wird. Die schnellsten zehn Fahrer der Startaufstellung müssen das Rennen mit dem Satz Reifen beginnen, auf dem sie ihre schnellste Runde gedreht haben.
 
Kosten
- Motor: maximal neun Millionen Euro
- Einkauf-Teile: maximal 40 Millionen Euro
- Windkanal: maximal ein Windkanal, 60 Stunden pro Woche, maximale Modellgröße 60 Prozent, maximaler Windspeed 50 m/s
- Computer: maximal 40 Terraflops (Gleitkommaoperationen pro Sekunde) im Austausch mit Windkanalstunden; zum Beispiel: 60 Stunden Windkanal, 0 Terraflops 0 Stunden Windkanal, 40 Terraflops 30 Stunden Windkanal, 20 Terraflops.
- Windkanal-Testtage 1:1-Modell: im Tausch gegen einen Aero-Testtag.
- Aero-Testtage: vier im Austausch mit Windkanaltests mit dem Originalauto.
- Mitarbeiter: ab 31.12.2010 maximal 350 Mitarbeiter (ausgenommen Buchhaltung, Personalabteilung, Marketing, Presse, Reinigung).
 
Strafen
- Wird eine Strafe in den letzten fünf Runden des Rennens ausgesprochen, muss sie der Pilot nicht mehr in der Box absitzen. Bislang wurden seiner Rennzeit 25 Sekunden angerechnet. Jetzt wird differenziert. Eine Durchfahrtsstrafe bedeutet plus 20, eine Stop-and-Go-Strafe plus 30 Sekunden.
 
Testtage
- Jedes Team erhält 15 Tage à ein Auto vor der Saison und drei Tage à ein Auto nach der Saison, die aber ausschließlich für Piloten reserviert sind, die noch keinen Grand Prix bestritten haben. Sollte während der Saison ein Fahrer ausgewechselt werden und der Ersatz in den letzten zwei Jahren kein Formel 1-Rennen bestritten haben, dann bekommt der Reservepilot einen Extra-Testtag auf einer Strecke zugesprochen, auf der kein Grand Prix stattfindet.
 
Safety-Car
Wenn das Safety-Car in die Boxengasse ausschert, muss der Führende nicht mehr bis zur Linie der Zeitnahme warten, bis er das Schrittmacherfahrzeug überholen darf. Jetzt darf er bereits an der Eingangslinie zur Boxengasse, der so genannten Safety-Car 1-Linie, Vollgas geben. Man verspricht sich dadurch mehr Überholmanöver beim Re-Start.

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