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Formel 1 Reisetagebuch - GP Türkei

Teil 8: Nicht unbedingt der Lieblings-GP

Tobis Formel 1 Tagebuch Türkei Foto: Tobias Grüner 19 Bilder

auto motor und sport Redakteur Tobias Grüner wurde in diesem Jahr erstmals auf die Formel 1 losgelassen. In seinem Grand Prix-Tagebuch erzählt der Neuling von seinen persönlichen Eindrücken aus den Fahererlagern dieser Welt - dieses Mal aus der Türkei.

30.11.2009 Tobias Grüner

Schon beim Landeanflug auf Istanbul bekam ich ein ungutes Gefühl. Die Hügel im asiatisch-europäischen Grenzgebiet präsentierten sich kilometerweit mit Häusern zugepflastert. Ich wusste, dass Istanbul groß ist, aber diese Stadt wollte einfach nicht mehr aufhören. 12,6 Millionen Menschen sagt Wikipedia. Und scheinbar fährt jeder einzelne davon einmal am Tag quer über den Bosporus - genau wie wir.

Ich überließ die Hotelplanung dem Kollegen Schmidt. Wir waren am Taksim-Platz untergebracht, wo die türkische Bevölkerung normalerweise (bekannt ausgelassen) die Erfolge der Fußball-Nationalmannschaft oder Silvester feiert. Aus Formel 1-technischer Sicht war diese Lage aber nicht optimal, was vor allem daran lag, dass wir uns auf der falschen Seite des Bosporus befanden. Wir waren in Europa, die Strecke in Asien. Da es genau zwei Brücken über die Meerenge gibt, konnten wir uns jeden Morgen entscheiden, in welchen Stau wir lieber fahren wollten.

Istanbul nicht gerade das Lieblingsrennen

Als wir uns Donnerstags erstmals in Richtung Strecke machten, regnete es zu allem Überfluss auch noch. Im großen und sterilen Fahrerlager konnte man sich verlaufen. Die Ränge blieben an allen Tagen halbleer. Schon früh war klar, dass Istanbul nicht gerade mein Lieblingsrennen werden wird. Auch von den Themen her war das Wochenende vorgezeichnet: FIA-FOTA-Streit, ewig andauernde Teamsitzungen, das Duell Button gegen den Rest der Formel 1 und natürlich Kurve acht.

Die tückische Vierfach-Linkskurve war allerdings nicht so tückisch wie erhofft. Auch mit den reduzierten Abtrieb war die lange Kehre kein Problem für die Piloten. Und die Auslaufzonen sind geteert und verzeihen quasi jeden Fehler. "Einen richtigen Kick gibt das nicht", wiegelte Heikki Kovalainen ab und verpasste meiner Story damit den Sargnagel.

Die politischen Streitereien nehmen kein Ende

So blieb nur die Politik als spannendes Thema. Hätte ich das vor der Saison gewusst, dass ich hauptsächlich über Budgets, Reglements und Ausstiegsdrohungen schreiben muss, hätte ich den Job vielleicht abgelehnt. Aber nun war ich gefangen in den politischen Grabenkriegen und musste jedes Scharmützel in Worte fassen. Erst weniger Tage zuvor war Williams aus der FOTA ausgeschlossen worden, weil man sich als einziges der bestehenden Teams vorbehaltlos für die neue Saison eingeschrieben hatte. Force India blühte später das gleiche Schicksal.

Ein Kompromiss mit Max Mosley schien weiter entfernt als zuvor. Da half es auch nichts, dass sich die Piloten auf die Seite der Teams schlugen. Was sollten sie auch machen. In der Woche nach dem Rennen gab die FIA dann die neuen Teams bekannt: Campos, USF1 und Manor - das sollte die neue Formel 1 sein.

Button sicherte sich wieder mal den Sieg

Das aktuelle sportliche Geschehen wurde nur kurzzeitig interessant. Sebastian Vettel hatte sich die Pole Position gesichert, patzte aber schon in der ersten Runde. WM-Spitzenreiter Jenson Button fuhr am Deutschen vorbei und gemütlich ins Ziel. Mit dem sechsten Sieg im siebten Rennen schien sich der Brite die WM-Krone im Vorbeigehen abzuholen. Niemand wusste, dass es sein letzter Erfolg bleiben sollte.

BMW-Sauber blieb trotz des erstmaligen Einsatzes des Doppeldiffusors ohne Punkte. Dafür fanden sich plötzlich beide Toyota nach dem Monaco-Debakel wieder unter den ersten Acht. Bei McLaren-Mercedes war mit den Plätzen 13 und 14 noch lange nichts von Aufholjagd zu sehen. Und das zwei Wochen vor dem Heimrennen in Silverstone. Aber dazu morgen mehr.

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