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Formel 1 Reisetagebuch - GP China

Teil 4: Im Labyrinth der Teampavillons

Tobis Formel 1 Tagebuch China Foto: Wolfgang Wilhelm 24 Bilder

auto motor und sport Redakteur Tobias Grüner wurde in diesem Jahr erstmals auf die Formel 1 losgelassen. In seinem Grand Prix-Tagebuch erzählt der Neuling von seinen persönlichen Eindrücken aus den Fahrerlagern dieser Welt - dieses Mal aus China.

25.11.2009 Tobias Grüner

Nach nur sieben Tagen Verschnaufpause ging es am 14. April bereits auf die zweite Weltreise in Sachen Formel 1. Mit dem nötigen Visum im Gepäck hoffte ich beim Abflug, dass sich die Lage langsam etwas beruhigen würde. Während der Flieger 10.000 Meter über der Erde nach Osten entschwebte, verhandelte das FIA-Berufungsgericht in Paris über die Legalität des Doppeldiffusors. Kurz nach der Ankunft in Shanghai wurde das Urteil veröffentlicht. Das umstrittene Aero-Teil ist legal. Mir war es egal. Hauptsache keine Proteste mehr.

Im Taxi vom Flughafen zum Hotel wurde allerdings schnell klar, dass es trotzdem ein anstrengendes Wochenende werden würde. Auf der Autobahn ging gar nichts mehr. In meinem Uralt-Taxi war ich eingeklemmt zwischen stinkenden LKWs. China begrüßte mich nicht gerade auf die netteste Art. Die gleiche Verkehrslage herrschte übrigens auch am nächsten Tag. Und an allen anderen Tagen danach.

Vom Pressezentrum Blick auf die Strecke
 
Vor dem Betreten des Fahrerlagers musste ich erst einmal meine Akkreditierung abholen. Das FIA-Büro sollte irgendwo an der Strecke liegen. Zwar zeigten Pfeile in eine bestimmte Richtung, dass ich am Ende aber knapp eine halbe Stunde laufen musste, war daraus nicht ersichtlich. Zurück gab es immerhin einen Shuttle. Das Pressezentrum an der Strecke entschädigte allerdings sofort für den Aufwand. Vom Journalistensaal 50 Meter über der Zielgerade hatten die Schreiberlinge wohl den besten Blick auf das Geschehen.
 
Leider konnte ich zunächst keine neuen Meldungen in unser System einstellen, was mir die Techniker damit erklärten, dass in Peking scheinbar ein fleißiger Beamter unentwegt den Datenverkehr in die Heimat kontrollierte. Irgendwann war aber auch das Problem geklärt und ich konnte endlich anfangen zu arbeiten. Allerdings ist die Recherche im Fahrerlager von Shanghai nicht so einfach. Hinter den Boxen liegen die Teampavillons, die durch ein Labyrinth kleinerer Wege miteinander verbunden sind. Bis man hier endlich den Überblick hat, welches Team wo untergebracht ist, dauerte es eine Weile.

Zweifel an KERS kommen auf
 
Die Nachrichtenlage wurde von den Geschehnissen aus Europa bestimmt. Ron Dennis zog sich rechtzeitig vor der Verhandlung der Lügenaffäre um Lewis Hamilton aus dem aktiven Renngeschäft zurück. Und nachdem die Doppeldiffusorfrage geklärt war, drängte sich plötzlich das Thema KERS in den Vordergrund. Ferrari fuhr nach Problemen in Malaysia ohne die Zusatzpower. Auch bei BMW-Sauber und Renault kamen langsam Zweifel an der Wirksamkeit des Systems auf.
 
Am Rennsonntag brachte die Witterung mal wieder alles durcheinander. Dauerregen sorgte dafür, dass der Start hinter dem Safety-Car durchgeführt wurde. Am Ende des Chaosrennens gewann Sebastian Vettel das erste Rennen für Red Bull. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mich nach dem Rennen wie ein begossener Pudel auf Stimmenfang begab. Im Mercedes-Pavillion nahm sich Norbert Haug freundlicherweise noch ein paar Minuten für meine Fragen. Die meisten anderen Teams bauten schnell ihre Zelte ab und verließen fluchtartig das Land.

Keine Kraft mehr um die Sehenswürdigkeiten abzuklappern
 
Wieder einmal wurde es eine arbeitsreiche Sonntag-Nacht im Hotelzimmer. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, nach drei Stunden Schlaf morgens um 8.00 Uhr noch die Sehenswürdigkeiten von Shanghai im Schnelldurchlauf zu erkunden. Doch ich weiß bis heute nicht, ob mein Wecker nicht klingelte oder mein Körper sich einfach dem Aufstehen widersetzte. Irgendwann zur Mittagszeit klingelte mich das Telefon wach. Kollege Schmidt wartete bereits in der Lobby auf die gemeinsame Abfahrt Richtung Flughafen. Also schnell Klamotten in den Koffer und Abmarsch nach Bahrain.

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