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Schumachers Radmutter

Problem mit Schlagschrauber?

GP Malaysia 2010 Foto: xpb 63 Bilder

Am Abend nach dem GP Malaysia war das Rätselraten  groß: Wie konnte Michael Schumacher eine Radmutter verlieren? Nach eingehender Analyse verdichtet sich ein Verdacht. Möglicherweise hat ein Schlagschrauber beim Festziehen der Räder nicht ordnungsgemäß funktioniert.

09.04.2010 Michael Schmidt

Lose Radmuttern sind kein Einzelfall. Nick Heidfeld ist es 2007 in seinem BMW in Barcelona passiert. McLaren-Pilot Lewis Hamilton im Training zum GP Europa 2007 am Nürburgring. Sebastian Vettel jüngst in Melbourne. Beim GP Malaysia hat es Michael Schumacher erwischt. Die Erfahrung zeigt: Radmuttern sind eine hochkomplexe technische Angelegenheit, die oft unterschätzt wird.

Der Schlagschrauber war offenbar das Problem

Nach dem Rennen war das Rätselraten im Mercedes-Technikbüro groß. Die Radmutter war verschwunden, die Nabe stark beschädigt. Doch Formel 1-Ingenieure sind wie Kriminalisten. Sie spüren jeder möglichen Fehlerquelle hinterher. Und die scheint jetzt gefunden. Offenbar hat einer der Schlagschrauber beim Aufziehen der Räder vor dem Start versagt und zuwenig Druck entwickelt. Ein Glück, dass es unter den Umständen nicht auch Nico Rosberg betroffen hat. "Was auch immer es am Ende war, und sei es nur ein Teil der Ausrüstung, wir werden das abstellen“, verspricht Mercedes-Rennleiter Norbert Haug.
 
Über das Pech des einen tröstet die Galavorstellung des anderen hinweg. Nico Rosberg fuhr laut Haug in Sepang "das stärkste Rennen, das ich je von ihm gesehen habe." Wie erst nach der Zieldurchfahrt bekannt wurde, kämpfte der Drittplatzierte während der 56 Runden mit einer Magenverstimmung. Bei Saunatemperaturen von 34 Grad kein Spaß. "Nico fuhr ein sehr erwachsenes Rennen", lobt Haug. "Mit dem Material, das er zur Verfügung hatte, zählt der dritte Platz wie ein Sieg. Er hat trotz seiner körperlichen Verfassung nie nachgelassen und ist nach dem Motto vorgegangen: Ich fahre so schnell, wie ich muss." Den direkten Gegner Robert Kubica hatte Rosberg jederzeit im Griff.

Schnellster Reifenwechsel in Sepang
 
Auch die Boxenmannschaft verdient nach Ansicht von Haug Applaus. "Wir waren jetzt zum zweiten Mal die Schnellsten beim Stopp. In Melbourne gab es keinen unter den Zweistoppern, der weniger Zeit in der Boxengasse verbracht hat als wir. Und in Sepang haben wir den absolut schnellsten Reifenwechsel hingelegt."
 
Rosberg überzeugte auch im Regentraining. Als Trainingszweiter und Schnellster der Fahrer, die mit Extremwetterreifen in die Wasserschlacht gestartet waren. Und das waren bis auf Pole-Mann Mark Webber alle. "Für Nico galt das gleiche wie für alle anderen auch. Er musste die eine Runde, in der mit den Extremwetterreifen eine schnelle Zeit möglich war, perfekt hinkriegen. Und das hat er sogar besser geschafft als der spätere Sieger Sebastian Vettel." Haug glaubt, dass Rosbergs Marktwert nach dessen Trainingsnummer deutlich gestiegen ist: "Nico war bislang nicht als Regenkönig bekannt. Darüber wird jetzt bestimmt anders gedacht."

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