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Formel 1 Reisetagebuch - GP Monaco

Teil 7: Eine Reise wie im Traum

Tobis Formel 1 Tagebuch Monaco Foto: Tobias Grüner 24 Bilder

auto motor und sport Redakteur Tobias Grüner wurde in diesem Jahr erstmals auf die Formel 1 losgelassen. In seinem Grand Prix-Tagebuch erzählt der Neuling von seinen persönlichen Eindrücken aus den Fahererlagern dieser Welt - dieses Mal aus Monaco.

29.11.2009 Tobias Grüner

Nach fünf Grands Prix stand endlich Monte Carlo auf dem Plan. Glamour, Glitzer, Prominenz - ich war bereit für mein erstes Monaco. Per Auto machten sich Kollege Schmidt und meine Wenigkeit auf die rund 800 Kilometer von Stuttgart Richtung Côte d’Azur. In Zürich wurde noch Roger Benoit vom Schweizer Blick eingeladen, so dass ich in den folgenden sechs Stunden bis zu unserer Ankunft zahlreichen interessanten F1-Geschichten aus dem Erfahrungsschatz von rund 1.000 Grand Prix meiner beiden Mitfahrer lauschen durfte.

Bei der ersten Abfahrt aus den Seealpen Richtung Meer kam ich aus dem Staunen kaum heraus. Wie Schwalbennester haben die Monegassen jeden Quadratzentimeter des teuren Felsens mit Wohnraum oder Straße zugepflastert. Ab und zu kreuzt ein Ferrari oder ein Lamborghini den Weg und im Hafen liegt eine Luxusyacht neben der anderen. Das ist also Monaco. Ich war begeistert.

Das Fahrerlager in Monaco ist extrem eng

Auch das Fahrerlager unterscheidet sich deutlich von den anderen Strecken. Konnte in China noch locker ein Jumbo-Jet hinter der Boxengasse landen, musste man sich in Hafen von Monaco auf einem zwei Meter breiten Streifen an den Motorhomes entlangkämpfen. Aber diese erschwerten Arbeitsbedingungen gehören einfach dazu. Genau wie der gemütliche Spaziergang durch die enge provisorische Boxengasse, der allabendliche Nachhauseweg mit dem Auto über die Rennstrecke und die Besteigung der Tribünen am Hafen, um sich einen besseren Blick auf die Yacht von Flavio Briatore zu verschaffen.

Ausgerechnet auf dem Kreuzer des Noch-Renault-Teamchefs fand nämlich eines der wichtigsten Krisentreffen der Formel 1-Saison statt. Zahlreiche Anfeindungen zwischen FIA und FOTA hatten das Klima schon in den Tagen vor dem Rennen vergiftet. Die Ausstiegsdrohungen von Ferrari, Renault und Red Bull sorgten für zusätzliche Spannung. Nach der gemütlichen Runde traf man sich auch noch mit FIA-Präsident Max Mosley, um die Ergebnisse zu präsentieren. Allerdings sollten die Bemühungen erfolglos bleiben. Eine Entscheidung wurde vertagt.

Die Politik beherrschte das Geschehen

Das sportliche Geschehen wurde durch die politischen Ränkespiele komplett in den Hintergrund gedrängt. Sebastian Vettel fuhr trotz erstmals eingesetztem Doppeldiffusor erst hinterher und später im Rennen nach falscher Reifenwahl auch noch in die Mauer. Lewis Hamilton hatte zwar erstmals ein siegfähiges Auto, krachte im Qualifying aber ebenfalls in die Bande. Auch die beiden Toyota machten keine gute Figur. Nach der Doppelpole von Bahrain fanden sich Trulli und Glock plötzlich in der letzten Startreihe wieder.

Das Rennen gewann wieder einmal Jenson Button vor Teamkollege Rubens Barrichello. Das Brawn-Duo war der Konkurrenz mittlerweile weit enteilt. Dass die Saison noch einmal spannend werden sollte, glaubte im Journalistenkreis niemand mehr. Für einen Höhepunkt sorgten auch erstmals Ferrari, das sich im Windschatten von Brawn die Plätze drei und vier sicherte.

Nach Feierabend folgte der Stau

Nachdem am Rennsonntag um ca. 22.00 Uhr alle wichtigen Storys im Netz waren, traten wir noch am Abend die Heimfahrt an. Leider kamen wir auf der Autobahn schon nach wenigen Kilometer in den Stau. Umleitungsexperte Schmidt hielt es für eine gute Idee, auf die Küstenstraße auszuweichen. Leider war der Weg am Mittelmeer aber an einem der zahlreichen Tunnel voll gesperrt. Mühsam kämpften wir uns über enge Serpentinenstraßen wieder zurück auf die Autobahn, wo sich der Stau mittlerweile verzogen hatte.

Irgendwann pennte ich ein und wachte erst in der Morgendämmerung hinter Zürich wieder auf, als Kollege Schmidt gerade von einem Schweizer Blitzkasten ins Visier genommen wurde. Das ganze Wochenende war mir wie ein Traum vorgekommen.

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