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Formel 1-Reisetagebuch 2010

In England steht alles erst einmal Kopf

GP England 2010 - Impressionen Foto: Leppert 19 Bilder

Im großen F1-Reisetagebuch gewähren die auto motor und sport-Reporter einen Blick hinter die Kulissen der Formel 1. Bei unserer GP England-Ausgabe musste sich Bianca Leppert zunächst an den Linksverkehr gewöhnen.

10.12.2010 Bianca Leppert

Schon alleine die Reise nach Silverstone brachte mich aus der Fassung. Zwar stand dieses Mal kein Langstreckenflug an, doch mit den Gegebenheiten in England musste ich mich erst einmal vertraut machen. Schon beim Einsteigen in den Mietwagen war ich verwirrt. Hätte mich Kollege Michael Schmidt bei der Abholung des Mietwagens am Flughafen nicht darauf hingewiesen, dass ich doch besser auf der anderen Seite einsteigen solle, wäre womöglich ein Unglück passiert.

Milton Keynes als einziger Kreisverkehr

Auf dem Fahrersitz hätte ich jede Menge Unheil angerichtet. Ich konnte mich einfach nicht daran gewöhnen, dass wir nun "falschrum" in den Kreisverkehr fuhren und auch die vielen Kriecher auf der linken Autobahnspur irritierten mich. Alles stand Kopf. Dass unser Hotel in Milton Keynes war, machte das Ganze nicht besser. Denn der etwas trostlose Ort verfügt über gefühlte 1.234.345 Millionen Kreisverkehre.

An der Strecke in Silverstone war es weniger trostlos. Mit so bekannten Namen wie Copse oder Woodcote inhalierte ich die Tradition dieses Kurses. Da konnte selbst der Umbau nichts ändern. Der beschäftigte am Donnerstag und Freitag noch das ganze Fahrerlager. Jeder wurde zu seiner Meinung zum neuen Streckenteil befragt. Am Samstag beherrschte dann ein ganz anderes Thema die Schlagzeilen: die Flügel-Affäre. Der Slogan "Red Bull verleiht Flügel" wurde zum Kassenschlager. Und irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass ich einmal mehr am Sonntag einen Stierkampf zu sehen bekommen sollte.

Motzi macht ihrem Namen alle Ehre

Bevor wir uns den Stieren widmeten, erkundeten wir jedoch am Abend andere "Flügel"-Tiere. Zumindest der Rest unserer Reisegruppe. Mal wieder verschlug es uns in ein chinesisches Restaurant mit dem Namen Rice Bowl. Auf den Tisch kam neben Reis aber auch Ente. Nicht gerade meine Leibspeise und deshalb weigerte ich mich vehement, dieses mir so sympathische Tier zu essen. Motzi wie sie leibt und lebt. Der Spitzname klebte wieder so fest an mir wie die Federn an der Ente. Doch ich sollte meine kulinarische Experimentierfreudigkeit bis zum Saisonende noch steigern.

Im Vordergrund stand aber der Sieg von Mark Webber am Sonntag. Und mit diesem Sieg vor allem sein Funkspruch, der meiner Meinung nach den Titel Zitat des Jahres verdient hat. "Nicht schlecht für eine Nummer zwei", gab er bei der Zieldurchfahrt an sein Team durch. Der Australier war noch immer angesäuert, dass Vettel und nicht er den neuen Flügel am Samstag bekommen hatte. So heizte er die Red Bull-Debatte weiter an und bescherte uns wieder einmal eine lange Nacht.

Chips, Kekse und Schokolade

Die war aber durchaus angenehm. Denn in Silverstone verstand man es, Journalisten zu umsorgen. Ich traute meinen Augen kaum, als plötzlich kistenweise Chips, Kekse und Schokolade sowie Getränke ins Pressezentrum gekarrt wurden. Für mich ein Schlaraffenland. Denn ich ziehe meine Energie für das Hirn nicht etwa wie die meisten Kollegen aus Kaffee und Zigaretten, sondern ausschließlich aus Schokolade. So ließ ich mich doch gerne noch zu später Stunde auf Trab halten.

Das Fahrerlager war ohnehin wie ausgestorben. Denn an diesem Abend fand das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft statt, und die meisten saßen gebannt in den verschiedenen Hospitalities vor ihren Fernsehern. Dabei hatte vor allem Fernando Alonso seine wahre Freude, gewann sein spanisches Team doch gegen die Niederländer.

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