Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1: Michael Schumacher

Schwere Zeiten für Michael Schumacher

GP China 2010 Foto: xp 153 Bilder

Das Comeback von Michael Schumacher läuft mühsam an. Es gibt durchaus Gründe für den Zeitverlust auf Teamkollege Nico Rosberg. Aber gibt es auch Gründe für den Großmeister, optimistisch nach Barcelona zu blicken?

28.04.2010 Michael Schmidt

Als Lichtgestalt hat man es schwer. Michael Schumachers Name steht für Siege am Fließband, für Rekorde in alle Ewigkeit. Doch die Marke Schumacher liefert nicht. Keine Siege, keine Podestplätze, dazu Druck von Nico Rosberg. "Bild" stellte bereits die ketzerische Behauptung auf: "Schumi gewinnt in dieser Saison kein Rennen mehr." Schumacher lässt sich nicht beirren: "Ich bin kein Zauberer und nehme mir die Zeit, die ich brauche."

Schumacher ist kein guter Schauspieler

Die Zahlen sprechen gegen Schumacher. Rosberg hat ihn in allen Wertungen entzaubert. Nach Punkten 50:10, nach Trainingsduellen 4:0, bei den Rennrunden 3:1 und bei den freien Trainings 9:3. Sogar im Regen. Trotzdem trägt der Ex-Champion eine Lockerheit zur Schau, als würde er den Ton angeben und nicht der Teamkollege. Rosberg haben alle unterschätzt. Auch Schumacher selbst.

Alles nur gespielt? Zum Schauspielern hat Schumacher kein Talent. Der Spaß, wieder in seinem Element zu sein, mag so manchen Schmerz überdecken, doch Erfolgsmensch bleibt Erfolgsmensch. Also weiß Schumacher offenbar mehr, als Außenstehende ahnen. Keiner spürt besser als er selbst, was ihm nach drei Jahren Pause noch fehlt und wieviel Luft nach oben ist. Er sagt sogar: "Der Anpassungsprozess ging schneller als erwartet."

In China wurde Schumacher entzaubert
 
Bis zum GP China, wo der Unterschied zu Rosberg satte sieben Zehntel betrug. Da rätselte selbst Teamchef Ross Brawn: "Wir konnten an den Daten sehen, wie Michael mit jedem Rennen besser wurde. In Malaysia war er auf trockener Strecke bereits auf Nicos Stand. China ging total gegen den Trend." Nach der Datenanalyse gab es einen Verdacht: Chassis Nummer 03 verwindet sich.
 
Der Rekordsieger fährt mit einem Handikap. Er bringt vier Kilogramm mehr auf die Waage als Rosberg. Sechs waren es zu Saisonbeginn. Schumacher hat nicht umsonst zwei Kilo abgespeckt. Bei einem Auto, das zuviel Gewicht auf der Vorderachse konzentriert und praktisch keinen Ballast als Spielmasse hat, wiegt der Nachteil doppelt schwer. Mit Schumacher im Cockpit ist das Auto noch kopflastiger, exakt um 0,2 Prozent. Rosberg kann die vier Kilo als Ballast im Heck platzieren. Das entlastet die Vorderreifen und verringert das Untersteuern, das Schumacher so hasst. Abhilfe schafft ab dem GP Spanien ein längerer Radstand. So wird automatisch Gewicht nach hinten transferiert. Dann wirkt sich der Gewichtsnachteil nur noch im Hundertstelbereich aus.

Probleme mit den Reifen

Doch erklärt er wirklich die ganze Differenz? Im Augenblick erfreut sich Schumacher an den kleinen Siegen. Dass der Teamkollege schon zwei Mal sein Setup kopierte. Oder dass er bei allen vier Starts in dieser Saison Plätze gewann. Das Testverbot bringt es mit sich, dass Schumacher seine Lektionen am Rennwochenende lernen muss. "Bei der Reifenbehandlung geht es um Nuancen", erklärt Brawn. "Eigentlich dachten wir, dass Nico von Michael lernen würde. Bis jetzt ist es umgekehrt."
 
Die Problematik reduziert sich nicht allein auf die schmaleren Vorderreifen, die beim Einlenken nicht den Grip entwickeln, den der Weltmeister von 2006 gewohnt war. Auch der aktuelle Hinterreifen passt nicht zu seinem Fahrstil. Er ist aus Kostengründen ein Reifen aus dem Jahr 2005. Die extrem steife Konstruktion lässt den Gummi heikel auf hohe Belastungen reagieren. Durchdrehen oder seitliches Wegrutschen heizt die Lauffläche schnell auf. Sie braucht zwei Runden im Schongang, um sich zu regenerieren. Selbst wenn Mercedes das Auto so hinbekommt, wie Schumacher es haben will, könnten ihm die Bridgestone-Reifen einen Strich durch die Rechnung machen. Denn Extrawürste gibt es auch für ihn nicht mehr.

Umfrage
Wie zufrieden sind Sie mit dem Comeback von Michael Schumacher?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden