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Formel 1 Reisetagebuch - GP Europa

Teil 12: Urlaubsfeeling in Valencia

Tobis Formel 1 Tagebuch Valencia Foto: Tobias Grüner 18 Bilder

auto motor und sport-Redakteur Tobias Grüner wurde in diesem Jahr erstmals auf die Formel 1 losgelassen. In seinem Grand Prix-Tagebuch erzählt der Neuling von seinen persönlichen Eindrücken aus den Fahrerlagern dieser Welt - dieses Mal aus Valencia.

04.12.2009 Tobias Grüner

In der Sommerpause vor dem Rennen in Valencia gab es endlich mal ein paar Wochen Urlaub. Allerdings genoss die Formel 1 in dieser Zeit so viel Aufmerksamkeit wie wohl im ganzen Jahr nicht. Michael Schumacher hatte zunächst sein Comeback angekündigt, nur um es ein paar Wochen später wieder medienwirksam abzublasen. Stattdessen durfte nun Luca Badoer seinen Traum wahr machen und ein Grand Prix-Wochenende im Ferrari bestreiten.

Neben dem misslungenen Schumi-Comeback beherrschte auch die Renault-Strafe die Schlagzeilen. Erst wenige Tage vor dem Europa-Grand Prix entschied das FIA-Berufungsgericht, dass Renault beim Heimrennen von Fernando Alonso doch noch starten darf. Kurz nach dem Urteil folgte auch noch ein Fahrertausch im Team. Flavio Briatore setzte Nelson Piquet vor die Tür und engagierte Romain Grosjean.

Warnung der FIA vor Taschendieben
 
Beim Abflug Richtung Mittelmeer war somit schon klar, dass es kein langweiliges Wochenende werden würde. Etwas Sorgen bereitete mir die Warnung der FIA, dass in Spanien an jeder Ecke Taschendiebe lauern sollten. Vor allem auf dem Flughafen sollte man sein Gepäck nicht aus den Augen verlieren.
 
Um am Donnerstag nicht so viel Zeit zu verlieren, suchten Kollege Schmidt und ich schon am Mittwoch das FIA-Büro, wo ich am nächsten Tag meine Akkreditierung abholen musste. Die Suche gestaltete sich allerdings nicht so einfach, wie erhofft. Valencia besteht aus einem Labyrinth aus kleinen verwinkelten Einbahnstraßen. Die in unterschiedliche Richtung zeigenden Hinweisschilder erschwerten die Suche zusätzlich. Nach einer halben Stunde Kreiseln gaben wir entnervt auf und machten uns auf den Weg Richtung Strecke.

Mit dem Ausweis von Ungarn ins spanische Pressezentrum
 
Zum Glück hatte ich noch den Ausweis vom letzten Rennen in Budapest dabei. Trotz eingehender Inspektion des mit ungarischen Flaggen und der Aufschrift "Hungary" versehenen Passes ließ mich der spanische Security-Mann ins Fahrerlager und ins Pressezentrum. So viel zum Thema Sicherheit. Im Fahrerlager ließen wir uns noch einmal von einheimischen FIA-Leuten den Weg erklären. Es war im Nachhinein eigentlich gar nicht so schwer, wenn man einfach die Wegweiser ignorierte.
 
Im Fahrerlager war am Mittwoch noch nicht viel los. Die Stimmung bei den bereits anwesenden Teammitgliedern von BMW-Sauber war nach dem angekündigten Ausstieg auf dem Boden. Meine Laune hob sich dagegen schnell wieder, als wir am Nachmittag endlich am Hotel ankamen. Pool, Strand und Zimmer mit Meerblick - da kam Urlaubsstimmung auf. Leider blieb nur noch eine Stunde für einen kleinen Strandlauf. Es sollte die einzige Gelegenheit des ganzen Wochenendes bleiben.

Strecke statt Pool
 
Während die Touristen am nächsten Morgen mit Handtuch unter dem Arm Richtung Pool wanderten, machten wir uns auf den Weg zur Strecke. Kaum angekommen, überraschte uns die Meldung, dass Sebastian Vettel seinen Vertrag bei Red Bull vorzeitig verlängerte. Unter den deutschen Vertretern im Fahrerlagern wurde spekuliert, wie viel der Youngster wohl nun verdienen würde. Das führte sogar soweit, dass sich unter einigen Kollegen eine kleine Wette entwickelte. Dabei ging es jedoch nicht darum, was Vettel wirklich verdiente. Getippt werden musste die Zahl, die von den öfter mal zur Übertreibung neigenden Kollegen der Bild-Zeitung am nächsten Tag veröffentlicht wurde. Allerdings ist mir leider entfallen, wer am weitesten entfernt war und die Wette verlor.

Luca Badoer ließ Romain Grosjean freiwillig vorbei
 
Die zweite große Story des Wochenendes bot die geradezu brandgefährliche Ausgangslage mit drei unerfahrenen Piloten. Luca Badoer saß seit Ewigkeiten nicht mehr in einem Formel 1-Auto. Romain Grosjean feierte in Valencia gar sein Debüt. Und Jaime Alguersuari hatte sich erst in Budapest als jüngster F1-Pilot in die Geschichtsbücher eingetragen. Gefährlich wurde es am Ende zwar nicht, dafür aber lustig. Luca Badoer ließ nach seinem Stopp den Renault von Grosjean freiwillig vorbei. Im Pressesaal konnte sich die meisten Kollegen ein Grinsen nicht verkneifen. Am Ferrari-Kommandostand war die Stimmung bei Edelberater Michael Schumacher dagegen auf dem Tiefpunkt.
 
Auch bei McLaren bekleckerte man sich nicht mit Ruhm, als Lewis Hamilton in Führung liegend zu seinem zweiten Stopp in die Box kam, aber keine Reifen parat lagen. Genau wie bei Badoer liefert das Team ein "Kommunikationsmissverständnis" als Begründung nach. Gewonnen hätte Hamilton das Rennen aber wohl sowieso nicht. Rubens Barrichello fuhr wie von einem anderen Stern und stand nach fünf Jahren endlich wieder einmal ganz oben auf dem Podium.
 
Das Wochenende schien perfekt, als wir nach dem Rennen - es war bereits kurz vor Mitternacht -  den Küchenchef eines kleinen spanischen Restaurants überreden konnten, den Herd noch einmal  anzuschmeißen. Das Essen war übrigens wie an jedem Tag in Valencia sensationell. Bei der Ankunft am Flughafen endete Tags darauf unsere Glückssträhne. Der Flieger nach Zürich wurde gestrichen. Als Ausweichflug blieb uns nur die Variante über Düsseldorf. Statt um 18.00 Uhr war der Ausflug ans Mittelmeer erst kurz vor Mitternacht beendet.

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