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Formel 1-Strecke Silverstone

Nicht wie behauptet schneller als Monza

Streckenskizze Silverstone Foto: ams 5 Bilder

Silverstone hat nach dem Umbau der Rennstrecke damit geworben, ab sofort die schnellste Formel 1-Rennstrecke der Gegenwart zu sein. Dazu müsste der Trainingsschnellste am kommenden Samstag den Pole Position-Schnitt von 248 km/h schlagen. Unmöglich, wie eine Simulationsrunde von Sauber für den neuen Kurs von Silverstone zeigt.

05.07.2010 Michael Schmidt

Silverstone wurde wieder einmal umgebaut. Der Kurs ist jetzt nicht mehr 5,141 sondern 5,891 Kilometer lang. Er hat 18 statt 17 Kurven und eine 750 Meter lange Gerade mehr. Insgesamt blieb der flüssige Charakter der Streckenführung erhalten. Vor der alten Abbey-Kurve biegt der Kurs mit einer Vollgas-Schikane in das neue Infield ab und fädelt sich in der Brooklands-Kurve wieder in die alte Piste ein.

Silverstone nicht schneller als Monza

Voreilige Kommentare sprachen bereits von der schnellsten Strecke im Formel 1-Kalender. Die Streckenbetreiber prognostizierten überaus optimistisch Rundenzeiten von 1.23,1 Minuten, was einem Schnitt von 252 km/h entsprechen würde. Im letzten Jahr fuhr der Trainingsschnellste Sebastian Vettel mit 232,7 km/h Schnitt die absolute Bestzeit des GP-Wochenendes. Um Monza zu schlagen, müsste der Pole-Mann 2010 eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 248,0 km/h überbieten.

auto motor und sport hat bei Sauber nachgefragt, was die Simulation einer Silverstone-Runde auf der neuen Streckenführung ergibt. Der Supercomputer Albert II in Hinwil errechnete für die 5.891 Meter eine Rundenzeit von 1.31,0 Minuten. Macht einen Schnitt von 233,4 km/h. Also im Bereich des Vorjahres. Normalerweise liegen die Simulationen im Bereich von einer halben Sekunden plus oder minus.

Schnellste Schikane der Welt in Silverstone

Anhand der Simulation von Sauber (siehe Streckenskizze) ergeben sich jedoch einige interessante Aspekte im umgebauten Silverstone. Bis zur Club-Kurve wird Ihnen alles vertraut vorkommen. Kurz vor der alten Abbey-Schikane macht die Strecke einen 279 km/h schnellen Knick nach rechts, gefolgt von einer 281 km/h schnellen Linkskurve. Daraus ergibt sich die schnellste Schikane der Welt. Am Ende dieser Passage werden die Autos auf 112 km/h runtergebremst. Daran schließt sich der so genannte "Arena-Complex " an, gebaut nach dem Vorbild des Motodroms von Hockenheim oder der Mercedes-Arena am Nürburgring.

Aus der mit 86 km/h langsamsten Stelle der Rennstrecke wird mit 225 km/h durch eine Linkskurve in eine 750 Meter lange Gerade beschleunigt. An deren Bremspunkt erwarten die Architekten des Umbaus eine Überholmöglichkeit. Die neu geformte Brooklands-Kurve verträgt nach Berechnungen der Simulation von Sauber nur 136 km/h. Weiter geht's wie gehabt durch Luffield und Woodcote in die Zielgerade.

Fünf Millionen Pfund für den Umbau

Der Umbau der Strecke hat Silverstone fünf Millionen Pfund (5,9 Millionen Euro) gekostet. Er soll die Überholmöglichkeiten verbessern und den Zuschauern interessantere Tribünenplätze bieten. Wie anhand der Bilder vom kürzlich stattfindenden MotoGP-Rennen zu sehen war, ist der neue Streckenteil extrem wellig. Und er beansprucht nach Kalkulationen von Renault die Bremsen mehr als zuvor. Renault-Ingenieur Alan Permane rechnet mit 2,3 Kilowatt mehr Bremsenergie pro Runde. Der Vollastanteil steigt demzufolge nur minimal von 69 auf 70 Prozent. Monza muss sich trotzdem keine Sorgen machen. Das Etikett der schnellsten GP-Strecke der Welt bleibt in Italien.

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