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Formel 1 Spar-Pläne

Grenzwerte für Teile oder Werkzeuge

Toro Rosso - GP England 2015 Foto: Red Bull

Die Formel 1 muss sparen, wenn sie überleben will. Doch wie? Die großen Teams sträuben sich gegen eine Budgetdeckelung. Red Bull schlägt Grenzwerte für Werkzeuge vor. Die FIA denkt über eine Limitierung der Komponenten nach.

13.07.2015 Michael Schmidt

Das Thema stand ganz oben auf der Agenda der Strategiegruppe. Wieder einmal. Die Formel 1 muss die Kosten senken. Damit die Schere zwischen den großen und kleinen Teams nicht weiter aufgeht, und damit die kleinen überleben können. Gesucht ist das Ei des Kolumbus. Es gibt viele Vorschläge, aber keine Lösung. Red Bulls Vorschlag, Windkanalzeiten zu beschränken oder gleich ganz zu verbieten, stößt bei den Gegnern auf Widerstand.

Die eleganteste wäre eine Budgetdeckelung. Ferrari, Mercedes, Red Bull und McLaren lehnen sie ab. Der frühere FIA-Präsident Max Mosley kam mit einer Idee um die Ecke, wie man die Top-Teams zu einer Kostenobergrenze zwingen könne. Indem man Fakten schafft. Wer eine Budgetdeckelung akzeptiert, bekommt mehr Freiheiten beim Bau des Autos. Alle anderen fahren nach dem aktuellen Reglement. Mosleys Rechnung: Sobald eines der Teams Erfolg hat, dass sich den Sparzwängen unterwirft, schwenken alle auf diese Linie um.

Technik-Bonus im Gegenzug für Kostensenkung

Das Modell hätte einen Nachteil. Die Formel 1 müsste eine Zeitlang mit zwei unterschiedlichen Regelwerken leben. Was übrigens nicht neu wäre. 1987 und 1988 galten für Autos mit 1,5 Liter Turbos und 3,5 Liter Saugmotoren unterschiedliche Grenzwerte. Bei den einen betrug das Mindestgewicht 540, bei den anderen 500 Kilogramm. Turbos durften 1988 maximal 150 Liter im Rennen verbrauchen. Für Sauger gab es kein Verbrauchslimit.

Um nicht unnötig Verwirrung zu stiften dachte sich die FIA ein neues Konzept aus. Basierend auf der Mosley-Idee. Wer eine Kostenobergrenze akzeptiert, hat freien Zugang zu allen Werkzeugen und zu Testfahrten. Für alle anderen gelten die 2016er Limits. 25 Stunden Windkanal pro Woche, 25 Teraflops Computerkapazität, 8 Testtage. Die Regeln für die Autos blieben für alle gleich.

FIA will Teile zählen

Als Einstiegsgrenze wurde eine Summe zwischen 120 und 150 Millionen Dollar diskutiert. Die sollte dann jedes Jahr heruntergefahren werden. Der Vorschlag wurde von den Top-Teams umgehend abgelehnt. Was eigentlich ein Zugeständnis für eine Budgetdeckelung ist. Offenbar geht die Angst um, dass man trotz Sparplan schneller sein könnte. "Dann frage ich mich, warum die großen Teams freiwillig so viel Geld für ein schlechteres Modell ausgeben wollen", wundert sich Force India-Teamchef Rob Fernley.

FIA-Präsident Jean Todt hat sich eine Kostensenkung auf seine Fahnen geschrieben. Egal wie. Er brachte noch eine andere Idee ins Spiel: "Wir könnten die Entwicklung durch die Anzahl der Teile beschränken. Sagen wir, jedes Team darf pro Jahr nur 10 Aufhängungen und 20 Flügel bauen. Sobald eine Komponente produziert worden ist, bekommt sie ein FIA-Siegel. Egal ob sie später zum Einsatz kommt oder nicht. Das ist von unserer Seite einfach zu überprüfen." Seine Hoffnung: Die Ingenieure würden die Entwicklung mehr auf die kostengünstigere CFD-Simulation verlagern.

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