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Formel 1: Streit um die Zukunft

Die Formel 1 steckt in der größten Krise ihrer Geschichte. Jahrelang haben die Teams über ihre Verhältnisse gelebt. Jetzt redet alles vom Sparen.

In der Stunde der Not haben sich die Teams zu einer Allianz zusammengeschlossen, die die alten Platzhirsche Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Max Mosley herausfordert. Dabei schicken die Teams ihren selbst gewählten Präsidenten Luca di Montezemolo ins Rennen. auto motor und sport berichtet in seiner neuesten Ausgabe (Heft 3/2009), die am Donnerstag (15.1.) erscheint, von dem Machtkampf und hat exklusiv die drei Hauptdarsteller befragt.

Mosley will radikale Einschnitte

Die Aussagen von Mosley, Ecclestone und di Montezemolo belegen, dass man sich zwar über das Ziel einig ist, nicht aber über den Weg dorthin. Und dass es um mehr geht als nur darum, den Sport zu retten. Mosley fordert radikale Einschnitte, die er notfalls auch über die Teams hinweg durchsetzen will. Wer jetzt nicht die Zeichen der Zeit erkennt, riskiert, dass die Blase Formel 1 platzt: "Wenn das passiert, wären erst die Teams und dann Bernie aus dem Geschäft. Damit gingen alle Rechte an die FIA zurück, und wir müssten aus den Ruinen etwas Neues aufbauen."

Ferrari: Keine Einheitstechnik

Montezemolo will die Kosten schrittweise auf das Niveau der frühen 90er Jahre zurückführen. Einheitstechnik lehnt er ab: "Wir sind ein Hersteller, kein Sponsor." Der Ferrari -Chef verlangt außerdem eine höhere Beteiligung an den Einnahmen: "In keinem anderen Sport bekommen die Teilnehmer weniger als 50 Prozent." Damit stößt er bei Ecclestone auf taube Ohren: "Luca soll mir mal die Sportarten nennen, bei denen mehr Geld ausgeschüttet wird."

Dann sein Warnschuss: "Keiner muss an der Formel 1 teilnehmen, wenn es ihm nicht passt." Ecclestone schlägt stattdessen eine Fernseh-Steuer vor. Teams, deren Autos oft am TV-Schirm zu sehen sind, sollen eine Strafsteuer an die kleineren Teams zahlen, die weniger Berichterstattung haben.

Mosley: Maximal 50 Millionen Euro pro Saison

FIA-Präsident Mosley will den Teams seine alte Idee der Budgetlimitierung schmackhaft machen. Er hält einen Jahresetat zwischen 40 und 50 Millionen Euro für realistisch. "Eine Budgetobergrenze würde alle unsere Probleme auf einmal lösen. Nichts ist fairer, als alle mit dem gleichen Geld antreten zu lassen." 

Ferrari wehrt sich dagegen, und auch Ecclestone zweifelt: "In der Theorie eine wunderbare Idee. Aber ich fürchte, wir können das nicht kontrollieren. Die Teams könnten die Auflagen über Tarnfirmen unterlaufen." 
 
Mehr zu diesem Thema lesen sie im neuen Heft von auto motor und sport, ab 15. Januar am Kiosk.

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Michael Schmidt

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