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Formel 1-Reifen der Zukunft

Pirelli sogar mit 19 statt 18 Zoll?

Lotus - Pirelli 18 Zoll - F1-Test Silverstone 2014 Foto: Pirelli 28 Bilder

Der Test mit den 18 Zoll großen Pirelli-Reifen in Silverstone hat für viele Schlagzeilen gesorgt. In Hockenheim spricht Pirelli-Sportchef Paul Hembery über die Pläne in Sachen Gummis und warum vielleicht sogar noch größere Reifen ins Spiel kommen.

18.07.2014 Tobias Grüner

Die Formel 1-Reifen werden wohl größer. Die Frage ist nur wann und wie viel größer. Der erste Test in Silverstone hat für große Begeisterung bei den Fans gesorgt. "Wir haben viele Ergebnisse von Umfragen bekommen. Die lagen alle zwischen 70 und 80 Prozent Zustimmung für die 18 Zoll-Reifen", freute sich Pirelli-Sportchef Paul Hembery.

Auch von den Medienvertetern kamen laut dem Briten viele zustimmende Kommentare. Mit so einem positiven Feedback hatte man beim Gummilieferanten aus Mailand nicht gerechnet. Selbst Hembery war zunächst nicht ganz überzeugt. "Ich wusste vorher auch nicht, ob es mir gefallen würde, muss ich zugeben. Aber es sah wirklich gut aus. Nach so vielen Jahren mit den aktuellen 13 Zoll-Felgen war es nicht so ein Schock wie befürchtet.

Formel 1-Verantwortliche äußern sich noch nicht

Von den Verantwortlichen der Formel 1 und der Teams gab es bisher noch wenig Feedback. "Wenn sie es wollen, dann werden wir Fotos und Videos für das nächste Treffen der F1-Kommission zusammenstellen. Dann können sie es sich noch einmal anschauen. Wir könnten es innerhalb von 2 Jahren bis 2016 hinbekommen. Aber realistisch ist eher 2017."

Ferrari-Technikchef James Allison äußerte Bedenken, dass Pirelli nicht schnell genug brauchbare Windkanalreifen bereitstellen kann. Dem widersprach Hembery: "Am schwersten ist es herauszufinden, wie man die Ergebnisse vom Rollenprüfstand auf die Straße übersetzt. Das haben wir jetzt geschafft. Wir haben die passenden Modelle. Dadurch sind 18 Zoll-Reifen machbar. Es gibt natürlich etwas andere Herausforderungen. Die Reifenflanken sind steifer. Aber unsere bisherigen Erfahrungen werden den Lernprozess beschleunigen."

Ein richtiger Test war die Silverstone-Premiere übrigens nicht. Bei den Gummis für den Showrun handelte es sich lediglich um Demonstrationsreifen. "Das Wichtigste für uns war, dass nicht einfach nur darüber gesprochen wird, sondern dass man etwas sehen kann. Wir wussten, dass sofort die ganze Aerodynamik gestört wird, wenn man Reifen einer anderen Größe aufschraubt." Große Erkenntnisse über das Fahrverhalten habe man noch nicht sammeln können.

Werden die Autos langsamer durch größere Reifen?

Ob größere Reifen ein Formel 1-Auto schneller oder langsamer machen, konnte Hembery auch noch nicht sagen. "Von der Auflagefläche ist es ziemlich ähnlich zu dem, was wir jetzt haben. Die höhere Steifigkeit ist ein größeres Thema, das beim Bremsen und Beschleunigen wichtig ist. Aber es ist noch zu früh darüber zu sprechen. Man verliert sicher in einigen Bereichen, dafür gewinnt man in anderen."

Fahrer und Techniker betreten mit der Änderung allerdings Neuland. Auch Pirelli gibt zu, dass die Umstellung nicht einfach wird. "Solch große Reifen reagieren deutlich sensibler auf Sturzänderungen. Der Reifendruck ändert sich deutlich schneller. In Europa haben die meisten Autos mittlerweile automatische Reifendruck-Überwachungssysteme. Vielleicht kann man dieses wichtige Sicherheitsthema damit noch weiter in die Öffentlichkeit tragen."

19 Zoll Formel 1-Reifen wahrscheinlicher als 18 Zoll

Wenn sich die Verantwortlichen dafür entscheiden, dass die Reifen größer werden, wird es wohl nicht bei 18 Zoll bleiben. Wie Hembery verriet, will man noch höher hinaus: "18 Zoll ist mittlerweile fast üblich auf Rennstrecken weltweit. Das ist nicht besonders innovativ – höchstens für Formel 1-Verhältnisse. Wir würden eher 19 Zoll vorschlagen, um uns von der großen Masse an anderen Rennserien abzugrenzen."

Es gibt noch einen zweiten Grund für den Sprung auf die nächsthöhere Größe: "In Sachen Hochleistungsreifen für die Straße machen wir aktuell das meiste Geschäft im Bereich von 19 und 20 Zoll. Aber die Formel 1-Techniker würden wohl sterben, wenn wir mit 20 Zoll ankommen", scherzt der Pirelli-Papst.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Bilder vom Test in Silverstone.

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