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Formel 1-Reifen

Pirelli geht auf Nummer sicher

F1 Test 2011 Jerez Foto: xpb 101 Bilder

Die Pirelli-Reifen könnten das Thema der Formel 1-Saison werden. Kaum einer der Fahrer kann sich nach dem Test in Jerez vorstellen, mehr als 15 Runden am Stück mit einem Satz zu fahren. Pirelli geht deshalb bei den ersten vier Rennen auf Nummer sicher.

13.02.2011 Michael Schmidt

Pirelli hat die Notbremse gezogen. Die Reifenoptionen für Bahrain, Australien, Malaysia und China stehen seit den Testresultaten von Jerez fest. Bei den ersten vier Grand Prix werden die Mischungen "hart" und "soft" zum Einsatz kommen. Damit geht Pirelli auf Nummer sicher. Denn nach den Testfahrten von Jerez traut man einem Reifensatz kaum mehr als 15 Runden am Stück zu. Der weichsten Spielart "supersoft" schon gar nicht. "Der schafft nicht mal das", unken die Piloten.

Pirelli-Reifen ganz anders als Bridgestone

Die Fahrer müssen umdenken. Die Pirelli-Reifen haben nichts mit ihren Vorgängern zu tun. Sie heizen sich schneller auf, sie bauen schneller ab, sie haben eine andere Seitenstabilität, und ab einem bestimmten Punkt geht der Grip komplett verloren. Zwischen "supersoft" und "hart" liegen je nach Strecke fast zwei Sekunden in der ersten Runde.

Genauso groß sind die Unterschiede auf die Distanz. "Der supersoft baut schon in der ersten Kurve der zweiten Runde spürbar ab", berichtet Timo Glock. Der Reifentyp "medium" verliert nach der ersten Runde eine Sekunde, dann noch mal eine, bleibt aber dann zehn Runden lang konstant. Bis irgendwann gar nichts mehr geht. "Dann musst du zum Reifenwechsel an die Box. Wenn du weiterfährst, würdest du zu viel Zeit verlieren", erzählt Sebastian Vettel.

Unfallgefahr durch neue Reifen?

Rubens Barrichello gilt mit seinen 304 Grand Prix als Reifenexperte. Doch der Brasilianer ist verwirrt: "Ich muss meine Sensoren neu justieren. Ein frischer Reifensatz fühlt sich nicht mehr wie ein frischer Reifensatz an, obwohl er mehr Grip als ein gebrauchter hat. Beim Bremsen fehlt mir noch das Gefühl, ob der Bremsweg reicht. Und in den schnellen Kurven, verliert der Hinterreifen ohne Ankündigung seine Haftung, wenn man es übertreibt. Plötzlich überholt dich das Heck. Das kann unerfahrenen Piloten Probleme bereiten."

Die Unfälle von Pastor Maldonado und Sergio Perez vom Freitag geben Barrichello Recht. Beide Formel 1-Debütanten sind abgeflogen, weil sie durch ein abruptes Übersteuern überrascht wurden. Selbst Rekordweltmeister Michael Schumacher bestätigte das nach dem Test in Valencia. "Ich bin ziemlich viel gerutscht und hatte ein paar heikle Momente." Heikki Kovalainen räumt ein: "Das ist besonders in Kurven unangenehm, die fast voll gehen. Wie Kurve 4 in Jerez. Da fährt immer die Sorge mit, dass dir das Heck ausbricht."

Chance für die kleinen Teams

Pirelli hatte für Jerez den Typ "medium" leicht modifiziert. Mit wenig Erfolg. Der Reifen mag besser geworden sein, doch die Strecke von Jerez nimmt den Reifen viel härter ran als Valencia. Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery kündigte bereits in Valencia an: "Die Teams müssen mit dem leben, was wir ihnen vorsetzen. Es wird derjenige profitieren, der die Reifen am besten in Schuss hält." Renaults Neuerwerb Nick Heidfeld sieht darin seine Chance: "Da könnte mein runder Fahrstil hilfreich sein." Auch Sebastian Vettel gilt als Reifenflüsterer.

Kovalainen sieht in den unberechenbaren Reifen die Chance für die kleinen Teams. Ein bisschen Lotterie hilft meistens denen, die nichts zu verlieren haben. "Es wird riesige Zeitunterschiede im Rennen geben, abhängig davon, in welchem Zustand die Reifen sind.

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