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Formel 1-Streit

Mosley warnt FIA-Mitglieder vor Rebellion

FOTA Monaco Foto: dpa 63 Bilder

FIA-Präsident Max Mosley sorgt vor. Vor dem zu erwartenden Misstrauensvotum im Rahmen der morgigen Weltratsitzung (24.6.) warnt er die FIA-Mitglieder vor einer Entmündigung durch die Automobilkonzerne. Am Sonntag machte der FIA-Präsident den Rebellen noch ein Friedensangebot.

23.06.2009

Er zeigte Gesprächsbereitschaft, stieß jedoch auf Ablehnung. Die FOTA lehnte Verhandlungen vor der FIA-Weltratsitzung am Mittwoch (24.6.) ab. Man wolle erst das Ergebnis der Sitzung abwarten, hieß es. Wer gedacht hatte, dass der Präsident in die Knie geht, sieht sich getäuscht. Mosley schrieb an alle Präsidenten der Automobilclubs einen Brief, in dem er seine Absicht ankündigt, im Oktober erneut für das Amt des Präsidenten zu kandidieren.

Offene Drohung an die FOTA

Er begründet diesen Schritt mit der neuen Sachlage. "In den letzten Wochen stellte sich immer mehr heraus, dass die Dissidenten unter den Formel 1-Teams meinen Sturz aus dem Amt als eines ihrer Ziele ausgerufen haben. Vor einem Jahr haben Sie als Mitglieder der FIA mir das Vertrauen ausgesprochen, und wie ich Ihnen am 16. Mai 2008 versicherte, war es nicht meine Absicht, mich im Oktober 2009 wiederwählen zu lassen. Unter dem Gesichtspunkt, dass man mir mein Mandat streitig machen will, bin ich nun dazu gezwungen, meine ursprüngliche Entscheidung zu überdenken, mich nicht zur Wiederwahl aufstellen zu lassen." 

Mosley droht den FOTA-Teams damit offen, dass er eine weitere Amtszeit in Betracht zieht. Noch am Sonntag hatte der FIA-Präsident zu auto-motor-und-sport.de gesagt: "Der beste Weg, mich aus dem Amt zu drängen, wäre Frieden in der Formel 1. Dann könnte ich im Oktober am Ende meiner Legislaturperiode beruhigt abtreten." Mosley warnt die Delegierten vor einer Entmachtung des Weltverbandes. Er sieht die von den Herstellern kontrollierten FOTA-Rebellen als Bedrohung für die Funktionen der Sportbehörde. "Ein Ziel der FOTA ist es, die Funktion des Regulators der FIA für die Formel 1 auszuhebeln."

Mosley zitiert dabei die Kritik des Europäischen Automobilherstellerverbandes ACEA, der von der FIA eine modernisierte und transparente Form der Regierung verlangt. "Das ist eine Attacke auf die Rechte der FIA", so Mosley, "die Regeln der Formel 1-WM aufzustellen und zu kontrollieren, schlimmer noch, es ist eine ungerechtfertigte Kritik an den Strukturen der FIA." Der Engländer machte noch einmal deutlich, warum seiner Meinung nach die von ihm geforderte drastische Kostensenkung dringend notwendig sei, um den Sport zu retten.

"Der Auslöser für den augenblicklichen Disput waren die Versuche der FIA, die Kosten in diesem Sport herunterzuschrauben. Nur so können unabhängige Teams überleben. Ohne sie würde die Meisterschaft ausschließlich von den Herstellern abhängen, die kommen und gehen, wann sie wollen. Es ist unglaublich, dass in einer Zeit, in der alle Hersteller große finanzielle Schwierigkeiten plagen, ihre Formel 1-Teams uns mit einer eigenen Serie drohen, unter dem Vorwand, so Kosten einzusparen. Man wird sehen müssen, ob die Mutterkonzerne es zulassen werden, ihr Geld auf diese Weise zu verschwenden."

Mosley wird nicht freiwillig gehen

Mosley widersprach in dem Brief an die Verbandspräsidenten auch der in Silverstone kolportierten Meinung, die FIA habe die angedrohten Klagen gegen Teams und Hersteller zurückgezogen. Eine Klage hat es nie gegeben. Mosley bekräftigt seine Absicht, juristischen Schritte gegen die Rebellen vorzubereiten, um die Rechte der FIA zu wahren. Das jedoch kann ein langwieriger Prozess sein, weil darin auch die Inhaber der kommerziellen Rechte verwickelt sind. Die haben an einer Eskalation der Lage kein Interesse. 

Mosley wird also freiwillig nicht abdanken. Trotzdem kann die morgige Weltratsitzung wichtige Weichen stellen. Wenn er wirklich Interesse hat, mit den Teams noch auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, dann muss er in Paris die Weichen dafür stellen. Nicht durch sein Abdanken, sondern durch das Schaffen einer Möglichkeit, wie das im April vom Weltrat verabschiedete Reglement für 2010 zu modifizieren ist. Genau das war ja Mosleys Argument. Er wollte erst die Unterschrift der Teams, um dann vor dem Weltrat die von ihm zugesagten Änderungen durchzudrücken.

Die Teams trauen Mosley nicht

Die Teams lehnten das ab, weil sie ihm nicht mehr trauen. Sie fordern: Erst wird das Reglement geändert, dann unterschrieben. Der erste Schritt ist getan. Am Freitag vergangene Woche verschob Mosley notgedrungen die Einschreibefrist auf unbestimmte Zeit. Jetzt muss er den zweiten Schritt tun, wenn er sein Friedensangebot ernst meint. 

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