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Formel 1 Reisetagebuch - GP Italien

Teil 14: Mercedes-Enthüllung im Ferrari-Land

Tobis Formel 1 Tagebuch Italien Foto: Wolfgang Wilhelm 19 Bilder

auto motor und sport-Redakteur Tobias Grüner wurde in diesem Jahr erstmals auf die Formel 1 losgelassen. In seinem Grand Prix-Tagebuch erzählt der Neuling von seinen persönlichen Eindrücken aus den Fahrerlagern dieser Welt - dieses Mal aus Italien.

06.12.2009 Tobias Grüner

Mit dem Rennen in Monza sollte die Europa-Saison ihr Ende finden. Ein Highlight des Wochenendes bekam ich allerdings schon auf der Anfahrt geboten. Kollege Michael Schmidt chauffierte mich im Eiltempo über die Alpen. Dabei kämpften wir uns mit unserem Mittelklassekombi die engen Serpentinen des Splügenpasses hinauf. Eine Achterbahnfahrt könnte kaum aufregender sein. Nach einigen Fast-Kollisionen und Beinahe-Abstürzen konnten wir endlich die Aussicht auf dem Bergrücken genießen. Anschließend ging es kaum weniger rasant den Berg wieder abwärts Richtung Italien.

Nerviges Warten an der Bahnschranke in Monza

Unser Hotel lag ganz in der Nähe des Königlichen Parks von Monza. Dabei trennte uns nur eine nervige Eisenbahnlinie vom Fahrerlager. Zweimal am Tag mussten wir die Daumen drücken, dass die italienische Bimmelbahn gerade nicht verkehrte. Wenn sich die Schranken erst einmal senkten, hieß es warten. Und warten... und warten. Zum Glück ereilte uns das Schicksal nur zwei Mal am ganzen Wochenende.
 
Auf dem Weg zum Fahrerlager kreuzten wir im alterwürdigen Stadtpark zu Monza auch die traditionelle Strecke mit den beiden berühmten Steilwänden. Ich kannte diese Abschnitte bisher nur von Bildern und war begeistert, die legendäre Piste endlich einmal selbst zu betreten.
 
Im Fahrerlager angekommen, begrüßten uns bereits zahlreiche Fans an den Eingängen. Die Tifosi zeigten sich nach dem Ferrari-Sieg in Spa bestens gelaunt. Hinter den Absperrungen war die Stimmung nicht ganz so gut. Flavio Briatore wehrte sich nach wie vor mit Händen und Füßen gegen die Anschuldigungen, er hätte den absichtlichen Crash von Nelson Piquet in Singapur beauftragt. Für Journalisten war das Arbeiten allerdings nicht einfach. Renault verpasste seinen Akteuren einen Maulkorb. Kein Kommentar. Auf Fragen mit dem Wort "Singapur" reagierte man äußerst gereizt.

Montezemolo lässt die Journalisten warten
 
Der Medienauflauf rund um das Renault-Motorhome lichtete sich erst, als Ferrari zu einer Präsentation des neuen Sponsors "Santander" einlud. Allerdings ließ Präsident Montezemolo die Journalisten fast eine halbe Stunde warten. Da ich noch andere Termine hatte, schnappte ich mir die Pressemitteilung und verließ die Veranstaltung vorzeitig. So spannend schien es auch nicht gewesen zu sein. Die meisten Details waren schon vorher bekannt. Und alle, die gehofft hatten, Fernando Alonso werde schon hier als neuer Pilot für 2010 verkündet, wurden enttäuscht.

Michael Schmidt enthüllte die Brawn-Übernahme durch Mercedes
 
Wir hatten sowieso eine ganz andere Story auf der Agenda. Kollege Schmidt hatte über einige  Ecken herausgefunden, dass sich Mercedes von McLaren trennen und Brawn übernehmen will. Als wir die Meldung parallel im Magazin und Internet veröffentlichten, war das Medienecho enorm. Mercedes-Sportchef Norbert Haug wusste, dass wir die Story bringen, schwieg aber noch weitere zwei Monate, bis er die "Gerüchte" endlich offiziell bestätigte.
 
Die italienischen Kollegen interessierten sich aber weder für Brawn noch für Renault. Fisichella im Ferrari war die große Geschichte. Leider konnte der Römer kaum besser mit Teamkollege Räikkönen mithalten als Vorgänger Luca Badoer. Sein altes Team trumpfte dagegen erneut groß auf. Adrian Sutil stellte den Force India in die erste Startreihe. Nur Lewis Hamilton war schneller. Insgesamt standen sechs Mercedes-Autos unter den ersten sieben Plätzen. Die Konkurrenz rieb sich verwundert die Augen.


Im Rennen musste sich Sutil etwas zerknirscht mit Rang vier zufrieden geben. Dabei hatte er noch Glück, dass Hamilton seinen McLaren in der letzten Runde in die Mauer stopfte. Ganz oben auf dem Siegertreppchen standen wieder einmal die beiden Brawn-Piloten. Dank der überlegenen Ein-Stopp-Strategie konnten sich Barrichello und Button bis ganz nach vorne arbeiten. Kimi Räikkönen wurde zur Freude der Tifosi Dritter. Bei Red Bull blies man Trübsal und machte die schwachen Renault-Motoren für die Niederlage verantwortlich.

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