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Formel 1-Reisetagebuch 2010

Zur Pressekonferenz ins Nirgendwo

GP Ungarn 2010 - Impressionen Foto: Grüner 16 Bilder

Im großen F1-Reisetagebuch gewähren die auto motor und sport-Reporter einen Blick hinter die Kulissen der Formel 1. Beim GP Ungarn fuhr Tobias Grüner für eine Pressekonferenz extra in die Pampa.

12.12.2010 Tobias Grüner

Nur eine Woche nach dem Hockenheimring steht das Rennen in Ungarn auf dem Programm. Im Gegensatz zur Vorsaison, als ich noch Lufthansa mit Zwischenstopp in Frankfurt geflogen bin, entscheide ich mich in diesem Jahr für die Ostblock-Fluglinie Malev, die mich direkt von Stuttgart nach Budapest bringen soll. Doch statt eines schnellen Düsenjets erwartet mich ein Turboprop-Regionalflugzeug mit Platz für höchstens 80 Passagiere.

Pressekonferenz im Nirgendwo

Bis auf einen leichten Hörschaden komme ich wider erwarten unversehrt in Budapest an. Vom Flughafen düse ich direkt mit einem Taxi zu einem Mercedes-Autohaus irgendwo im nirgendwo, wo die versammelte Presse bereits auf die Ankunft von Michael Schumacher und Nico Rosberg wartet. Die beiden Silberpfeil-Stars lassen sich allerdings erst viel Zeit, machen es dann bei der Pressekonferenz dafür ziemlich kurz. Wer auf der Suche nach einer Story ist, wartet vergeblich.

An der Strecke wird die Sache schon interessanter. Das große Thema ist immer noch die Ferrari-Stallregie-Affäre von Hockenheim. Felipe Massa wurde in die offizielle FIA-Pressekonferenz geladen und ist wirklich nicht zu beneiden, als die englische Journalie mit ihrem Fragen-Bombardement beginnt. Massa schlägt sich tapfer, erntet aber einige Lacher von den Kollegen, als er erklärt, dass er nicht mehr fahren würde, wenn er nur noch die Nummer zwei im Team sei.

Flexi-Wings sorgen für Aufsehen

Ausgerechnet Landsmann Rubens Barrichello springt dem Ferrari-Piloten zu Hilfe. Solch einen geschenkten WM-Titel könne man sich doch wohl nicht wünschen, klagt der Ex-Schumi-Helfer sein ehemaliges Team an. Eigentlich war Massa ja wegen seines Horror-Unfalls aus dem Vorjahres eingeladen worden. Doch das interessiert nun plötzlich niemanden mehr.

Ein weiteres Thema sind die sogenannten Flexi-Wings, oder auf schlecht-deutsch: Flatterflügel. Bei Red Bull biegen sich die Enden des Frontflügels verdächtig weit nach unten, was McLaren auf die Barrikaden bringt. Der Ärger ist umso größer, weil die Konkurrenz keine Ahnung hat, wie das System funktioniert und es auch nicht kopieren kann. Doch auch strengere Belastungstests der FIA in Ungarn können Red Bull nicht überführen.

Safety-Car-Phase bringt Vettel Unglück

Für Red Bull kommt es noch besser: Schon im Freien Training stellt sich heraus, dass die Autos von Sebastian Vettel und Mark Webber auf dem Hungaroring nicht zu schlagen sind. In jeder Kurve gewinnen sie Zehntel auf die Konkurrenz. Am Ende beträgt Vettels Qualifying-Vorsprung auf den ersten Nicht-Red Bull mehr als eine Sekunde. Auch Teamkollege Webber kann mit dem Deutschen nicht mithalten. So leicht schien der Sieg für Vettel noch nie gewesen zu sein.

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Wegen eines zu großen Abstands zum Vordermann in der Safety-Car-Phase wird der Youngster zu einer Durchfahrtstrafe verdonnert. Den Sieg erbt ausgerechnet Erzfeind Webber, was nicht gerade zur Verbesserung des teaminternen Freundschaft beiträgt.

In meiner Story zum Rennen schreibe ich, dass Vettel in Ungarn leichtfertig einen Elfmeter verschossen hat, weil er das Rennwochenende bis zur Strafe klar dominiert hatte. Obwohl das ganz und gar nicht hämisch gemeint war, erfahre ich später, dass sich Vettel über den Satz geärgert haben soll. Da wusste er wohl nicht, dass die Schlagzeilen nur zwei Wochen später in Spa noch schlechter ausfallen sollten.

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