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Formel 1: Mercedes GP

Schumacher wechselt in Chassis 01

GP China 2010 Foto: xpb 16 Bilder

Manchmal hilft der schönste Aberglaube nichts. Michael Schumacher bekommt für den GP Spanien nicht nur ein Auto mit längerem Radstand und eine neue Aerodynamik. Er wechselt auch das Chassis. Von Seriennummer 03 zurück zu seinem Testchassis 01.

27.04.2010 Michael Schmidt

Die "3" hat für Michael Schumacher eine besondere Bedeutung. Mit dieser Startnummer feierte er 2000 den ersten seiner fünf WM-Titel mit Ferrari. Und weil er ein bisschen abergläubisch ist, luchste der siebenfache Champion die Startnummer 3 seinem Teamkollegen Nico Rosberg ab, der eigentlich für diese Nummer vorgesehen war. Auch beim Chassis nahm es Schumacher genau. Er und Rosberg begannen die Testsaison in Chassis Nummer 01. Für die große Überseetournee der ersten vier Rennen bekamen die Mercedes-Piloten neue Chassis. Nummer 02 für Rosberg, 03 für Schumacher. Seine vermeintliche Glückszahl.

Schumacher verliert am Ausgang der langsamen Kurven

Doch diesmal half der Aberglaube nicht. Nach vier Rennen steht das Duell Rosberg gegen Schumacher 4:0. Nachdem Schumacher von Bahrain bis Malaysia seinem Stallrivalen schrittweise nähergekommen war, erlebte er beim GP China einen Rückfall. Weder er selbst noch die Ingenieure konnten sich die großen Zeitunterschiede zu Rosberg erklären. Schumacher verlor die Zeit am Ausgang der langsamen Kurven. Die Hinterreifen bauten viel zu früh ab.
 
Schon in Shanghai war der Verdacht geäußert worden, dass Chassis Nummer 03 möglicherweise einen Knacks abbekommen haben könnte. "Michael ist bei den Rennen zuvor ein paar Mal hart über die Randsteine gefahren", erklärte Teamchef Ross Brawn in China. "Vor Ort können wir solche Schäden nur notdürftig reparieren. Da ist es schon möglich, dass das Chassis nachhaltiger beschädigt worden ist."

Das Chassis von Michael Schumacher wird geprüft
 
Mercedes-Sportchef Norbert Haug fügt hinzu: "Beschädigt war es auf jeden Fall, doch der Rückschluss, dass es auch Speed und Rundenzeit gekostet hat, ist im Moment noch nicht darzustellen." Ein genauer Befund ist erst jetzt möglich, nachdem die Autos verspätet von China zurückgekehrt waren. Seitdem wird Chassis Nummer 03 auf dem Torsionsprüfstand auf Verwindungssteifigkeit geprüft und von den Karbon-Spezialisten auf Haarrisse gecheckt. Endgültiges wird man aber erst wissen, wenn Schumacher in Barcelona mit Chassis Nummer 01 seine Runden dreht und seine Fahreindrücke mit denen von China vergleicht.
 
Der Rekordsieger wird in Barcelona mit dem Chassis antreten, mit dem er und Rosberg am 1.Februar die Testsaison begonnen haben. Dazu soll ihm der verlängerte Radstand helfen, sein Handikap bei der Gewichtsverteilung zu verringern. Die Vorderräder sind jetzt geschätzte fünf Zentimeter weiter nach vorne gepfeilt. Dadurch schiebt sich die Gewichtsverteilung automatisch nach hinten, ohne dass man ein Gramm Ballast in die Hand nimmt. Bislang verteilte sich das Gewicht bei Schumacher um 0,2 Prozent mehr Richtung Vorderachse als bei seinem Teamkollegen, was das Untersteuern verstärkte. Das lag daran, dass der um vier Kilogramm leichtere Rosberg vier Kilogramm Ballast im Heck platzieren konnte.

Zweite Ausbaustufe des F-duct soll kommen
 
Auch aerodynamisch tut sich einiges bei MercedesGP. "Es ist ein relativ umfangreiches Paket, und man wird es dem Auto auch ansehen", verrät Haug. Optisch wird der Bereich der Motorabdeckung stark verändert sein. Ob dann auch schon Stufe zwei des sogenannten F-ducts integriert ist, mit dem die Strömung am Heckflügel beeinflusst werden kann, steht noch nicht fest. Dann könnten die Fahrer den Zeitpunkt bestimmen, an dem der Heckflügel auf der Geraden in seiner Funktion ausgeblendet wird. "Das wird eine enge Nummer", erklärt Brawn. "Wenn wir es nicht bis Barcelona schaffen, dann kommt das Vollsystem in Istanbul. In Monte Carlo bringt es nichts."
 
Auf dem Papier versprechen die Änderungen einen Fortschritt, "aber ob das dann auch zu 100 Prozent auf die Strecke übertragbar ist, werden wir erst in Barcelona wissen", gibt sich Haug vorsichtig. Auch die Konkurrenz schläft nicht. Praktisch jeder packt beim GP Spanien seine erste größere Evolutionsstufe aus. Da kann ein vermeintlich großer Schritt schnell wieder aufgefressen werden.
 
Prinzipiell steht Mercedes trotz der Startschwierigkeiten glänzend da. Nico Rosberg ist Zweiter in der WM-Tabelle, und das mit einem Auto, das mit Red Bull, Ferrari und McLaren noch nicht ganz mithalten konnte. Der Dritte von Malaysia und China hat das Maximum aus seinen Möglichkeiten geholt. Michael Schumacher begleitet die Hoffnung, dass ihm das runderneuerte Auto auf die Sprünge hilft. Eine mehr hecklastige Gewichtsverteilung sollte das Untersteuern kurieren, das den Rekordmeister derzeit bremst. Haug ist sicher: "Michael packt die Sache, sobald ihm das Auto wieder Vertrauen einflößt."

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