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Formel 1: Neuer Renault R30 nur eine Basis

Renault plant mehrere Entwicklungsstufen

Renault F1 R30 Foto: Renault 19 Bilder

Die Präsentation des neuen Renault R30 war eine Enttäuschung. Das Auto sah aus wie ein Aufguss des Vorgängers, und der war bekanntermaßen ein Flop. Bei der ersten Ausfahrt hat sich nicht viel geändert. Das Auto soll jedoch in Stufen zu einer richtigen Neukonstruktion werden.

01.02.2010 Michael Schmidt

Als Robert Kubica mit dem neuen Renault R30 zum ersten Mal die Garage verließ, da schauten die Kiebitze gespannt auf das Auto. War das Präsentationsauto nur ein Showcar, oder will Renault die Testsaison tatsächlich mit einem Aufguss des Vorjahresautos beginnen?

Die Antwort war enttäuschend: Der Renault hat sich über Nacht kaum verändert. Trotz des biederen Designs weist das gelb-schwarze Auto einige Besonderheiten auf, und erst die Zukunft wird zeigen, ob der Weg richtig war.

Renault R30: Pummelnase mit Beulen

Die Front ist eine überarbeitete Version der Pummelnase, die Renault im Vorjahr den Titel des hässlichsten Autos im Feld einbrachte. Sie streckt sich etwas höher in den Wind und hat seitlich weiter die Schürzen nach unten angebracht, um so einen abgeschlossenen Kanal unter der Nase zu erzeugen. Die Anordnung macht es nötig, dass im Bereich der Vorderachse zwei kleine Beulen aus der Karbonröhre wachsen, um Platz für die Umlenkhebel der Druckstreben zu schaffen.

Seltsam sind auch die Seitenkästen: Eine dezente Taille, sehr ausladend bis zum Heck. Wo andere im Bereich des Getriebes extrem schmal bauen, ist der Renault R30 völlig gegen den Trend ungewöhnlich breit, möglicherweise sogar bis zum Maximalmaß von 800 Millimetern. Das lässt darauf schließen, dass man den Tank eher in die Breite statt in die Länge baute. Das senkt den Schwerpunkt und spart Radstand, was man dem Auto auch ansieht. Es wirkt kürzer als die Konkurrenzprodukte. Gut möglich, dass die mechanischen Eckpunkte den Ingenieuren unter Technikdirektor James Allison wichtiger waren als die Aerodynamik. Das würde verwundern, denn Allison ist eigentlich ein Aerodynamiker.

Basismodell für die Saison 2010

Auch beim Auslass der heißen Kühlluft geht Renault einen kontroversen Weg. Sie entweicht ausschließlich durch eine Spalte in der Verkleidung, in der auch der Auspuff mündet. Der Heckflügel steht nur noch auf einer Stelze. Diese Lösung zeigt auch der neue McLaren MP4-25. Interessant ist das Profil des Heckflügels. Er ist zwei geteilt und hat von oben betrachtet eine Deltaform.

Nach Aussage der Ingenieure ist die erste Version des R30 nur ein Basismodell, das sich bis zum Saisonstart in Bahrain stark verändern wird. Den echten R30 soll es aber erst beim GP Kanada im Juni geben. Offenbar haben die Renault-Konstrukteure ihr Auto so flexibel wie möglich konzipiert, um auf die offenen Fragen, die das Reglement mit dem Tankstoppverbot und den schmaleren Vorderreifen aufgibt, besser antworten zu können.

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