Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1-Streit

Renault droht mit Ausstieg - Krisengipfel am Freitag

Mosley & Briatore Foto: dpa 32 Bilder

Am Freitag (15.5.) könnte sich die Zukunft der Formel 1 entscheiden. Die zehn Teamchefs treffen sich mit FIA-Präsident Max Mosley und Bernie Ecclestone in London. Nach Ferrari droht mittlerweile auch Renault mit Rückzug.

13.05.2009 Michael Schmidt

Es könnte die wichtigste Sitzung der Formel 1 in den letzten zehn Jahren werden. Am Freitag wollen die zehn Teamchefs der Formel 1 in London mit FIA-Präsident Max Mosley und Bernie Ecclestone die Krise der Formel 1 lösen. Es gibt viele ungeklärte Probleme zu besprechen. Budgetobergrenze, Sparmaßnahmen, ein neues Concorde Abkommen.

Das halbe Feld wartet auf Zahlungen

Im Augenblick herrscht in der Formel 1 ein rechtsfreier Raum. Die FIA kann die Regeln festlegen wie sie will. Die Teams sind nicht so einig wie sie vorgeben. Und Bernie Ecclestone hat Angst, dass ihm das Geschäft kaputtdiskutiert wird. Er braucht dringend ein neues Concorde Abkommen. Im Moment hat er nur mit Ferrari, Williams, Red Bull, Toro Rosso und Force India bindende Verträge.

Die fünf anderen Teams warten immer noch auf Zahlungen der Jahre 2006 bis 2008. BMW, McLaren-Mercedes, Renault, Toyota und Brawn GP könnten den Spieß auch umdrehen und Ecclestone verbieten, mit ihren Namen Werbung für die Formel 1 zu betreiben. Ecclestone weiß genau: Ohne Abkommen ist die Formel 1 auf dem Papier nicht viel wert.

Renault droht ebenfalls mit Rückzug

Nach Ferraris Rückzugsdrohung vom Dienstag hat nun auch Renault nachgelegt. Der französischer Hersteller drückt seine Enttäuschung darüber aus, dass die Sparvorschläge der FOTA für die Jahre 2009 bis 2012 komplett ignoriert wurden. Renault stellte klar, dass das Modell der Teams mindestens genauso viel Geld spare wie das der FIA. Man sei allerdings mit dem Weg der FIA nicht einverstanden.

Bernard Rey, der Präsident des Renault Formel 1-Teams, erklärte: "Wir werden nicht an einer Meisterschaft teilnehmen, die nach zwei unterschiedlichen Reglements abgehalten wird. Sollte es dabei bleiben, sehen wir uns gezwungen, am Ende des Jahres auszusteigen. "Flavio Briatore fügte hinzu: "Wir lehnen die eigenmächtige Haltung des Verbandes ab, über unsere Köpfe hinweg ein Reglement zu beschließen."

Williams will weitermachen

Nachdem Toyota und BMW bereits in Barcelona mündlich ihre Missbilligung der FIA-Pläne bekanntgegeben haben, Red Bull und Toro Rosso sich den Werken anschließen wollen, ist das Lager der FIA-Getreuen Teams auf drei geschrumpft. Williams, Brawn GP und Force India sind mit einer Budgetobergrenze einverstanden. Frank Williams warnt, dass seine Geduld den Schulterschluss mit den restlichen Teams zu zeigen, bald erschöpft ist. Er wird sich am 22. Mai wie von der FIA gefordert für die WM 2010 einschreiben und die Budgetgrenze von 45 Millionen Euro akzeptieren. "Was soll ich anderes machen? Mein Team lebt vom Rennsport. Ich kann nicht einfach zusperren."

Mercedes hält sich als einziger Hersteller aus den Diskussionen heraus. Nicht nur, weil man im Umgang mit der FIA ein gebranntes Kind ist. Mercedes kommt das Prinzip einer Budgetgrenze ganz gelegen. Wenn klare Zahlen auf den Tisch gelegt werden, dann hat der Vorstand in Zeiten der Krise ein gutes Argument gegen interne Kritiker in der Hand. Als Motorenlieferant und KERS-Anbieter im großen Spiel rechnet man sich vielleicht sogar ein gutes Geschäft mit der Formel 1 aus.

Max Mosley ist der Meinung, dass auch die anderen Hersteller so denken sollten. In FIA-Kreisen fragt man sich: "Wir haben ein klares Sparpaket mit einer eindeutigen Summe auf den Tisch gelegt. Wie kann ein Vorstand eines Herstellers, der gezwungen ist zu sparen, das ablehnen?" Der Vorwurf der zweigeteilten Meisterschaft prallt in Paris ab. "Das ist nur ein billiger Vorwand für solche, die vielleicht ohnehin vorhatten auszusteigen. Jeder in der Szene weiß, warum wir diese Option schaffen mussten. Es gibt die Alternative ohne Budgetlimit nur, um nicht gegenüber bestimmten Parteien vertragsbrüchig zu werden." Gemeint ist Ferrari.

Formel 1-Alternativen für Ferrari?

Inzwischen geistern bereits erste Spekulationen einer Piratenserie durch den Raum. Die käme jedoch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Es bleiben nur noch sechs Monate Zeit, eine eigene Serie zu organisieren, selbst dann wenn sie auf der Basis einer bereits bestehenden Meisterschaft stattfindet. Es fehlen die attraktiven Veranstaltungen. Die Verträge mit den Rennen liegen bei Bernie Ecclestone. Und in Zeiten der Krise ist nicht einmal sichergestellt, ob sich Toyota, BMW und Renault das Risiko einer eigenen Serie antun.

Ferrari will dennoch unbeirrt seinen Weg gehen. In Maranello stellt man sich auf den Standpunkt: entweder wird unser Lied gesungen oder gar keines. Die Italiener kokketieren damit, notfalls in US-Rennserien oder die Sportwagen-WM einzusteigen. Auch um den Preis, in der Versenkung zu verschwinden. Ein Ferrari-Sprecher wiegelt ab: "Jede Serie, in der Ferrari fährt, wird aufgewertet."

Umfrage
Kann die Formel 1 ohne Ferrari leben?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden