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Formel 1-Startliste 2010

Ferrari und die FOTA-Teams sind dabei

Foto: Ferrari 51 Bilder

Die FIA hat die 13 Teams für die Formel 1-WM 2010 nominiert. Neben den zehn aktuellen Rennställen gibt es drei neue Namen. Fünf Teams wurden unter Bedingungen akzeptiert, doch die Frist läuft am 19.Juni aus.

12.06.2009 Michael Schmidt, Michael Schmidt, Boris Schmidt

FIA-Präsident Max Mosley hat mit der Bekanntgabe der Formel 1-Teams für 2010 ein letztes Fenster für Verhandlungen offen gelassen. Fünf der 13 Bewerbungen wurden unter Bedingungen akzeptiert. Ferrari, Red Bull und ToroRosso stehen zwar als fixe Nennungen in der Liste, allerdings gegen ihren Willen.

Gegendarstellung im Laufe des Tages

Da ist im Laufe des Tages mit Gegendarstellungen zu rechnen. Diese müssen bis zum Freitag, den 19. Juni aus dem Weg geräumt sein. Andernfalls behält sich der Weltverband das Recht der Nachnominierung vor. Die FIA sieht das als letztes Friedensangebot an die in der FOTA organisierten Teams, die sich nicht mit dem von der FIA geforderten Budgetlimit anfreunden wollen. Ein letztes Gipfeltreffen, gestern in London, brachte zwar einen leichte Annäherung der Streitparteien, aber noch keine Lösung. 

Die ersten Stellungnahmen der Teams:
- Ferraris Antwort auf FIA-Nennung
- Red Bull und ToroRosso korrigieren FIA-Nennung

Was steckt hinter den Nennungen? Die Einschreibeliste unterteilt sich in vier Gruppen:

Die FOTA-Abtrünnigen

 
Williams und Force India sind aus der FOTA-Kampagne ausgeschert und haben sich bedingungslos für die Formel 1-WM 2010 eingeschrieben. Beide Teams berufen sich auf bindende Verträge mit Bernie Ecclestones FOM bis 2012 und wollen deshalb ihrer Linie treu bleiben. Die FOTA hat sie auf unbestimmte Zeit suspendiert.
 
Die Nennungen wider Willen
 
Ferrari, Red Bull und ToroRosso hatten zwar wie die anderen fünf FOTA-Teams unter Bedingungen genannt, werden nun aber von der FIA behandelt wie Williams und Force India. Das hat juristische Gründe. Ferrari hat mit der FIA und dem Rechteinhaber FOM einen Vertrag bis 2012. Red Bull und sein Schwesterteam ToroRosso sind nur mit der FOM verbandelt. Hätte die FIA die drei Teams wie den Rest der FOTA behandelt, wäre das ein halbes Eingeständnis gewesen, dass die Verträge nichts wert sind. Es ist nur eine Frage der Zeit bis Ferrari, Red Bull und ToroRosso reagieren.

Sie werden gegen die Einstufung einer unbedingten Nennung protestieren. Ferrari steht auf dem Standpunkt, dass ihre Verträge mit der FIA und der FOM null und nichtig sind, weil die FIA zuerst diese Abkommen gebrochen habe. Nämlich dadurch, eigenmächtig ein neues Reglement für 2010 ausgerufen zu haben. Die FIA dagegen zitiert das Urteil eines französischen Gerichts, das am 20. Mai die Gültigkeit des Vertrages zwischen Ferrari und der FIA formal bestätigt hatte. Das Vetorecht von Ferrari sei demnach nicht von der FIA gebrochen worden sondern Ferrari habe es aus eigenem Antrieb nicht wahrgenommen. Bernie Ecclestone hatte bereits angekündigt, dass er bei Nichteinhalten der Verträge mit ihm juristische Schritte einleiten wird.

Die bedingten Nennungen
 
McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Toyota und BrawnGP wurden von der FIA als Einschreibung unter den von den Teams in einem separaten Schreiben vorgebrachten Zweifeln vorläufig akzeptiert. Damit fährt der Weltverband nicht die befürchtet harte Linie, sondern lässt noch Raum für weitere Verhandlungen. Mosley will sich vor dem GP England am kommenden Wochenende in Silverstone (18. bis 21. Juni) nochmals mit den Teams treffen. Auch am Tag der Frist (19.6.) sind noch Gespräche möglich. Offenbar glaubt der FIA-Chef weiterhin, dass sich in der Budgetlimit-Frage noch ein Kompromiss finden lässt. Bei dem gestrigen Treffen in London legten die Teamchefs Mosley noch einmal ihre Bedenken auf den Tisch.

FOTA-Teams begrüßen den Stufenplan, lehnen Budgetlimit ab

 
Die FOTA-Teams begrüßen zwar einen Stufenplan, lehnen ein Budgetlimit, wie es die FIA vorschlägt, weiter ab. Sie stören sich am Wort "Budgetlimit", an der öffentlichen Festmachung einer Zahl und daran, dass sie von außen kontrolliert werden. Deshalb beinhaltet der FOTA-Vorschlag eine Reihe von genau definierten Sparmaßnahmen in den einzelnen Bereichen, der unter dem Strich das gleiche erreichen soll wie die Budgetdeckelung der FIA. Dies wiederum wird von den Experten der FIA angezweifelt. Sie glauben, dass der FOTA-Plan deutlich über die geforderten Grenzen von 100 Millionen Euro (2010) und 45 Millionen Euro (2011) hinausgeht und außerdem kleine Teams benachteiligt. Ein Beispiel: Die Selbstbeschränkung auf fünf Flügelkonfigurationen und drei Unterbodenvarianten pro Jahr spart kein Geld. Es ist den Teams immer noch möglich, im Windkanal 300 Versionen davon zu testen und sich die besten fünf für den Renneinsatz auszusuchen.
 
Die Neuen
 
Mit Campos, Manor und USF1 stehen drei neue Teams in der Nennliste. Campos ist der Rennstall des 48-jährigen Spaniers Adrian Campos, der zwischen 1987 und 1988 insgesamt 17 Formel 1-Rennen bestritten hat. Der Ex-Rennfahrer ist kein Neuling. Er nahm in den letzten Jahren mit einem Team an der GP2-Serie teil und hat nun mit diversen Partnern eine Art Motorsportgemeinschaft geschlossen, mit der er an der höchsten Spielklasse teilnehmen will. 

Man hört, dass Campos seine Autos bei Dallara produzieren lassen will. USF1 ist das amerikanische Projekt, mit dem Journalist Peter Windsor und der Konstrukteur Ken Anderson ein US-Team in die Formel 1 zurückbringen wollen. Seit den Zeiten von Shadow, Parnelli und Penske glänzte die USA in der Formel 1 durch Abwesenheit. Die Bewerbung lief zwischenzeritlich unter dem Namen USGPE, da das Kürzel "F1" nur dann verwendet werden darf, wenn man tatsächlich Teilnehmer an der WM ist.

Die Bestätigung von Manor Motorsport durch die FIA ist eine kleine Sensation. Das Team von Ex-Rennfahrer John Booth spielte in den Spekulationen um mögliche Neueinsteiger keine große Rolle. Manor Motorsport beteiligt sich von seinen zwei Fabriken in Donington und New Ollerton aus an der Formel 3 und der Formel Renault. Den Rennstall gibt es seit 1990. Alle drei Neulinge haben Verträge mit Cosworth geschlossen und die erforderliche Anzahlung geleistet.
 
Für die abgelehnten Teams ist der Zug noch nicht ganz abgefahren. Die FIA hat eine Gruppe von vier Rennställen in eine provisorische Warteliste aufgenommen. Dise Teams müssen noch ein zweites Mal durch eine Betriebsprüfung. Sie könnten bei positivem Befund jedoch nachrücken, sollte die FOTA doch noch eine Piratenserie starten. Bei den vier, die mit einer Nachnominierung rechnen können soll es sich um Prodrive, Lola, Epsilon Euskadi und Litespeed, die unter dem Namen Lotus antreten wollen, handeln.

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