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Formel 1: Renault berechnet Red Bull-Aerodynamik

Red Bull-Aerodynamik neun Prozent besser

Robert Kubica Foto: xpb 30 Bilder

Renault feiert mit Robert Kubica den zweiten Podestplatz in diesem Jahr. Die fünfte Kraft im Feld will bald in die Phalanx der Top-Teams einbrechen. Erstes Ziel im Visier ist Mercedes. Technikdirektor James Allison hat die wahren Abstände zur Konkurrenz ausgerechnet.

17.05.2010 Michael Schmidt

Robert Kubica machte seinem Ruf als Geheimfavorit für Monte Carlo alle Ehre. Der Pole fuhr auf den zweiten Startplatz und im Rennen als Dritter auf das Podest. Im Vorfeld hatte er sich gegen die Vorschusslorbeeren gewehrt. Ein großer Selbstmotivator war er noch nie: "70 Prozent unseres Rückstandes begründet sich darauf, dass uns maximaler Abtrieb fehlt. Den brauchst du in Monte Carlo."

Dafür glänzt der Renault mit Qualitäten, die in Monte Carlo auch eine gewichtige Rolle spielen. Mit 3.165 Millimeter Radstand ist der R30 das kürzeste Auto im Feld. Die Aerodynamik funktioniert über eine große Bandbreite an Bodenfreiheiten. Das erlaubt viel Federweg, was in den engen Kurven die Reifen zum Arbeiten bringt und mechanischen Grip generiert.

Kubica kämpft mit Schmutz und Reifen

Dass Kubica nicht weiter vorne landete lag an einem verunglückten Start. Der Pole hatte sich auf Mark Webber fixiert, und als der nur mühsam aus dem Startlöchern kam, ging Kubica volles Risiko. "Ich war eine Spur zu früh auf dem Gas. Die Hinterräder haben auf der schmutzigen Spur durchgedreht, und schon war Vettel an mir vorbei. Zum Schluss musste ich noch aufpassen, dass mir nicht auch noch Massa durchrutscht." Kubica nahm es sportlich: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt."

Im Finale musste der Renault-Pilot die Red Bull wehrlos ziehen lassen. Er hatte sich vorne zwei Bremsplatten zugezogen. "Vor lauter Vibrationen konnte ich die Boxentafeln nicht lesen und die Bremspunkte nur schwer erkennen. Ich hatte Angst, dass mir bei hohen Geschwindigkeiten ein Reifen um die Ohren fliegt." Den Speed der Red Bull hätte er gehabt. "Auf den harten Reifen war ich schneller unterwegs als Vettel."

Hohes Entwicklungstempo bei Renault

Renault holt langsam auf die Spitze aus. Kubica rechnet auch in Montreal, Budapest und Singapur mit podestverdächtigen Leistungen. Mit 59 Punkten fehlen ihm nur 19 Zähler auf die Red Bull-Zwillinge. Technikdirektor James Allison wundert sich: "In 20 Jahren Formel 1 habe ich noch nie eine solche Entwicklungsgeschwindigkeit erlebt wie in dieser Saison. Bei jeden Rennen ist etwas Neues am Auto. Es macht uns im Schnitt 0,15 Sekunden pro Runde schneller."

Renault will nach zwei enttäuschenden Jahren wieder den Anschluss an die Spitze schaffen. Vor zwei Jahren wurde ein Supercomputer installiert, der sich mit den besten der Branche messen kann. Im Winter musste der 1988 in Betrieb genommene Windkanal für dreieinhalb Wochen stillgelegt werden, um ihn auf den neuesten Stand zu bringen. Allison glaubt: "Das hat sich dank besserer Messgenauigkeit bereits amortisiert."

Keine Ausreden im Vergleich mit Red Bull

Renaults Hochrechnung sieht das Kräfteverhältnis im Qualifikationstrim so: Gleichstand mit Mercedes. Vier Zehntel fehlen auf Ferrari, fünf auf McLaren, eine Sekunde auf Red Bull. "Im Rennen liegen alle enger zusammen“, relativiert Allison. Gegenüber Mercedes, Ferrari und McLaren habe man Boden gutgemacht, nur Red Bull bleibt eine harte Nuss. Sie haben den gleichen Motor, die gleichen Reifen und Fahrer der Preisklasse Kubica. "Es gibt also keine Ausreden und fällt alles auf das Chassis und die Aerodynamik zurück", gibt Allison zu. "Und da sind sie uns neun Prozent voraus."

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