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Formel 1 Saison 2010 mit 14 Teams

Offener Platz für Lotus, Hoffnung für Sauber

Lotus Honda 109 Foto: Wolfgang Wilhelm 32 Bilder

Update ++ Die FIA hat Lotus den durch den Rückzug von BMW vakanten 13. Platz zuerkannt. Für Sauber bleibt trotzdem noch Hoffnung. Der Schweizer Rennstall soll als Nummer 14 aufgenommen werden. Der Verband bittet die anderen Teams um Zustimmung.

15.09.2009 Michael Schmidt

Seit der Bekanntgabe des Rückzugs von BMW am 29. Juli war der 13. Platz in der Nennliste für die Formel 1-WM 2010 vakant. Drei Teams hatten sich für die offene Stelle bei der FIA beworben: Das Nachfolgeteam von BMW-Sauber, der englische Formel 3-Rennstall Litespeed und die spanische Epsilon Euskadi-Truppe.

Lotus F1 kehrt zurück in die Formel 1

Aus Litespeed wurde im Verlauf der letzten sechs Wochen Lotus. Hinter den Kulissen hatte sich eine mächtige Allianz zusammengefunden. Der malaysische Automobilhersteller Proton und die Fluglinie Air Asia drängen mit Unterstützung des malaysischen Staats in die Formel 1. Offiziell heißt die Firma 1Malaysia F1 Team Sdn Bhd. Teamchef ist Air Asia-Boss Tony Fernandes. Dem Projekt wird der Name Lotus übergestülpt, den man sich von David Hunt, dem Bruder des 1993 verstorbenen Ex-Weltmeister James Hunt, gekauft hatte. Mit im Boot sitzen auch noch der frühere Marketingchef von Red Bull und Ferrari und jetzt Lotus-Chef, Dany Bahar, und eine Luxemburger Investmentfirma namens Mangrove Capital Partners.

Mangrove Capitals mit ihrem umtriebigen Chef Gerard Lopez ist eine große Nummer. Die Firma spezialisierte sich auf Finanzierungen von Software-Unternehmen und hatte kürzlich die Internet Telekommunikationsplattform Skype für über drei Milliarden Euro an Ebay verkauft. Lopez ist im Formel 1-Fahrerlager ein regelmäßig gesehener Gast und ein guter Bekannter von Bernie Ecclestone. Ursprünglich hatte Mangrove Capital Partners beim Kauf des BMW-Sauber Teams mitgeboten, war dann aber von der Lotus-Gruppe auf ihre Seite gezogen worden.

Lotus F1: Bescheidene Infrastruktur in Norfolk

Hinter dem Projekt steckt viel Geld, ein guter Name und mit dem malaysischen Staat eine für die Formel 1 interessante Expansion in den asiatischen Raum. Einziges Problem: Lotus hat keine schlagkräftige Mannschaft um ein Formel 1-Auto zu bauen. Die Infrastruktur ist im Vergleich zu Sauber bescheiden. Das Team operiert von einer früheren Toyota-Basis in Norfolk aus, nur 20 Kilometer von der früheren Lotus-Fabrik entfernt. Die Einrichtungen wurden zuletzt von Bentley für deren Le Mans-Programm genutzt. In Zukunft soll das Konstruktionszentrum nach Malaysia in die unmittelbare Nähe der Formel 1-Strecke von Sepang umziehen. Der frühere Force India-Technikchef Mike Gascoyne überwacht die Konstruktion des Autos, das mit einem Cosworth V8-Motor und einem Getriebe von Xtrac ausgerüstet wird.

Übernahme von Sauber und Force India scheiterten

Die Drahtzieher hinter Lotus merkten offenbar auch ziemlich schnell, dass Geld allein keine Formel 1-Autos baut. Die ursprünglich angedachte Kooperation mit dem englischen Formel 3-Team von Litespeed war nicht praktikabel. Beim Versuch BMW-Sauber zu kaufen blitzte die Truppe in München ab. Auch die Übernahme des finanziell angeschlagenen Force India-Teams scheiterte. Lotus bekam dennoch von der FIA den Zuschlag. Über die Gründe kann man nur spekulieren: Der Name Lotus, der gesunde finanzielle Hintergrund, das Bekanntschaft zwischen Bernie Ecclestone und Gerard Lopez und die Zusage, dass Lotus mit Cosworth-Motoren fahren will.

Sauber-Nachfolger erhält 14. Platz

BMW-Sauber ist dennoch nicht aus dem Rennen. Wie der Münchner Autokonzern am Dienstag (15.9.) nur wenige Stunden nach der FIA-Mitteilung bekanntgab, wird der Rennstall an eine in der Schweiz ansässige Stiftung namens Qadbak Investments Ltd verkauft. Sie vertritt die Interessen von Familien aus dem Mittleren Osten und aus Europa. Die Formel 1-Interessen von Qadbak vertritt der Schweizer Lionel Fischer.

Die FIA weiß, dass hinter der Bewerbung der BMW-Erben mehr Potential steckt als hinter der Lotus-Truppe. Der Sauber-Nachfolger ist gesund finanziert. Die Saisons 2010 und 2011 sind gesichert. Dafür gibt es entsprechende Bankbürgschaften. Außerdem würde das Nachfolgeteam von BMW den Anteil aus den TV-Einnahmen und Startgeldern erhalten. 

Andere Teams müssen zustimmen

Das BMW-Sauber Projekt hat im Gegensatz zu Lotus eine Fabrik erster Güte, State of the Art Werkzeuge und eine eingespielte Mannschaft. Das 2010er Auto ist fertig konstruiert. Es soll mit einem Ferrari-Motor und einem Ferrari-Getriebe bestückt werden. Die FIA bietet dem Nachfolger einen 14. Platz an. Sollten alle anderen Teams zustimmen, würde der Verband die Regeln dahingehend ändern, dass beim Saisonstart 2010 in Bahrain 28 Autos am Start stehen könnten.

Gäbe es diese Zusage nicht, wäre der Rennstall aus Hinwil der erste Nachrücker, sollte einem der existierenden Teams die Luft ausgehen. FIA-Präsident Max Mosley erklärte in Monza: "Ich kann mir gut vorstellen, dass bis nächstes Jahr noch ein oder zwei Hersteller aussteigen und dass auch eines der privaten Teams in Schwierigkeiten gerät." Mosley denkt dabei offenbar an die Wackelkandidaten Toyota, Renault und den Neubewerber USF1. Es gibt nur ein Problem: Sauber kann nicht ewig warten. BMW will bis zum 30.September den Verkauf abgewickelt haben. Ansonsten müssten den 420 Mitarbeitern in Hinwil gekündigt werden. Und es ist auch fraglich, ob der Käufer in spe angesichts der unsicheren Lage nicht einen Rückzieher macht.

Lesen sie zu diesem Thema auch den Blog von Michael Schmidt: "Sauber ist besser als Lotus"

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