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Formel 1: Rennanalyse GP Kanada

Alonso verliert Sieg im Verkehr

GP Kanada 2010 Hamilton Alonso Foto: dpa 37 Bilder

In unserer Analyse blicken wir noch einmal auf die entscheidenden Szenen des packenden Rennens von Montreal und beantworten offene Fragen. Warum gab es keine Strafe gegen Hamilton? Wer stand Alonso im Weg? Und warum ging der Reifenpoker von Red Bull nicht auf?

14.06.2010 Tobias Grüner

Warum gab es keine Strafe gegen Sieger Lewis Hamilton?

Als Lewis Hamilton und Fernando Alonso in Runde 7 gemeinsam Richtung Box zum Reifenwechsel abbogen, lag der Engländer noch in Führung. Bei der Ausfahrt hatte plötzlich der Ferrari die Nase vorn. In einem spannenden Rad-an-Rad-Duell setzte sich Alonso gegen seinen alten McLaren-Teamkollegen durch. Doch hätte es überhaupt zu dem spannenden Zweikampf kommen dürfen? Im Reglement steht, dass die Boxencrew dafür sorgen muss, den Piloten nicht in die Fahrlinie eines Konkurrenten zu schicken.

"Es war sicher grenzwertig", analysiert Stefano Domenicali die Situation. Weil Alonso anschließend in Führung lag, habe man die Kommissare nicht zum Handeln aufgefordert. "Wir wissen aber, dass sich die Rennleitung die Szene angesehen und für in Ordnung befunden hat. Es war gut für die Show, aber so etwas kann auch gefährlich werden. Hier ist die Boxengasse zum Glück relativ breit."
 
Doch warum kam Hamilton überhaupt in diese missliche Lage? Der Montreal-Sieger sorgte nach dem Rennen selbst für Aufklärung: "Wir hatten sicher nicht den besten Boxenstopp. Ich habe gesehen, wie er losgeschickt wurde und als ich selbst losfuhr, war er im toten Winkel. Ich wusste nicht, wo er sich befand, aber ich habe versucht genügend Platz zu lassen. Plötzlich lag er direkt neben mir und wir kämpften bis zur ersten Kurve, wo er die Innenseite hatte und nach vorne ging."

Warum verhinderte Jarno Trulli den Alonso-Sieg?

Nachdem Hamilton die Position gegen Alonso beim Boxenstopp verloren hatte, konnte er sich in Runde 15 wieder vor den Spanier setzen. Alonso hatte vergeblich versucht, den Toro Rosso von Sebastien Buemi anzugreifen und schon schlüpfte Hamilton auf der langen Geraden vorbei. Zehn Runden später war es dann aber schon Zeit für den zweiten Boxenstopp von Hamilton.
 
Auf dem Zeitenmonitor konnte man erkennen, dass Alonso auf Kommando die schnellste Rennrunde hinlegte. Als er einen weiteren Umlauf nach seinem Reifenwechsel wieder auf die Piste abbog, lag er aber wieder hinter seinem McLaren-Rivalen. Was war passiert? "Ich habe zweieinhalb Sekunden beim Überholen eines anderen Autos verloren", klagte Alonso anschließend. Der Lotus von Jarno Trulli stand dem zweifachen Champion im Weg. "Ich bin eine halbe Sekunde hinter Lewis auf die Strecke gekommen. Ohne den Verkehr hätte ich die Führung gehabt. Das Rennen wurde durch solche kleinen Details entschieden."
 
Ohne fremde Hilfe kam man an diesem Tag nicht an Alonso vorbei, wie auch der zweite McLaren von Jenson Button bemerkte. "Wir hatten einige Autos vor uns", berichtet Alonso über die Situation in Runde 56. "Wir dachten, dass der Hispania uns in Kurve sechs vorbeilässt. Das tat er aber nicht. Er fuhr einfach auf einer anderen Rennlinie. Als er wieder auf die normale Linie zurückkehrte, mussten wir bremsen. Ich kam sehr langsam aus Kurve sechs heraus und Jenson nutzte die Gelegenheit."

Warum ging der Reifenpoker von Red Bull nicht auf?

Neben Robert Kubica starteten die beiden Red Bull-Piloten als einzige in den Top Ten auf harten Reifen. In der Theorie sollte das einen Vorteil bringen. Am Sonntag wurde aber schnell klar, dass die mutige Strategie nicht mit einem Sieg belohnt wird. Nach dem frühen ersten Reifenwechsel von weich auf hart (Runden 6/7) holten Hamilton, Alonso & Co. schnell wieder die verlorene Zeit auf Sebastian Vettel und Mark Webber auf.
 
"Die Lage für die Autos mit weichen Reifen verbesserte sich schlagartig, als Hülkenberg und Kubica an die Box gingen", erklärte Red Bull-Teamchef Christian Horner anschließend. "Es gab danach keinen mehr, der im Weg stand, um sie aufzuhalten. Unsere Pace war zu diesem Zeitpunkt nicht so gut. Der Reifenabbau war größer als erwartet." Laut Horner wollte man eigentlich 25 bis 30 Runden im ersten Stint zurücklegen. Um nicht zu viel Zeit auf die Angreifer zu verlieren, musste Red Bull aber früher handeln als geplant. Bereits in den Runden 13 bzw. 14 wurde das australisch-deutsche Doppel zum Wechsel gerufen. Der mögliche Vorteil war am Ende somit keiner.

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